Das Album „La Muerta“ der deutschen Progressive (Hard) Rock Band „Subsignal“ war eines der Highlights des vergangenen Jahres. Mit diesem, ihren fünften Album ist es der Band um Sänger Arno Menses und Gitarrist Markus Steffen wieder gelungen ein weiteres Meisterwerk in der Schnittmenge Prog/ Rock/ AOR/ Metal zu erschaffen. Was uns Markus Steffen zum Stand der Dinge bei „Subsignal“ und seinen anderen Projekten erzählen konnte lest ihr nun in unserem Interview vom 25.03.2019.

Chris:
Hallo Markus, erzähl unseren Lesern doch mal etwas zu deinen Anfängen mit der Musik und dem Gitarrenspiel, deiner Zeit bei „Sieges Even“ und warum aus dieser Band dann „Subsignal“ hervorging?

Markus:
Ich habe mit 12 Jahren angefangen elektrische Gitarre zu spielen. Damals war ich hauptsächlich von Bands wie AC/DC, Iron Maiden oder Metallica beeindruckt. Aber ich habe mich recht bald auch für andere Musikstile begeistern können. Fusion und Klassik zum Beispiel. Allan Holdsworth war einer meiner großen Helden oder Alex Lifeson von Rush. Nach einiger Zeit kam dann auch die Konzertgitarre dazu – da habe ich angefangen, wie ein Irrer zu üben. Die englische Gitarrist Julian Bream war hier mein großes Vorbild. In dieser Zeit wurde auch ‚Sieges Even‘ gegründet. Wir wollten von Anfang an Musik machen, die anders war. Musik mit vielen Noten, Taktwechseln, langen Songs. Wir haben recht bald einen Plattenvertrag bekommen und Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger drei Alben veröffentlicht. Ich bin dann für einige Jahre ausgestiegen, habe mich mehr der Konzertgitarre gewidmet. Aber ca. 2000 kam es dann zur Reunion mit ‚Sieges Even‘. Das war dann auch die Zeit, in der ich Arno Menses kennengelernt habe, der dann der neue Sänger wurde. Mit ‚Sieges Even‘ haben wir dann noch zwei Studioalben gemacht: ‚The Art of Navigating by the Stars‘ und ‚Paramount‘. Nach dem Livealbum ‚Playgrounds‘ sind Arno und ich dann aber gemeinsam ausgestiegen, weil wir ständig Konflikte mit den anderen Bandmitgliedern hatten. Das war eigentlich die Geburtsstunde von ‚Subsignal‘. Mittlerweile existiert ‚Subsignal‘ 12 Jahre, und wir haben fünf Studioalben sowie ein Live-DVD in unserem Katalog.

Chris:
Was kannst du rückblickend zu „La Muerta“ sagen? Wie siehst du das Album heute und wie waren die Reaktion der Musikwelt darauf?

Markus:
So lange ist ‚La Muerta‘ ja noch nicht her. Und wir spielen einige Songs von dem Album momentan auf unserer Tournee, was natürlich sehr viel Spaß macht. Ich bin noch immer sehr stolz auf das Album. Der Sound ist sehr stark, sehr differenziert, man hört jedes Detail. Was die Melodien angeht ist es vielleicht unser bislang bestes Album geworden – aber wie gesagt: ich bin da eigentlich noch zu nah dran. Die Reaktionen seitens der Presse war sehr positiv und ich glaube man kann insgesamt sagen, dass ‚La Muerta‘ unser bislang erfolgreichstes Album geworden ist.

Chris:
Woher nehmt ihr Inspiration und Ideen für eure Songs?

Markus:
Das ist eine sehr schwere Frage. Und ich kann sie eigentlich gar nicht vernünftig beantworten. Es passiert einfach. Manchmal ist es eine Melodie, die in meinem Kopf hängt, manchmal kommt es beim Üben. Es ist nichts Geplantes. Meistens zumindest. Ich kann mich natürlich auch mit dem Anspruch ans Instrument setzen, jetzt etwas zu schreiben. Klar, das geht schon auch. Aber generell passiert es doch unerwartet.

Chris:
Probt ihr noch regelmäßig zusammen und wie seit ihr als Band aufgestellt?

