Axel Manrico Heilhecker – Ready for the good life

Axel Manrico Heilhecker –

Titel: Ready for the good life

Phonokultur

VÖ: 11. Februar 2022

Das neue Album von Axel Manrico Heilhecker hört auf den schönen Titel „Ready for the good life“ und ist ein richtig cooles Old School Rock/ Blues/ Americana Album geworden. Die Songs haben musikalisch sowie auch von der Produktion eine starke 60er, 70er Schlagseite. Damals war die Musik noch aufregend, innovativ und voller musikalischer Experimente, und genau so geht Axel Manrico Heilhecker auch an sein Songwriting ran. Es klingt teils so als ob Bob Dylan, Jimi Hendrix und The Beatles zusammen ein Album erschaffen hätten. Einfach zeitlose, tolle Songs und dazu ein Gitarrenton zum niederknien. Axel Manrico Heilhecker hat es einfach drauf und wird mit dieser Scheibe garantiert keinen Fan dieser Art von Musik enttäuschen. Was der Künstler selbst über seine Lieder zu berichten weiß folgt nun:

Where Will I Go?

Mit dem A1 Track habe ich die Aufnahmen Session meines neuen Albums beendet.  Die Drumtacks des Albums habe ich selbst gespielt, aber auch teilweise programmiert. Ich habe im letzten Herbst die Stones rauf und runter gehört, vornehmlich um mir nochmal klarzumachen, was für ein gigantischer Trommler Charlie Watts war. Das überkommt mich dann und wann. Charlys schleifiger und gleichzeitig oftmals treibender Groove liefert einen optimalen Basisbeat, mit anderen Worten “Aufmerksamkeit“ zum Erzählen einer Geschichte. Das haben viele Trommler mit unterschiedlichem Erfolg versucht zu adaptieren. Dazu ergänzend Keith’s minimalistische Illustrationen, die Mick’s Crooning auf einer weiteren Ebene eindringlich macht. Für die Leadparts habe ich dann auch meine ’67er Tele ausgepackt unter der Auflage nicht mehr als 7 Töne für die Leadparts zu verwenden. Warum nicht spielen, wozu auch ein Anfänger oder Dilettant fähig wäre? Ich ziehe den Hut vor der Magie der Simplizität, dem gepflegten Dilettantismus, den ich meistens dem ausgewachsenen Virtuosentum vorziehe. Die Story von “Where Will I Go“ ist eine typische “Film Noir“ Novel, auf der Metaebene komplementär zu unseren 2021/22er Kollektiv-Fuck Ups.

Livin‘ It Up

Ich mag groovige Bluessongs, auch hier wieder im “British Invasion“ Stil der Late Sixties, als die Beatles die amerikanische Musikwelt infiltrierten, wie zum Beispiel “The Band“ oder später “Tom Petty & The Heartbreakers“. Klassisch, mit Sixties Tele und Electric 12 String Jingle Jangle, hier eine ’69 Minstrel, bedient.

Walls

Eine eigenwillige Kombination aus “Surf“ Sound und Beat mit einer dezenten Glamrock Attitüde. Spaß gemacht hat mir speziell der Slide Part mit meiner ’62er Gibson “Les Paul“ SG, die ich mal aus einem New Yorker Pawn Shop Anfang der 70er übernahm. Aber auch die anderen Leadparts mit meiner Fender CS ’68 Strat aus den Neunzigern, die Ritchie Blackmore’s Bluesrock Sound gut einfängt, spiele ich sehr gerne. Ich habe diese Gitarre exzessiv in der Harald Schmidt Show bedient vor allem für Hendrix Covers.

World Slowin‘ Down

Während der Mensch traditionell an der Optimierung seiner Existenz arbeitet, gräbt die Vergänglichkeit unablässig diametral dagegen. Hier habe ich einen alten Marshall 2061x gespielt. Ein Late Sixties Blues mit Chicago Style Anleihen in weit gefasster harmonischer Struktur und ’67er Fender Strat, der ich hier ein langes Solo spendiert habe, für Viele das Highlight des Albums. Ein Song, relativ sophisticated, ein bisschen Early Seventies “Steely Dan“ oder auch “Les Dudek“ Klima.

Damit endet Seite1 des Albums, das ich auf resonanzdienliche Vinyl Ästhetik produziert habe und hier meinem Klangkonzept recht nahekommt.

Ready For The Good Life

Der Titelsong ist der Rocker des Albums, basierend auf einem Detroit-Viertelbeat. Eine kleine “Les Paul Goldtop“ Oper, wenn man so will. Die Leadgitarre wird von einem alten ’57er Goldtop besetzt. Dazu gibt es gedoppeltes Basisriff, gespielt auf einer modifizierten, auf PAF umgemodelten’71er “54 Goldtop-Reissue und einem ’69 Goldtop. Das Solo – eine Verbeugung vor dem unschlagbaren Duane Allman. Und dann noch ein C-Part mit 10 Spuren Harmony Leadgitarre in Handarbeit!

Let Me Take You Down

ist ein Anti War/Missbrauchs-Song im 10-minütigem Bluesrock Strat und Marshall Format. Ich konnte mir das “Machine Gun“ Zitat im Mittelteil des Songs nicht verkneifen, gespielt auf einer CS Lefty Strat. Ein Freund bezeichnete den Track als Outburst. Ich glaube er hat recht. Im Outro nochmals die sensationelle ’67 Opympic White Strat, die mit dem Bluesharp alike Slide Outrosolo einmal mehr ihre tonale Wandlungsfähigkeit unterstreicht.

Love Train

Ich war erstaunt, wie viele ausgewiesene Rockfans diesen Hit der O’jays kennen und tatsächlich auch schätzen. Meine Idee war den Song so zu arrangieren, dass er ins Repertoire Leon Russels, Little Feat oder der Stones passen würde.

On A Night Like This

Während die meisten meiner Songs ihren Anfang in einem Groove finden, ist dieser Song eher Singer/Songwriter mäßig aufgebaut, wie auch schon manche Songs des vorangegangenen Albums “Book Of Shelter“. Hier geht’s los mit Strumming auf meiner Gibson J200 aus den Neunzigern, die viele Jahre mit Harry Belafonte unterwegs war. Thema sind enttäuschte Erwartungen, überhöhte Ansprüche.

READY FOR THE GOOD LIFE von Axel Manrico Heilhecker auf Vinyl erhältlich

Chris Strieder vergibt 8,5 von 10 Punkten

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....

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