Eine der derzeit angesagtesten Rockbands unseres Nachbarlandes Niederlande sind NAVARONE. Mit ihrem frischen Soundmix aus Hardrock/ Poprock und Grunge konnten sie bereits riesige Erfolge feiern. Nun steht Ende März mit „Salvo“ das lang erwartete vierte Album in den Startlöchern. Was uns Sänger Merijn van Haren alles zu dem Album und seiner Band NAVARONE berichten konnte nun in unserem Interview vom 22.03.2019.

Chris:
Hi Merijn, zuerst mal Gratulation zum gelungenen neuen Album. Was kannst du uns über die Entstehung von „Salvo“ und eurer Inspiration zu den Songs so alles erzählen?

Merijn:
Die Idee zu „Salvo“ entstand, als wir uns entschieden hatten, ein geradlinigeres Rockalbum zu machen. Auf früheren Platten, insbesondere bei „Oscillation“, hatten wir eine sehr große Auswahl an Stilen. Das ist etwas, das uns gefällt, aber seit der ersten Platte haben wir mit der Idee gespielt, eine Platte etwas mehr in einem Stil zu machen. Nur um zu sehen, ob wir es schaffen könnten. Und am Ende war das nicht ganz möglich, aber so nah dran wie wir nur konnten, haha. Derjenige Song, der sich am meisten vom Rest des Albums heraushebt, ist „Fire“. Es ist unser erstes wirkliches Klavierlied. Als wir uns also für die Richtung der Platte entschieden hatten, passten einige Songs und Ideen mehr als andere. Wir haben die passendsten zusammengestellt und mit Joost van de Broek, unserem Produzenten, zusammengearbeitet, um die Songs so weit wie möglich nach vorne zu bringen und Entscheidungen bezüglich des Sounds für die Platte zu treffen. Es ist wirklich eine Live-Platte. Auf 5 Songs sind die Vocals auch live, was ich wirklich cool finde! Dies war eine wirklich schöne Möglichkeit, die Live-Stimmung zu erfassen, wenn alle gleichzeitig spielen und singen. Viele der Texte haben mit dem Jetzt und Hier zu tun und bewusst zu Leben. Dies ist ein Thema, in das sich Roman und ich wirklich eingearbeitet haben, daher gibt es in vielen Texten kleine Hinweise dazu oder manchmal ist es eindeutig das Thema. Dies ist bei „Reset“ und „Waste“ der Fall. Bei „The Strong Survive“ geht es um das Überleben des einen Samenkorns, des es aus allen Millionen anderen geschafft hat. Und wie unsere Gesellschaft oft auf ego-starken Menschen basiert, aber sind diese „erfolgreichen“ Menschen wirklich am Ende lebendig und glücklich? Bei „Fire“ geht es um einen Drogensüchtigen, der versucht damit aufzuhören, der aber immer wieder in die Falle gerät, was für jede Art von Sucht gelten könnte. „Minds Eye“ ist eine kleine Reise für sich. „Another Way“ und „Sǿreal“ sprechen wieder über das Jetzt und die Klarheit des Denkens. „Who are you“ handelt von zwei Freunden, die sich gegenseitig die Schuld geben und nicht bereit sind, einander zuzuhören. Und zu guter Letzt ist der Song „Cerberus“ Hades Haustier gewidmet, der die Unterwelt bewacht. Ein furchterregender dreiköpfiger Hund mit einer Schwachstelle für Honigkuchen, haha!

Chris:
Wie ist die Band entstanden und was kannst du uns zu euren Anfängen verraten?

Merijn:
Kees und ich trafen uns im Alter von 16 Jahren und gründeten die Band. Es dauerte eine Weile, bis wir die richtigen Jungs gefunden hatten, aber am Ende fanden wir Bram, Robin und Roman, also wurde „Navarone“ vor etwa 10 Jahren geboren. Das erste Album war eine Sammlung von Songs, die in den ersten Jahren, in denen wir zusammen waren, geschrieben wurden. Vieles wurde live zusammen in einem Raum aufgenommen. Das zweite Album haben wir auf die gleiche Weise wie beim ersten geschrieben und aufgenommen. Wir hatten das Vergnügen, mit Vance Powell in Nashville zusammenzuarbeiten. Bei „Oscillation“ haben wir mit Joost van de Broek als unserem Produzenten zusammengearbeitet. Für dieses Album haben wir einen neuen Ansatz gewählt. Es ist eine klassisch produzierte Platte. Das Neue ist eine Art Kombination der ersten beiden und der dritten.
 
