Mit ILSY erscheint Ende Juli das Debüt Album einer Band, die sich aus alten Hasen der deutschen Hardrock Szene zusammensetzt. Auf ihrem Album bringen sie den guten alten Hardrock der 70/ 80er mit frischen Ideen ins hier und jetzt. Grund genug für ein ausführliches Interview mit Mastermind und Namensgeber Wolfgang ‚Ilsy‘ Terne.

Was kannst du uns zu dessen Entstehung und zu der Inspiration zu den neuen Songs verraten?
Ursprünglich hatte ich während Corona angefangen, eine Produktion zu machen, die „wie früher“ ist, also back to the roots. Als dann 2024 die erste Sheela Platte bei Lion’s Pride Music wieder veröffentlicht wurde, hatte ich mit Label Boss Chris Siloma vereinbart, die Produktion für das Label fertig zu stellen. Ende 2025 haben wir zu viert beschlossen, aus der Solo Idee ein Band Projekt zu machen. In Zuge dessen gab es neuen Wind und wir haben Anfang 2026 im Prinzip bis auf 2 Nummern die komplette Platte neu geschrieben. Ich wollte das Ganze als 70er und 80er Classic Rock, entsprechend inspiriert sind wir von Bad Company, Whitesnake, Thunder und ähnlichen Bands
Wie liefen die Aufnahmen ab, welche Musiker hattest du mit im Boot?
Nach der Entscheidung zur Band war das alles etwas einfacher. Das Quartett spielt an anderer Stelle (da kommen wir gleich drauf über Deine Frage) schon lange und viel zusammen, ist also top eingespielt. Wir haben den Luxus, 3 Studios in der Band zu haben und so wurde jeweils das genutzt, was gerade gepasst hat. In einem der Dreien haben wir dann alles zusammengebracht.
Welche Amps, Gitarren usw kamen auf der Scheibe zum Einsatz?
Nachdem Nico Schliemann auch bei ILSY fest an Bord war, habe ich nahezu keine Gitarre angefasst, haha. Nico spielte im Wesentlichen eine Benzville Gitarre mit 2 Humbuckern. Gelegentlich kam seine Huber Krautster zum Einsatz. Die Produktion ist komplett auf D runter gestimmt, das klingt einfach fetter. An Amps kam ein Realtone/Realguitar Eddie zum Einsatz und eine Synergy Kombi auf Basis des Friedman BE Moduls. Das ging jeweils über eine Krossmann Iso Box über 2 Mikros aufs Band. Die Akustik Gitarren sind von Duke über Kleinmembran Mikros. Ich habe auf der Platte die Slides bei „When love leaves the town“ gespielt, das ist eine Benzville Les Paul Style Gitarre (Nico und ich sind beide Endorser von Benzville) über einen Marshall Vintage/Modern in ein Torpedo Studio. Beim Bonus Track hat es komplett meine Gitarren, da weiß ich indes nicht mehr, was das war – das ist ja nur eine sehr rudimentäre Demo Version…Gesanglich haben wir uns bei der kompletten Produktion für ein Shure SM7b entschieden.
Du bist ja auch schon eine ganze Weile im Geschäft, welche positiven oder auch negativen Ereignisse haben dich besonders geprägt?
Ernsthafter Musiker zu sein ist letztlich wirklich Berufung. Das ist kein Job, den man wegen des Geldes macht, oder um irgendwie ne Karriere voranzubringen. Du machst es, weil Du es letztlich machen musst, haha. Umso schöner, dass dies nach all den Jahren immer noch geht. Klar, wenn Du mit der Frau mal auf irgendein Event gehst und nach dem Job gefragt wirst, kommen schon die Leute mit: „Und davon kann man leben?“ Ja das geht, aber natürlich wird es immer schwerer. Der Verkauf von physischen Tonträgern nimmt rapide ab, Konzerte sind vielen Leuten zu teuer – ungewisse Witterungen wie starke Gewitter oder Superhitze lassen zusätzlich Veranstaltungen ausfallen. Da kommt weiterhin allerhand auf uns zu – von der Tatsache, dass Musik zusehends als Hintergrund Geräusch entwertet wird, mal ganz abgesehen. Jedoch sind die besten Momente meines Lebens vor – auf – oder nach Konzerten entstanden. Das ist eben unser Leben. So eine Platte wie die ILSY hier wird sich in diesem Leben nicht mal mehr auf „break even“ begeben, wenn wir alle Kosten korrekt einrechnen würden. Aber so denke ich nicht. Solange das geht, wird so gelebt!

Du spielst ja auch noch in einer Peter Maffay Tribute Band. Wie kam es dazu und wie ist dein Bezug zur Musik von Maffay?
