Einstürzende Neubauten – Alles in Allem (Darkstars Review II)

Einstürzende Neubauten

Titel: Alles in Allem

Potomak / Indigo

VÖ: 15. Mai 2020

Die Einstürzenden Neubauten sind zurück. Da haben sich die Herren rund um Mastermind Blixa Bargeld mal wieder viel Zeit gelassen, dann aber wieder 100% geliefert!

Sieht man mal von der Auftragsarbeit „Lament(erschienen 2014 im Rahmen der 100-jährigen Gedenkfeierlichkeiten des Beginns des Ersten Weltkrieges) ab, gab es das letzte Studioalbum „Alles wieder offen“ von den Neubauten 2007. Dazwischen waren die ENs nicht untätig, veröffentlichten viel, auch Solo, aber eben kein neues Neubauten Studioalbum, wie es sich die Fans wahrscheinlich am ehesten wünschten.

„Alles in Allem“

Nun also zum 40-jährigen Bandjubiläum 2020 heißt es „Alles in Allem“! Und auch dieses Album ist im Rahmen eines „Supporter Projektes“ entstanden. Fans konnten die gesamte Entstehung des Albums begleiten und auch Einfluss nehmen. Dabei flossen u.a. Satzfragmente der Supporter mit in den Opener „Ten Grand Goldie“ ein. Nebenbei, die EN setzen schon lange auf die direkte Unterstützung der Fans bzw. „Supporter“. So gab es bereits 2003 das „Supporter Album No. 1“. Die Einstürzenden Neubauten sehen sich als Erfinder des „Crowdfundings“, womit sie sicher recht haben. So hatte auch ich seinerzeit das „Supporter Album No. 1“ für 35 € gekauft, noch bevor es fertig produziert war! Wirklich damals wie heute eine sehr spannende Sache.

Was erwartet Euch, wenn Ihr „Alles in Allem“ auflegt?

Auf keinen Fall „Yü-Gung (Fütter Mein Ego)“ oder ein „Haus der Lüge“. Und selbstverständlich auch keine „Interimsliebenden“ und niemand gibt sich zum „Tanz Debil“, letzteres ist gute 40 Jahre her. Die Entwicklung der EN ist klar nachvollziehbar und wer sich mit „Alles wieder offen“ anfreunden konnte, der wir auch an „Alles in Allem“ seine wahre Freude haben.

Alles etwas ruhiger, wenngleich man  bei „Zivilisatorisches Missgeschick“ noch einmal zwischendurch richtig Krach macht, ist auch dieses Stück, wie auch viele der anderen Tracks, eher im Bereich „atmosphärisch“ zu sehen.

Also keine harten Beats von Berliner Jungs, die sich Nachts auf Schrottplätzen rumtreiben. Dafür natürlich auch Mitsinge-Hymnen wie „Am Landwehrkanal“ und dem titelgebenden Track „Alles in Allem“ sowie ganz viel atmosphärisches von Klangkünstlern. (Sorry, man kann es nicht oft genug betonen, schwingt das Image der „Krawallmacher“ auch nach 40 Jahren immer noch mit. Quasi die Hälfte der Band, Gründungsmitglieder Blixa und N. U. Unruh, sind nun Ü60!)

Und natürlich dominiert bei „Alles im Allen“ die geniale Stimme von Blixa Bargeld! Doch was wäre Blixa ohne die Neubauten? Die Neubauten ohne Blixa! Zusammen sind die Neubauten einfach eine avantgardistische Hochkultur in Sachen Musik! Wenngleich sie es mit dem neuen Album wohl sicher nicht mehr – wie seinerzeit – auf die Documenta (EN nahmen 1982, an der Documenta 7 teil) geschafft hätten, bleibt es weiterhin große Kunst und zum Glück kein Kommerz!

„Alles in Allem“ wieder ein Muss für Fans! Neueinsteiger werden sich mit „Ten Grand Goldie“ sicherlich am ehesten „anfreunden“ können.

Hier einfach mal vorab bei YouTube dem „Ten Grand Goldie“ reinhören/-schauen: https://www.youtube.com/watch?v=UIjTHkN21Zo

Meint ihr nicht: wir könnten unterschreiben
auf dass uns ein bis zwei Prozent gehören
und Tausende uns hörig sind
…..
Wir könnten, aber ……
(Prolog Haus der Lüge, 1989)

Yvonne & Michael Koschinski vergibt 9 von 10 Punkten

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