Chris:
Welches sind eure musikalischen Vorlieben und Vorbilder?

Merijn:
Für die Band im Allgemeinen Rock! So eine Art Led Zeppelin mit viel Dynamik. Laut, weich, hell, dunkel, schnell und langsam. Der Song an sich ist das Wichtigste. Die Einflüsse reichen von Led Zeppelin über Queen bis Pearl Jam über Radiohead bis hin zu Audioslave und viel dazwischen. Meine persönlichen großen Einflüsse sind die Beatles, Led Zeppelin, Jesus Christ Superstar (Filmversion), Queen, Aerosmith, Pearl Jam. Ich mag diese alten großen Acts wirklich, weil sie nicht gattungsspezifisch sind, sehr dynamisch sind, großartige Sänger haben und sehr heavy sein können, aber auch enorm eingängig sind. Weniger bekannte Dinge, die mich wirklich beeinflussen, sind Filmmusiken von James Horner, Thomas Newman und James Newton Howard, um nur einige zu nennen. Aber ich mag auch zeitgenössische Dinge wie Jamie Woon oder die neueste Platte von Nothing But Thieves.


Foto: Adam Glagla

Chris:
Wie ist es um die Rockszene in den Niederlanden derzeit bestellt und gibt es dort viele Auftrittsmöglichkeiten?

Merijn:
In Holland tendieren die Leute mehr zu Dance-Musik, holländischem Hip-Hop und Popmusik. Rock in den Niederlanden ist eigentlich sehr klein. Man könnte sagen, es ist eine Art Nischenmarkt, besonders wenn es nicht wirklich kommerziell ist. In den Niederlanden gibt es nur eine Handvoll Rockbands, die mit vielen Leuten gute Gigs spielen können. Zum Glück sind wir eine von ihnen! Es gibt viele schöne Orte und Festivals in den Niederlanden. Aber Holland ist natürlich klein, also haben wir schon überall dort gespielt, also ist es auch schön, neue Orte im Ausland zu sehen.

Chris:
Was machst du so außerhalb der Musik?

Merijn:
Nichts, bei mir dreht sich alles nur um die Musik,haha.

Chris:
Hast du irgendwelche Hobbys oder dinge die du magst?

Merijn:
Vor ein paar Monaten habe ich zusammen mit meiner Freundin einen Hund bekommen, das ist so eine Art neues Hobby, haha. Ich habe vor ein paar Jahren angefangen, Aufnahmen zu machen und zu mischen, es fing als Hobby an um Demos und Vorproduktionen für die Band zu machen. Vor einem Jahr habe ich meine erste Platte für eine andere Band aufgenommen und abgemischt, so dass es jetzt ernst wird mit dem produzieren. Hoffentlich wird es in Zukunft mehr sein als nur ein Hobby. Ich mag die Natur, die Berge und den Wald sehr, deshalb suche ich in den Ferien nach diesen Orten. Und ich lese Sachen von Leuten wie Eckhart Tolle, Sam Harris und schaue Popcasts von Joe Rogan und solche Sachen

Chris:
Kannst du von der Musik leben und wie siehst du das Musikbusiness in diesen für Musiker eher schwierigen Zeiten?

Merijn:
Ja, ich habe das Glück, von der Musik leben zu können. Leider ist es nicht nur von der Band. Das wäre schön, denn das würde alles sehr fokussiert machen. Andererseits ist die Vielfalt der Dinge, die ich jetzt erledigen kann, auch sehr inspirierend.
Das Musikgeschäft ist im Moment wirklich seltsam. Das Internet hat alles sehr komplex und groß gemacht. Es hat wirklich gute Seiten, aber auch fragwürdige Seiten. Das braucht Zeit, um seinen Weg zu finden, denke ich. Jetzt ist es wirklich in einer Übergangsphase, die vor allem für aufstrebende und kleinere Künstler schwer ist. Im Moment sieht es aus wie die Weltwirtschaft: Die kleinen werden kleiner und die großen nur größer.

Chris:
Was wünscht du dir für die Zukunft und wie sehen deine Pläne aus?

Merijn:
Ich möchte weiterhin selber Musik aufnehmen und produzieren, besser Klavier spielen und möglichst viele Leute mit der Musik erreichen und einfach eine gute Zeit haben.

Chris:
Noch ein paar letzte Worte an unsere Leser?

Merijn:
„Ein gutes Rezept für geistige Klarheit besteht darin, deine Gedanken zu packen und einfach auf“ Löschen „zu klicken.“ 


Foto: Adam Glagla

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