Interview mit Wolf Hoffmann (Accept)

Nach dem großen Erfolg des Konzertes auf dem Wacken Festival 2017, bei dem Accept zusammen mit einem Symphonieorchester fusionierte, steht nun bei der Band eine komplette Tournee mit diesem Konzept an. Deutschlands Heavy Metal Band Nummer Eins verspricht einmalige Konzerterlebnisse. Zurzeit weilt Accept Gitarrist und Mastermind Wolf Hoffmann in seiner alten Heimatstadt Wuppertal, um die Proben für die kommende Tournee vorzubereiten. Trotz des engen Zeitplans fand Wolf die Zeit für ein Interview. Was er uns zu den kommenden Konzerten und Accept im Allgemeinen berichten konnte erfahrt ihr nun in unserem Gespräch mit ihm vom 25.02.2019.

Chris:
Hi Wolf, wann reifte die Idee nach dem erfolgreichen Wacken Auftritt dieses Konzept als Tournee zu planen?

Wolf:
Relativ sofort nach der Wacken Show sagte jeder, das war ja mal geil und das könnte man doch öfter machen. Ich habe dann direkt angefangen die Idee zu einer Tour in meinem Kopf zu entwickeln, man kann sich natürlich vorstellen es nicht so einfach ist mit einem kompletten Orchester unterwegs zu sein. Nachdem wir noch mit Accept auf Tour waren und alle Planungen abgeschlossen sind, ist es nun soweit und wir freuen uns sehr auf die kommenden Konzerte.

Chris:
Wo liegen die Schwierigkeiten bei einer Symbiose von Orchester und Rockband?

Wolf:
In der Ausführung, viele Bands haben ja schon mit Orchester gespielt. Meist spielen die Bands ganz normal und das Orchester spielt etwas im Hintergrund mit. Oft ist das Orchester kaum zu hören. Ich stelle mir das schon ein wenig anders vor. Das Orchester muss auch geile Melodien und Passagen spielen, die unsere Songs noch ergänzen. Das Geheimnis liegt dann in der Ausführung, wie man das ganze arrangiert und auf welcher Augenhöhe begegnet man dem Orchester. Es soll eine richtige Symbiose ergeben, wo sich Band und Orchester gegenseitig ergänzen. Das hat natürlich so seine Tücken.

Chris:
Welche Rolle spielt der Dirigent bei der Sache?

Wolf:
In diesem Fall keine so große. Die Hauptarbeit wird vorab erledigt und der Dirigent kommt dann mit seinem Orchester und führt das erarbeitete aus. Die eigentliche Arbeit und die Kunst bestehen darin die Partituren zu schreiben und zu arrangieren. Das macht in unserem Fall ein langjähriger Freund und Kollege aus Italien. Ich kann weder Noten schreiben noch umsetzen und bin eher der Kopf des Ganzen, derjenige der alles im Auge behält.

Chris:
Was können wir bezüglich Show und Setlist erwarten?

Wolf:
Eine 2 Stunden Show komplett mit Orchester. Es werden Stücke meines Solo Albums „Headbangers`s Symphony“ dabei sein, aber auch Songs von meinem ersten Solo Album, welche in Wacken gar nicht gespielt wurden. Dann natürlich Greatest Hits von Accept und neues überraschendes. Die Show wird sich stark von dem Wacken Auftritt unterscheiden, auch das Bühnenbild wird anders sein. Als besondere Überraschung haben wir eine Solo Violinistin dabei. Es handelt sich um eine Weltklasse Violinistin aus Indien, die das Ganze sehr bereichern wird. Das ist sehr vielversprechend und wird etwas ganz Besonderes. Die historische Stadthalle Wuppertal, in der das erste Konzert stattfinden wird, bietet ein besonderes Ambiente. Für mich ist das voll witzig, da die Stadthalle nur einen Steinwurf von meiner alten Schule entfernt liegt und ich 10 Jahre lang fast täglich an ihr vorbeiging. Wir hatten dort 1981 mit Accept ein legendäres Konzert, von dem die Leute heute noch reden und sich erinnern. Das war noch bevor die Halle restauriert wurde. Damals war sie eher etwas schäbig. Nun kommen wir nach all diesen Jahren dorthin zurück, um die Premiere für die Orchester Tour dort zu starten. Irgendwie schließt sich da ein Kreis.