Tatsächlich hat meine deutsche Mutter eine Maffay Kassette hoch und runter gehört, als wir noch in Frankreich (mein Vater ist Franzose) lebten. Das ist also der Sound meiner Kindheit. Möglicherweise ist das dann so in einem drin, wie Grießbrei mit Apfelmus…Was ich an Peter mag: Er hat bestimmt 10 Versionen seiner Hits gemacht, er ist da stets kreativ und probiert viel aus. Um in diesem Bild zu bleiben: Wir versuchen uns an der 11. Version – das ist der Spaß, es gibt keine Vorgabe, an die wir uns sklavisch halten müssen.
Wie siehst du die Entwicklung der Musikszene, KI generiertes wird auch hier immer mehr und echtes musikalisches Handwerk verliert an Stellenwert. Wie stehst du zu dem Thema KI in der Musik?
Das Handwerk hat schon lange vielerorts den Stellenwert verloren. Die Charts werden angeführt von Liedern mit 4 Akkorden, die das ganze Stück überbleiben, drüber säuselt irgendjemand und verändert hier und da ein bisschen die Melodie – aber der ganze Song bleibt gleich. Das dominiert aktuell die Musikwelt und das lässt sich natürlich künstlich hervorragend nachbauen. Wir haben die ersten Millionäre mit KI Musik, gerade wird diskutiert, ob KI generierte Musik eine Verpflichtung auf klaren Hinweis haben soll. Da ist der Zug natürlich längst abgefahren. Wahrscheinlich wird der Trend dieser easy Songs anhalten und in dem Bereich werden die Menschen mit der KI konkurrieren. Wir für uns machen uns da wenig Gedanken drüber, da die KI eines nicht kann: 4 Leute auf die Bühne stellen, die Dir live mit fetter Emo den Scheitel nachzeichnen…
Es erscheinen ja schon seit Jahren neue Alben wie am Fließband und fast jeder bringt irgendetwas auf den Markt, leider auch viele die eigentlich noch an sich arbeiten sollten. Glaubt du das dieser Overkill an Releases den etablierten und gestandenen Musikern schadet?
In der Tat wird der Markt unglaublich überschwemmt. Wenn wir sowas besprechen, rate ich Allen, sich nicht allzu sehr darum zu kümmern. Mach die besten Songs, die Du schreiben kannst, gib Dir Mühe, geh in Details und mach es so, dass Du es selbst kaufen würdest. Mehr kannst Du nicht machen. Ich glaube, authentisch und ehrlich sein sind Attribute, die – zumindest bei uns im Rockbereich – nie aus der Mode kommen werden, im Gegenteil – das ist unser Kodex!
Hast du jemals bereut den oft schwierigen Weg als Berufsmusiker zu gehen und warst du schonmal an dem Punkt dem Musik Business den Rücken zu kehren?
Ich habe bei übelsten Minus Temperaturen den Parkeinweiser gemacht, war Türsteher in ner Disse nebenher, hatte ne 15qm Bude ohne Dusche (das ging nur beim Nachbarn) … die Liste wäre noch weit füllbar… Wenn du das alles machst, nur weil Du den nächsten Song in Dir drin jagst, dann stellt sich die Frage nicht. Dem Business habe ich in der Tat den Rücken gekehrt – der Musik niemals!
Wenn du einen deiner Songs nennen müsstest, der für alles steht was dich ausmacht, dein Trademark Song sozusagen, welcher wäre das?
Wenn Du das in Bezug auf die Platte meinst, dann wäre das „Sea Of Life“. Das wäre so der virtuelle Saldo des Lebens bislang.
Wie schaut es mit Plänen für Livekonzerte aus? Eventuell eine Tour zum Album?
Der offizielle Release des Album ist der 31.07.26, dann müssen wir mal schauen, wie das ankommt. Die ersten Kritiken, die wir aus Frankreich und Spanien bekamen, war gigantisch, da sind wir sehr stolz drauf. Ein Redakteur aus den USA schrieb mich an und sagte: Endlich mal etwas, was eigen klingt und nicht wie die 10. Kopie der 10. Kopie von whatever. Sowas macht mich dann superglücklich. Ich werde dann versuchen, einige Festivals zu bekommen – auch schwer dieser Tage, da das eben auch ein Geschäft mit Schulterschluss einiger weniger Leute ist… Aber wir werden sehen. Wir wollen das Album auf jeden Fall auf die Bühne bringen.
Hast du noch etwas, was du den Musik-begeisterten und Fans deiner Musik mitteilen möchtest oder allgemein etwas was dir auf dem Herzen liegt?
Da kann ich für alle in der Band sprechen: Vielen Dank, dass Ihr unsere Sachen hört, weiterempfehlt und zu Konzerten kommt. Das wissen wir – gerade in den heutigen Zeiten – sehr zu schätzen und nehmen das nicht als selbstverständlich hin!













