Der deutschen Songwriter/ Sänger und Gitarrist Tilo George Copperfield ist einer der fleißigsten Musiker der deutschen Rockszene. Ob Solo oder mit seiner Band „3 Dayz Whizkey“ weiß er stets auf Alben und in Livekonzerten zu überzeugen. Seine Musik bewegt sich in dem Umfeld von Bruce Springsteen oder John Mellencamp. Er verarbeitet Rock, Blues, Americana und erdigen Rock`n Roll in seinen Songs und schafft es dabei sehr eigenständig und international zu klingen. Am 8ten Februar erscheinen gleich zwei CD´s von ihm parallel. Zu einem sein neues Solo Album „Magnolia“ und dazu noch das neueste Werk seiner Stamm Band „3 Dayz Whizkey“ (siehe zu beiden die Reviews hier auf darkstars.de). Was uns T.G. Copperfield hierzu und darüber hinaus zu erzählen hatte lest ihr nun in unserem Interview.

Erzähl unseren Lesern doch mal wie für dich alles mit der Musik anfing und welches deine Einflüsse sind?

Das ging schon ganz früh los mit den Schallplatten meines Vaters. Gottseidank hatte er einen guten Geschmack und ich konnte schon in frühen Jahren viel Rolling Stones, Beatles, Cat Stevens, Byrds und Ähnliches hören. Zudem lief den ganzen Tag über das Radio. Damals Bayern 3. Das war der beste Sender früher. Mittlerweile hat sich das ja gewandelt. Aber somit sind meine frühesten Einflüsse einfach die zeitlosen Rockklassiker mit einem starken Rhythm & Blues Einschlag. Später kam dann sehr viel Blues und vor allem auch Metal dazu. Einige Alben von Tom Petty bis Metallica begleiten mich heute noch als treue Wegbegleiter.

Wie kam es dazu gleich zwei Platten gleichzeitig auf den Markt zu bringen und was kannst du uns zur Entstehung der Platten erzählen?

Die ersten Ideen für das 3 Dayz Album entstanden ja schon vor über zwei Jahren und ich habe mir eine Deadline gesetzt, das Ding Ende 2018 fertig zu bekommen. Ich habe das komplette Material noch mal komplett umgeworfen und gut die Hälfte der Songs in der zweiten Jahreshälfte 2018 geschrieben. Ich wollte, dass es qualitativ und vom Feeling her, die jetzige Bandsituation am besten trifft. Wir haben uns ja alle weiterentwickelt und das sollte man auch hören. Gleichzeitig habe ich aber auch immer weiter Songs für meine Soloplatte geschrieben und da meine Electric Band im Sommer verfügbar war um ins Studio zu gehen, habe ich die Gelegenheit gleich ergriffen und Magnolia aufgenommen. Es war also keineswegs der Masterplan, beide Alben gleichzeitig zu veröffentlichen. Sie wurden nur zufällig beide gleichzeitig fertig. Und ich möchte auch nicht ewig mit den Veröffentlichungen warten, weil ich ja auch wieder den Kopf frei haben möchte für zukünftige Projekte. Das fällt mir dann immer schwer, wenn eine Sache nicht ganz abgeschlossen ist. Der Aufnahmeprozess beider Platten war sehr ähnlich. Wir gaben uns minimal Zeit, die Sachen im Studio live einzuspielen. Maximal drei Takes war die Devise. Und im Schnitt haben wir das auch hinbekommen. „Back on the River“ war sogar ein First Take. Das hilft enorm, um das Feeling und die “Magic of the First Take” zu erhalten. Und es ist mir besonders wichtig, dass alles organisch klingt und genauso, wie beim Einspielen. Das erfordert sehr gute Vorbereitung und extrem gute Musiker, die einen sehr guten Sound haben.

Wie entscheidest du welche Songs du für „3 Dayz Whiskey“ oder für deine Solo Geschichten verwendest?

Das ist seltsamerweise von Anfang an klar für mich. 3 Dayz Whizkey ist eine Southern Bluesrock Band. Da ist das Feld auf jeden Fall abgesteckt und ich lasse nicht allzu viele andere Einflüsse zu. Wohingegen ich mich bei T.G. Copperfield ein wenig mehr austoben kann. Da kann es auch mal härter sein oder Pop mit einfließen. Und ich kann meine Soundvorstellung so umsetzen, wie ich es in meinem Kopf höre. Für Magnolia war mein Blueprint der warme Sound der frühen Siebziger. Das ist bei heutigen Platten eher selten der Fall, weil alles zu Tode komprimiert wird und wesentlich Höhenlastiger gemixt und gemastert wird. Ich will aber die Platte ganz gemütlich mit einem Bierchen in der Hand genießen und nicht überfordert werden von Drums, die mir zum Beispiel bei jeder Eins volle Kanne ins Gesicht schlagen. Das ist zwar manchmal auch ganz schön, macht für mich aber das Hören auf Dauer etwas anstrengend.


Bild: Ervin Novak

Woher nimmst du die Inspiration für dein Songwriting?

Die Inspiration für die beiden Veröffentlichungen kamen schon viel aus meiner eigenen Situation heraus oder aus Beobachtungen in meinem Umfeld. Sie sind also eher lebensnah, Working Class und nicht abgehoben und entrückt jeglicher Realität. Ich versuche aber trotzdem, die Geschichten so zu erzählen, dass Interpretationsspielraum bleibt und jeder für sich selbst entscheiden kann, welche Bedeutung er/sie wählt. Das ist es auch, was ich so sehr an meinen Lieblingssongs mag. Musikalisch gesehen stehe ich schon sehr auf Melodien und Gitarrenriffs. Die geben dann schon meist einen bestimmten Groove vor und da ich immer schon mit exzellenten Drummern gearbeitet habe, kam dabei immer was cooles raus.

Kannst du von der Musik leben oder was machst du sonst noch so? Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Ich habe tatsächlich noch einen ganz normalen 8 to 5 Job. Mein normaler Tagesablauf ist also: ziemlich früh aufstehen, meine Gitarre schnappen und üben, in meinem Job arbeiten und dann daheim weiter an meiner Musik arbeiten.

Wie stets mit Auftrittsmöglichkeiten für Live Konzerte? Ist es für Musiker heutzutage schwerer geworden auf sich aufmerksam zu machen?

In den großen Städten werden die Auftrittsmöglichkeiten immer geringer, weil Musikklubs immer öfter anderen Bauprojekten weichen müssen und es einfach finanziell schwierig ist für Clubbetreiber. Aber wenn man ernsthaft spielen möchte, dann gibt es schon Möglichkeiten. Es ist auf jeden Fall wesentlich einfacher geworden für Musiker, Tonträger zu vertreiben und an den Mann zu bringen. Den meisten Bands fehlt aus meiner Sicht aber auch oft der lange Atem.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus und was würdest du dir wünschen?

Ich möchte erstmal einfach so weitermachen. Musik produzieren, viele Konzerte spielen und Songs schreiben. Es reizt mich auch sehr stark, Kollaborationen mit anderen Künstlern einzugehen, wie ich das auch zum Beispiel mit Dan Lucas, Mathias Kellner und anderen in der Vergangenheit bereits gemacht habe. Ich wünsche mir, als Künstler weiter zu wachsen und Musik zu machen, die eine Bedeutung hat für viele Menschen. Amen

3 Dayz Whiskey / Pressefoto

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