Interview mit Thomas Godoj

Bildnachweis: Julia Scheibeck

Dieser Tage ist Thomas Godoj mit seinem neuen und sehr gelungenen Album „Stoff“ (Review) am Start. Grund genug für ein neues Interview mit dem musikalisch immer härter agierenden Deutschrocker.

Hi Thomas. Gratulation zum neuen wirklich starken Album Stoff. Mir scheint, du wirst mit jedem Album musikalisch härter. Aus Deutschrock wird bei dir ja schon Deutschmetal. Wie kommt das?

Hey Danke! Das freut! Mit STOFF bin ich endgültig zu meinen musikalischen Wurzeln zurückgekehrt und die liegen eben in den härteren Gefilden. Ich mache einfach die Musik, die ich selber gerne höre und ich bin froh und stolz darauf, dass meine Leute diesen Weg mitgegangen sind und es genauso feiern!

Hast du eventuell manchmal Bedenken, das die Fans aus DSDS Zeiten deinen Weg nicht mehr mitgehen, weil ihnen die Musik vielleicht zu hart geworden ist?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe ja ziemlich guten Kontakt zu meinen Fans, zuletzt aus bekannten Gründen leider mehr durch Social Media als auf Tour, aber ich bekomme Feedback eigentlich immer schnell mit. Dadurch, dass meine Band und ich die Alben aus der Anfangszeit, die eher poplastIg waren, live immer schon härter arrangiert und gespielt haben und die Reaktionen darauf immer durchweg positiv waren, habe ich da keine Bedenken gehabt. Ich glaube auch, diese langen Jahre, die man bereits miteinander verbracht hat, schweißen irgendwie zusammen und selbst wenn für den ein oder anderen STOFF zu hart ist, gibt es gerade live ja immer auch eine Mischung aus alten und neuen Tracks zu hören.

Der Opener Song „Pulverfass“ ist ja ein richig fetter Metal Track. Wie kam es zu der Idee dazu und wie ist dieser Song und alle weiteren auf „Stoff“ entstanden? Was hat euch diesmal zu Musik und Texten inspiriert?

Ehrlich gesagt fiel mir das Wort „Pulverfass“ ein, als ich einen Audio-Demo von meinem Produzenten angehört hatte. Das blieb dann im Kopf hängen und wir haben uns im Dreierteam, bestehend aus René Lipps, Julia Scheibeck und mir, das wir diesmal in der Produktion waren, genau davon inspirieren lassen, musikalisch und textlich. Ansonsten liegen die Ideen zu Musik und Texten regelrecht auf der Straße – überall findet sich im täglichen Leben Inspiration und manchmal auch regelrechte Notwendigkeit einen Song über ein bestimmtes Thema zu machen.

Du positionierst dich in deinen Texten ja oft gegen rechte Tendenzen in der Gesellschat. Hast du diesbezüglich schon einmal Anfeindungen oder Hass Bekundungen erfahren müssen?

Klar, das bleibt nicht aus. Wenn man sich als jemand, der eine gewissen Reichweite hat, positioniert, kann man von Gegenwind einfach sicher ausgehen. Aber den lass ich einfach über mich hinweg ziehen, das macht mir nichts aus. Es können nicht alle meiner Meinung sein, das ist auch ok so – aber wenn ich durch meine Aussagen und Songs erreiche, dass sich diejenigen von mir abwenden, die nicht meine Grundwerte teilen, dann bin ich ehrlich gesagt froh drum. Bestimmte Dinge sind für mich einfach nicht zu trennen und dazu gehört, dass ich als Musiker mit meinen Themen in Songs auch ein großes Stück meiner Persönlichkeit und meiner Haltungen nach draußen tragen will. Ich als Mensch bin die Musik, die ich mache. Und ich will keine Musik machen, die so belanglos ist, dass sie nirgendwo anecken kann.

Durch die Corona Krise ist es ja mit Live Auftritten im Augenblick sehr schwierig? Was hast du dir überlegt, um die Fans bei Stange zu halten und die Situation zu kompensieren?

Ich versuche im Austausch mit ihnen zu bleiben via Social Media und auch Streaming Konzerte haben wir gespielt, für die wir Solidaritäts-Tickets verkauft haben. Das war auf Freiwilligkeit angelegt, aber unsere Leute sind einfach top und sehr wertschätzend und haben uns da nicht hängenlassen!

Ärgert es dich manchmal das es immer noch viele Leute gibt, die dich als ehemaligen DSDS Gewinner nicht ernst nehmen, obwohl du doch musikalisch und textlich so viel zu bieten hast?

Ich ärgere mich nicht, wenn das tatsächlich so sein sollte. Das ist 13 Jahre her, kommt mir fast wie ein halbes Leben vor. Wenn jemand von Vorurteilen einfach keinen Schritt zurücktreten will, sagt das ja mehr über denjenigen aus, als über mich und meine Musik. Ich kann nur jeden einladen, sich mal ein objektives Bild zu machen – aber ich bin ja niemandes Erzieher. Das muss jeder für sich selbst wissen und ich mache einfach weiter die Musik, die mir gefällt.

Vor deiner Zeit als Solo-Künstler warst du mit diversen Rockbands wie Cure of Souls, Fluxkompensator, Tonk! Oder WiNK unterwegs. Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Mitmusikern aus dieser Zeit und wie siehst du heute deine Anfänge in der Musik Szene?

Ja klar habe ich! Vor allem aus der WiNK Combo. Sebastan Netz, mein heutiger Bandkollege und Gitarrist war schon Teil der WiNK Formation. Meine musikalischen Anfänge waren eben Anfänge – aber richtungsweisende und für mich wichtige erste Schritte, die mich mit vielen weiteren Einflüssen in meinem Leben zu dem gemacht haben, der ich heute (nicht nur musikalisch) bin.

Hast du zum Abschluss noch ein paar berühmte letzte Worte oder irgendetwas was du den Lesern und Fans mitteilen möchtest?

Also ich hoffe ja schwer, dass es von mir noch lange keine „berühmten, letzten Worte“ geben wird! Ich hab noch sehr viel Bock und hoffentlich auch Zeit, ne ganze Menge mehr zu erzählen – mit meiner Musik!

Vielen Dank für das interview und viel Erfolg mit dem Album.

Danke dir!

https://www.thomasgodoj.de/


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Stoff
  • Audio-CD – Hörbuch
  • Sony Music/F.a.M.E. Recordings (Sony Music) (Herausgeber)

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