Chris:
Was steht nach der Tournee bei Accept an? Wann ist mit einem neuen Album zu rechnen?

Wolf:
Es wird höchste Eisenbahn das wir uns einschließen und es ans Song Schreiben geht. Wir haben zwar schon erste Schritte unternommen, aber die Hauptarbeit liegt ab dem Sommer vor uns. Wir wollen wieder mit Produzent Andy Sneap zusammenarbeiten. Ich habe ihm schon angedroht ihm die Hand zu brechen, wenn er nicht aufhört bei Judas Priest Gitarre zu spielen, haha. Für ihn ist dort natürlich ein Traum in Erfüllung gegangen, aber ich habe mit ihm abgesprochen das er sobald Zeit ist zur Verfügung steht.


Pressefotos by Olga Poponina

Chris:
Für viele Fans kam der Ausstieg von Bassist Peter Baltes überraschend. Was kannst du uns dazu sagen?

Wolf:
Für mich kam das auch total überraschend. Das ist ein herber Verlust, an dem ich auch noch zu knabbern habe. Wir haben 40 Jahre zusammen Musik gemacht und nun meint er halt das er eine Veränderung in seinem Leben benötigt. Mir ist immer noch nicht klar was da eigentlich los ist. Ich bin sehr betroffen, aber ich weiß das es weitergeht. Der Zug rollt und ist nicht aufzuhalten. Es ist einfach Schade.

Chris:
Du hast bei Accept die Zügel fest in der Hand. Wie ist der Einfluss der anderen Bandmitglieder auf Konzept und Songwriting?

Wolf:
Wir verstehen uns alle gut und arbeiten gut zusammen. Was aber klar ist das ich das Urmitglied bin und die meisten Entscheidungen treffe. Es ist keine Frage das ich immer die treibende Kraft war und bin. Das ist nun mal so und es funktioniert.

Chris:
Wie siehst du die Zukunft des Heavy Metal. Viele der alten Helden kommen ja langsam in die Jahre und auch der Großteil der Fans ist ja auch schon älter. Verfolgst du zukünftige Strömungen und hörst du selbst auch schon mal in das Schaffen jüngerer Bands rein?

Wolf:
Es war schon immer so dass ich mich sehr wenig um das kümmere was rechts und links passiert. Ich habe den Blickwinkel immer auf unsere eigenen Sachen. Etwas wie ein Einsiedler. Natürlich bekomme ich mit, dass Kollegen aus der ersten Generation wie Judas Priest oder Deep Purple langsam in die Jahre kommen und das nicht mehr lange machen können. Wir sind zum Glück aus der zweiten Generation und haben bestimmt noch einige gute Jahre vor uns. Ich denke solange eine Band wie die Scorpions noch dabei ist haben wir bestimmt noch einiges vor uns. Mit dem alternden Publikum ist nicht überall so, in Deutschland kann das sein aber in Südamerika sind die Zuschauer zum großen Teil sehr jung.

Chris:
Du hast ja ein eigenes Gitarren Model der Firma Framus. Was steht denn in dieser Richtung so bei dir an und was kannst du zu eurem sonstigen Equipment sagen?

Wolf:
Ich bin mit meinem jetzigen Model total zufrieden, was ich davor noch nie mit einer Gitarre war. Wir tauschen uns in dieser Richtung nur über neue Farben und Kleinigkeiten aus. Ich möchte das Rad nicht mehr neu erfinden und bin zu 100% zufrieden. Die Gitarre ist genauso geworden wie ich es brauche und für mich perfekt. Das Signature Model erfreut sich allgemeiner Beliebtheit und auch viele Kollegen spielen es. Als Gitarrenverstärkung setzte ich nach wie vor auf Kemper Amps. Was das angeht bin ich total in deutscher Hand. Für mich bietet Kemper die Antwort auf sämtliche Fragen. Live spielen wir alle mit In Ear-Monitoring, außer unserem Sänger Marc. Der ist Oldschool und braucht seine fetten Monitoranlagen.

Chris:
Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Erfolg mit der kommenden Tournee.

20.04.19 Wuppertal-Stadthalle
21.04.19 Leipzig-Haus Auensee
22.04.19 Hamburg-Mehr!Theater
23.04.19 Fürth-Stadthalle
25.05.19 Saarbrücken-Congresshalle
27.05.19 München-Circus Krone


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