Interview mit Rock`n´Rolf von Running Wild

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Interview mit Rock`n´Rolf von Running Wild

Mit „Blood on Blood“ erscheint Ende Oktober das langerwartete neue Album der deutschen Heavy Metal Urgesteine von RUNNING WILD. Grund genug für ein Interview mit Band Steuermann ROCK ´N`ROLF. Der bestens aufgelegte Sänger und Gitarrist der Band wusste so einiges zu berichten.

Wie kam es zu „Blood on Blood“

Es fing schon direkt nach dem letzten Album an mit den Ideen sammeln. Zwischendurch kamen einige Festivals wie Wacken und ne echt schwere Grippe, die mich etwas zurückwarf. Ein Leistenbruch machte mir auch noch zu schaffen. So richtig mit dem Songwriting ging es erst 2020 los. Zum Glück verschob sich dann noch der Abgabetermin für das Album um zwei Monate und wir hatten noch Zeit für wichtige Details.

Hast du das Songwritig komplett alleine durchgezogen oder hattest du Mitstreiter?

Unser Drummer Michael hat diesmal viel dazu beigetragen und hatte eine Menge gute Ideen. Die Songs an sich stehen, aber ich bin immer offen für alles. Den Bass habe ich diesmal selber eingespielt, weil ich den Basssound an den Gitarrensound anpasse und es so einfacher ist.

Wie würdest du die Running Wild der Anfänge mit den heutigen Running Wild vergleichen?

Das ist heute eine ganz andere Band als damals, nicht nur wegen der anderen Musiker. Auch ich bin nun doppelt so alt und habe einen ganz anderen Erfahrungsschatz. Das Songwriting ist heutzutage viel ausgereifter und ich schreibe ganz andere Texte als damals. Wenn ich mir heute die alten Texte durchlese, muss ich schon oft schmunzeln. Früher war alles viel schwieriger, wir waren ja auch Pioniere des deutschen Heavy Metals, abgesehen von den Scorpions oder Accept. Die hatten aber damals schon Major Deals. Wir haben uns alles erarbeitet. Es gab kaum Auftritts Möglichkeiten oder sowas wie eine Club Szene. Metal Magazine gabs erst später und man musste sich alles erkämpfen. Die Band wurde ja schon 1976 gegründet und da waren in Deutschland fast nur internationale Bands von Interesse. Bis 1983 waren wir komplette Amateure. Erst dann ging es richtig los mit einigen Sampler Beiträgen und einem Plattenvertrag.

Hast du noch Kontakt zu alten Weggefährten wie zum Beispiel Drummer Jörg Michael?

Den treffe ich schon noch ab und an zum Beispiel auf Wacken, aber ansonsten eher weniger. Preacher schaut schon mal ab und an vorbei, wenn man im Ruhrgebiet unterwegs ist.

Wie hast du die Gitarren auf dem neuen Album eingespielt. Old school mit Amps oder mit Plugin`s?

Ich habe den gleichen Amp wie auch live gespielt. Einen ENGL 670. Ich habe sogar mit Sender eingespielt, weil ich finde das es besser klingt bei meinem Set-up. Als Gitarren kamen natürlich meine Explorer`s zum Einsatz, allerdings auch schonmal eine Stratocaster. Ebenso kamen eine Flying V und eine Telecaster zum Einsatz.

Kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?

Ja, das war eine Kaufhaus Gitarre von Hertie für 100 DM. Die habe ich mit 11 Jahren gekauft. Danach kam eine Framus Les Paul Copy. Nachdem ich aus der Schule kam und meinen ersten Job hatte, kam dann eine Gibson Explorer ins Haus. Eine 1976er, die sollte damals 3200 DM kosten. Zum Glück hatte die einen kleinen Lackschaden am Hals, den konnte man aber kaum sehen und so bekam ich sie für 1600 DM. Das war damals immer noch eine Riesen Stange Geld und ich musste lange dafür arbeiten. Diese Gitarre habe ich natürlich noch, später kamen noch weitere Explorer`s dazu.

Wie siehst du die Entwicklung im Musikbusiness mit den ganzen Streaming Geschichten und sinkenden Plattenverkäufen. Belastet euch das als Band?

Wir haben zum Glück noch extrem hohe Verkäufe und auch eine Menge Downloadzahlen. Insofern trifft uns das nicht so sehr wie andere. Dazu kommen auch noch recht gute Absätze von Vinyl`s, welche ungefähr ein Viertel der Absätze ausmacht. Auch Box Sets sind sehr beliebt, diesmal haben wir sogar eine Musik Kassette darin enthalten. Das ist mittlerweile wieder ein Kult Sammel Objekt.

Warst du in deiner Jugend auch ein großer Plattensammler?

Klar, ich habe mit Singles angefangen. Diese ganzen Glam Rock Sachen wie T-Rex, Sweet, Suzie Quatro u.s.w. Danach ging es zum Hardrock. Meine erste LP war dann Piledriver von Status Quo. Immer noch ein Super Album. Schallplatten kosteten damals für einen Schüler wie mich ein Vermögen.

Was hörst du heutzutage gern. Hast du einen Draht zur aktuellen Metal Szene?

Eher weniger. Natürlich kenne ich viele der neuen Bands durch gemeinsame Festivals oder so. Am liebsten höre ich Classic Hardrock oder NWOBHM.

Wie schaut es mit Live Konzerten aus?

Wir werden einige Festivals spielen und Konzerte sind in Planung. Ist halt durch Corona noch alles recht schwierig.

Dann mal viel Erfolg mit dem Album und Danke für das Interview.

Vielen Dank und viel Spaß mit „Blood on Blood“

 

 


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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....

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