Markus:
Wir proben eigentlich nur noch vor Tourneen. Wir wohnen ja alle recht weit voneinander entfernt, somit ist es anders gar nicht machbar. Arno lebt ja in der Nähe von Frankfurt, Dirk in Nordrhein-Westfalen, ich in München usw. Und ehrlich gesagt hat keiner von uns mehr richtig Lust darauf, zweimal in der Woche in einem stickigen Proberaum zu üben. Diese Zeiten sind lange vorbei. Die Songs schreiben ich und Arno ja auch jeder für sich, dann schickt man sich die Ideen via Dropbox und arbeitet alleine daran weiter.

Chris:
Wie schätzt du das Musikbusiness heutzutage ein, ist es schwerer geworden für Musiker und kannst du oder auch die anderen in der Band von der Musik leben?

Markus:
Das Musikbusiness war niemals einfach. Und es ist heute sicherlich auch nicht einfacher geworden. Man kann eigentlich nur überleben, wenn man permanent auf Tour ist. Schau dir an, wie viele Bands auch gerade im Moment wieder unterwegs sind. Für uns ist das nicht möglich, weil wir vielleicht schon zu alt sind und zu viele Verpflichtungen haben. Wir können nicht einfach einmal ein halbes Jahr auf Tour gehen. Ich lebe von der Musik, aber nicht von Subsignal. Der Hauptteil meines Geldes kommt vom Unterrichten. Ich bin in der glücklichen Position, dass mir das Spaß macht, aber ich habe Kollegen, die das als notwendiges Übel empfinden. Dirk, unser Drummer, spielt in mehreren Bands, gibt Workshops, unterrichtet, schreibt Bücher. Er ist Vollprofi und ständig unterwegs.


Foto: Patricia Verploegh Chasse

Chris:
Du bringt ja in Kürze ein Gitarrenlehrbuch unter deinem Namen auf dem Markt. Was kannst du darüber berichten.

Markus:
Das Buch heißt ‚Progressive Rock Guitar‘ und erscheint in Kürze beim renommierten AMA-Verlag. Wie der Titel schon sagt: es geht um die Gitarre im progressive Rock. Gerade im deutschsprachigen Raum gibt es zu dem Thema noch nicht allzu viel. Eigentlich hat mich Dirk Brand, unser Schlagzeuger darauf gebracht. Er hat auch den Kontakt zum AMA-Verlag hergestellt, in dem er auch schon einige Schlagzeug-Lehrbücher veröffentlicht hat. Ich habe versucht, einen Überblick über verschiedene Spieltechniken im Prog zu verschaffen. Das ist natürlich kaum machbar, weil der Prog ja so divers ist, es so viele Subgenres gibt. Der Schwerpunkt liegt auf der Art und Weise, wie ich die Rhythmusgitarre im Progressive Rock verstehe und spiele. Das Buch ist somit natürlich auch ganz stark von meiner eigenen Spielweise geprägt. Aber ich denke, dass man damit auch einen guten Einstieg in den Prog finden kann, in die oftmals verwendeten Akkorde, in die vertrackte Rhythmik, in die Art und Weise, wie man in diesem Genre Riffs entwickelt. Man findet Beispiele in Stil von Pink Floyd, Porcupine Tree, Rush, um nur einige Namen zu nennen. Eine CD liegt auch bei, man kann sich das Ganze also auch anhören. Ich habe über zwei Jahre daran gearbeitet und bin jetzt gespannt, wie das Buch aufgenommen wird.

Chris:
Wie sehen eure Pläne mit „Subsignal“ für die Zukunft aus? Wann wird mit einem neuen Album zu rechnen sein?

Markus:
Wir spielen jetzt erstmal die ‚La Muerta‘-Tour zu Ende. Im September spielen wir dann noch in den USA auf dem Prog Power Festival in Atlanta. Dann werden wir an die Planung für das nächste Album gehen. Ideen sind reichlich vorhanden. Das Songwriting hört ja im Grund niemals auf, zumindest bei mir….

Chris:
Hast du noch ein paar Dinge die du unseren Lesern gerne mitteilen möchtest?

Markus:
Vielen Dank an alle, die uns bisher auf unserem Weg begleitet und unterstützt haben. Vielleicht sehen wir uns auf der Tour!

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