Heartwind – Higher and Higher

Heartwind

Titel: Higher and Higher

AOR Heaven

VÖ: 27. April 2018

Eines vorweg , Stockholm spuckt weiter musikalische Diamanten aus , diesmal noch ziemlich roh und in Form der Melodic Hardrock Band „Heartwind“. „Heartwind“ ist so neu und unbekannt, dass man sie erst einmal der schwedischen zweiten Liga zuordnen möchte, obwohl diese musikalisch eine der stärksten ist . Die beiden schwedischen Songwriter Göran Engvall (Gitarre) und Mikael Rosengren ( Keyboards) sind die Initiatoren des vorliegenden Debuts, kennen sich seit 15 Jahren und erfüllen sich mit „Higher and Higher“ einen langehegten Traum. Komplettiert wird die Band , und es handelt sich hörbar um eine Band, und nicht um ein zusammengestelltes Projekt, von gestandenen Musikern aus der schwedischen Hardrockszene, als da wären Sänger German Pascual ( Narnia), Gitarrist Martin Hall , Basser Germain Leth ( The Poodles) und Schlagzeuger Peter Svensson ( Constancia). Der namengebende Opener „Higher and Higher“ überzeugt gleich mit einem schmissigem Mitsingrefrain im Midtempobereich und legt die Meßlatte schon mal auf Höhe, bevor in „Cry out into Space“ gleich am Anfang klar wird, dass das melodiöse Fundament durchaus eine ordentliche Gitarre verträgt. Man merkt der Scheibe an , dass die Mannschaft genau weiß, auf was sie beim Songwriting zu achten hat, alles klingt abwechslungsreich und vom Sound her ausgewogen, nichts wirkt in irgendeiner Form aufgesetzt. Die Ballade „ One night away from you“, dargeboten von Nina Soderqvist, schwülst genau bis zu dem Punkt, an dem es anfängt gefährlich kitschig zu wirken. Weiter geht es mit drei- bis vierminütigen Feuerwerken ,die nicht lange zum Hochfahren brauchen und die vor allem im Chorus zünden. Wenn man den Schweden überhaupt etwas ankreiden kann, dann ist es die Tatsache, dass sie die Songs so angeordnet haben, daß im letzten Viertel die kleinwenig schwächeren zu finden sind, bevor mit dem treibenden „Game of Love“ der bleibende letzte Eindruck wieder stimmt. Mit der insgesamt etwas glatten Produktion der Scheibe werden Genrefans keine Schwierigkeiten haben, da das bei der Vielzahl ihrer Favoriten nicht anders klingt. Am Ende des Albums bleibt aber eh nur die Frage, wie lange es dauert, bis der rasche Aufstieg in die erste Liga gelingt und ob man es gleich nochmal hört? Die im Plattentext als Inspiritation aufgeführten „Def Leppard“,“ Whitesnake“ und „Journey“ geben die Richtung vor, dennoch besitzen „Heartwind“ eine hörbare Eigenständigkeit. Wenn überhaupt vergleichbar, ist “Higher and Higher” eher an die früheren „Europe“ oder „Talisman“ angelehnt. Auf jeden Fall geht die Idee, mit verschiedenen Sängern Variantenreichtum zu erzielen, völlig auf..Das Erik Martenseen (W.E.T.., Eclipse, Nordic Union) nochmal ein paar Prozentpunkte durch sein feines Mastering herausholt, ist schon fast Standard.
Gast Review von Rüdiger König

Darkstars-Team vergibt 9 von 10 Punkten


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