Ozzy Osbourne – Ordinary Man

Ozzy Osbourne

Titel: Ordinary Man

Sony /Epic Records

VÖ: 21. Februar 2020

Ich gelte im allgemeinen nicht als bekennender Ozzy Osbourne Fan, von daher ein risikobehaftetes Unterfangen, mir mit „Ordinary Man“ das neue Album des Fledermauskillers zur Review vorzulegen. Bisher konnte er mich bei Black Sabbath gar nicht und als Solokünstler nur mit „The Ultimate Sin“ überzeugen. Also schon ein paar Tage her, dass der sicherlich charismatische aber mit einer nölenden Gesangsfarbe behaftete Künstler bei mir zu punkten wusste. Somit startet der gesundheitlich stark angeschlagene 71-jährige, dessen geplante Tour immer und immer wieder verschoben wird, mit seinem mittlerweile zwölften Soloalbum nach beachtlichen zehn Jahren Pause einen weiteren Versuch. Soundtechnisch, das beweisen die ersten Töne des Openers „Straight To Hell“, immer auf moderner Höhe, überrascht der Song durch Eingängigkeit und coolem Riff. Auch im zweiten Song „All my Life“ überkommt mich das Gefühl, dass ich mich auf diesem Album eventuell mit seinem gewöhnungsbedürftigen Gesangstil diesmal werde arrangieren können, wenn denn die Qualität seiner Songs das Level würde halten können. Ozzy hat sich für eine abwechslungsreiche Songzusammenstellung entschieden, was dem Album sicher Punkte beschert, „Goodbye“ klingt düster und nicht nach Schema F, wenn es auch nicht so ins Ohr geht, wie die beiden ersten Songs des Albums, was nicht an Gitarrist Slash liegt. Titelstück „Ordinary man“, vorab ins Rennen geschickte Singleauskopplung sorgt für gewisses Stirnrunzel in der Heavyszene, handelt es sich doch um ein Duett mit Sir Elton John. Schöne, extrem schmalzige Ballade, die durch die unterschiedlichen Stimmfarben wunderbar funktioniert, wenn sie auch am Ende in Bombast erstickt. Gefühlvolle Gitarre, schöne Chöre mit ordentlich Streichern unterlegt, kann man so machen. Ungewöhnlich auch der Einstieg in das eigentlich typische ozzystilische „Under the Graveyard“ sicherlich keins seiner Meisterwerke, aber allemal unterhaltsam und somit besser als das recht uninspirierte „Eat Me“. Wesentlich eingängiger und melodischer zeigt sich „Today Is The End“. Was die gut aufeinander abgestimmte Rythmussektion des aktuellen Longplayers, bestehend aus Drummer Chad Smith (Red Hot Chilli Peppers) und G’n´R Bassist Duff McKagan zu dem leicht skurril anmutendem „Scary Little Green Man“ meint, ist nicht überliefert. Der Titel ‚Tiefpunkt des Albums‘ geht aber eindeutig an die Überflüssigballade“ Holy For Tonight“, schlechter Song in „Allright“ – Manier“ nölend vorgetragen. Überhaupt läßt „Ordinary Man“ gegen Ende ordentlich Federn und macht mit Nummern wie „It’s A Raid“ und „Take What You Want“ den eigentlich insgesamt guten Gesamteindruck kaputt. Wohin auch immer man bei Ozzy tendiert, irgendwo zwischen Legende und Karikatur liegt die Wahrheit und mit dem aktuellen Album kann er musikalisch stellenweise überzeugen. 8 Punkte.
Rüdiger König

Tracklist:
01. Straight To Hell
02. All My Life
03. Goodbye
04. Ordinary Man (feat. Elton John)
05. Under The Graveyard
06. Eat Me
07. Today Is The End
08. Scary Little Green Men
10. It´s A Rain (feat. Post Malone)
11. Take What You Want (feat. Post Malone & Travis Scott)

Rüdiger König

Darkstars-Team vergibt 8 von 10 Punkten

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