Interview mit Michael Ehré (Primal Fear, Gamma Ray, The Unity und Uli Jon Roth)

Einer der aktivsten Schlagzeuger der deutschen Heavy Metal Szene ist Michael Ehré. Er ist derzeit nicht nur Schlagzeuger bei Primal Fear, Gamma Ray, The Unity und Uli Jon Roth, sondern auch Gitarrist, Songwriter, Produzent und Schlagzeuglehrer. Mit Primal Fear und ihrem neuen Album Metal Commando legt er dieser Tage sein Debüt mit der Band vor. Grund genug für ein Interview

Chris: Hi Michael, bitte erzähl unseren Lesern doch mal wie alles mit der Musik für dich begann und welches deine Einflüsse sind?

Michael: Mit 10 Jahren habe ich angefangen. Damals zusammen mit meinem Onkel, der nur ein paar Jahre älter ist als ich. Er hat sich eine Gitarre gekauft und meinte dann, dass ich mir einen Bass kaufen solle. Ich aber wollte lieber Schlagzeug spielen…warum, weiß ich nicht mehr…schon so lange her. Ich bin mit Deep Purple, Whitesnake, Rainbow, Priest und AC/DC aufgewachsen. Meine Lieblingsdrummer waren seinerzeit Ian Paice, Tommy Lee und Tommy Aldridge, die ich allesamt natürlich immer noch sehr geil finde!

Chris: Wie schaffst du es bei mehreren Bands gleichzeitig zu agieren, ist das nicht terminlich oft schwierig?

Michael: Manchmal schon, aber im Großen und Ganzen ging es bislang. Es ist manchmal natürlich auch schon ziemlich anstrengend, aber ich werde mich nicht beschweren, schließlich war genau das immer mein Traum. Im letzten Sommer habe ich mehrere Festivals mit Primal Fear, Gamma Ray und The Unity gespielt. Auf einem Festival haben Primal Fear und Gamma Ray auf der gleichen Bühne nacheinander gespielt. Das war schon irgendwie cool, aber tagtäglich wäre das doch sehr anstrengend.

Chris: Wie bist du zu Primal Fear gestoßen und welchen Einfluss konntest du auf das neue Album nehmen?

Michael: Ich habe eine WhatsApp von Mat bekommen, in der er mich fragte, ob ich Interesse an Primal Fear hätte. Selbstverständlich hatte ich das, schließlich bin ich selber Fan der Band. Ich kenne Mat schon lange, also habe ich mich dementsprechend gefreut. Ich wurde dann zu einer Audition eingeladen, bei der wir 4 oder 5 Songs gespielt haben und hatte anschließend das konkrete Angebot einzusteigen.

Chris: Du spielst ja auch mit Uli Jon Roth, der grade live oft sehr spontan und intuitiv agiert. Ist es für dich dort schwieriger als bei Power Metal Bands, die oft nah an den Studioaufnahmen agieren?

Michael: Ja, gerade als ich 2005 in seine Band kam war die Herangehensweise an Musik von Uli neu für mich, was nicht heißt, dass es mir nicht gefallen hätte – ganz im Gegenteil: es war sehr erfrischend. Wir sind niemals in all den Jahren mit einer Setlist auf die Bühne gegangen. Es gibt viele Momente, bei denen wir improvisieren. Das bedeutet, dass man die Konzentration immer aufrecht halten muss. Ich habe unheimlich viel von Uli gelernt und nebenbei auch noch so viele weltberühmte Musiker kennengelernt und auch mit einigen zusammengespielt. Die größten und bekanntesten Musiker aus dem Rockbereich sind fast allesamt Fans von Uli.

Chris: Wie siehst du die augenblickliche Situation für Musiker in der Corona Krise? Das Primal Fear Album erscheint ja inmitten dieser schwierigen Zeit und an Live Konzerte ist grade auch nicht zu denken.

Michael: Die Gesamtsituation ist schlichtweg katastrophal, vor allem wenn man bedenkt, dass niemand sagen kann, wie lange es noch so bleibt. Das macht es noch frustrierender. Ich hoffe sehr, dass nicht allzu viele Musiker bzw. Künstler, Techniker, Veranstalter, Booker, Clubs, Busunternehmen usw. auf der Strecke bleiben.

Chris: Hattest du schonmal an ein Solo Album gedacht? Du bist ja neben dem Schlagzeug spielen auch noch Gitarrist, Songwriter, Produzent und kennst viele Leute in der Szene?

Michael: Naja, im Grunde genommen sollte das erste Album von Love.Might.Kill „Brace For Impact“ eigentlich so was wie ein Soloalbum werden damals. Allerdings war mir irgendwann während der Produktion klar, dass sich seinerzeit niemand für ein Soloalbum eines Drummers interessiert hätte. Mit den Arbeiten an diesem Album habe ich 2009 begonnen, da habe ich weder bei Primal Fear noch bei Gamma Ray gespielt. Momentan fehlt mir einfach die Zeit für ein Soloalbum, aber reizen würde mich das schon…wer weiß…

Chris: Der letzte Satz gehört dir. Hast du ein paar berühmte letzte Worte oder irgendetwas was du mal loswerden möchtest?

Michael: Ich möchte mich bei den Lesern für ihr Interesse bedanken! Bitte bleibt alle vernünftig und gesund, damit wir uns so schnell wie möglich wieder bei Konzerten treffen können!

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