Alice Cooper
Titel: Road
VÖ: 25. August 2023
Der Meister des Schock-Rocks hat mit 75 Jahren wieder einmal ein wahres Meisterwerk rausgehauen. Am 25. August erscheint sein 29. Studioalbum „Road“, aus welchem im Vorfeld mit „I´m Alice“ und „Welcome to the Show“ schon zwei Singles veröffentlicht wurden. Sein letztes Album „Detroit Stories“ brauchte sich zwar auch nicht zu verstecken, aber es war auch nichts dabei, was einen wirklich überrascht hätte und einen bleibenden Eindruck hinterließ. Ich denke mit diesem Album muss Alice Cooper keine Angst haben, dass sich die Hallen bei seinen Konzerten nur wegen der Show füllen werden und die Musik in den Hintergrund rutscht. Die ganze Band hat an diesem Album mitgearbeitet und der größte Teil wurde ohne Veränderungen live im Studio aufgenommen. Und bei diesem Ergebnis, kann Copper mit recht stolz auf seine Band sein. Mit „Road“ ist ihm eine Zeitreise in die 70/80er geglückt. Los geht’s mit „I´m Alice“. Ganz nach dem Motto, wenn bislang kein anderer Mr. Cooper musikalisch gehuldigt hat, dann muss man es halt selber machen. Das Ganze wird schnell zum Ohrwurm. Prägnante Riffs, mit rhythmischem Schlagzeug hinterlegt und einem Refrain, den man schon beim ersten Mal laut mitsingen will. Wenn das mal nicht zur neuen Eröffnungshymne seiner Shows wird. „Welcome to the Show“ starte ganz im Stil der 80er mit einem „Dialog“ von Gitarren und Drums, hier kommt schnell ein vertrautes Gefühl auf. Mit purem Rock´n Roll und „All over the World“ geht es dann weiter, hier vermitteln zusätzliche Bläser im Hintergrund dem Ganzen einen Hauch von Blues. Ganz anders kommt „Dead Don´t Dance“ rüber. Hier spielen Schlagzeug und Bass die erste Geige. Nachdem wir mit „Go Away“ wieder einen klassischem Rock´n Roll Sound erleben durften, wird es bei „White Line Frankenstein“ dann wieder ein wenig dreckiger. Ich siehe diesen Song schon auf der Bühne performt. Für „Big Boots“ holt sich Mr. Furnier als Unterstützung ein Klavier hinzu, desen staccato Elemente lockern den Song noch zusätzlich auf. Die Boots sind an dieser Stelle mit Sicherheit, à la Mr. Cooper mit einem fetten Augenzwinkern zu sehen. Nachdem „Roules of the Road“ zum Tanzen mit vollem Körpereinsatz eingeladen hat, kommt „The Big Goodbye“ dann mehr metallastiger rüber. Das ganze hat auch einen traurigen Beigeschmack, man möchte sich an dieser Stelle nicht vorstellen, das Cooper den Stock irgendwann an den Nagel hängt und das Ende einläutet.
Die überarbeitete Version von „Road Rats Forever“ reiht sich perfekt in die neuen Songs ein. Doch was wäre ein gutes Rock-Album ohne mindestens einen Herzschmerz Song. „Baby Please Don´t Go“, eine nicht ganz typische Cooper Ballade, rundet ein hervorragendes Album ab. Nach dem Cooper mit „100 More Miles“ noch einen erstklassigen Blues hinlegt, lässt er es sich nicht nehmen The Who zu covern. Seine Version von „Magic Bus“ geht sofort ins Ohr und bei dem Schlagzeugsolo hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht. Ich würde sagen, der Albumtitel ist hier Programm. Road beschreibt musikalisch die Straße von Alice Coopers Leben. »Es geht um die Sachen, die unterwegs so passieren«, so Alice Cooper. »Es steckt viel Humor in diesem Album, auch einige Herzschmerz-Songs, aber insgesamt sehr Gitarren-lastig. Denn das ist es, worum es mir geht. Ich liebe es, die Songs mit Bob und der Band zu schreiben und es ist allen klar, dass die Gitarre immer das Hauptinstrument sein wird. Etwas anderes wird es bei uns nie geben.« Mit raffinierten Texten, die zeitweise nach Zweideutigkeit schreien, Gitarrensoli, die dich mit ihren Sound durch die vergangenen Jahrzehnte führen, Klavier- und Bläserbegleitungen hat Alice Cooper ein geiles Album erschaffen, welches auf jeden Fall in eure Musiksammlung gehört. Allerdings hätte ich von Cooper auch nichts anderes erwartet, als so eine Albumqualität. Es ist halt typisch Alice. Produziert in Perfektion und gespielt von erstklassigen Musikern. Vorgestellt wird das Album übrigens nicht auf einer eigenen Album Release Tour. Im August ist er Mötley Crue und Def Leppard bei einem halben Dutzend US-Stadionshows als Unterstützung mit dabei, um dann gemeinsam mit Rob Zombie auf die Freaks on Parade-Co-Headliner-Tour zu gehen. Mit im Gepäck: „ROAD“. Von mir gibt es für „Road“ 9 Punkte und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Show.
Track-List:
01. I’m Alice
02. Welcome To The Show
03. All Over The World
04. Dead Don’t Dance
05. Go Away
06. White Line Frankenstein
07. Big Boots
08. Rules Of The Road
09. The Big Goodbye
10. Road Rats Forever
11. Baby Please Don’t Go
12. 100 More Miles
13. Magic Bus
Tatjana Krupka vergibt 9 von 10 Punkten









