Mit „Rebel Dayz“ haben die Vollblutrocker von NITROGODS dieser Tage ein saustarkes Album am Start, welches garantiert keinen Fan von MOTÖRHEAD artigen Hard Rock`n Roll kalt lassen wird. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Interview mit NITROGODS Gitarrist Henny Wolter, der ein alter Hase in der deutschen Metal Szene ist. Schon Ende der 80er Jahre konnte Henny mit seiner damaligen Band THUNDERHEAD große Erfolge feiern. Nach fünf Studio- und einem Livealbum trennten sich leider die Wege von THUNDERHEAD und er stieg bei PRIMAL FEAR ein. Er blieb dort allerdings nur zwei Jahre, und gründete nach seinem Ausstieg die deutschsprachige Band DONNERKOPF in der Henny den Gesang übernahm. Es blieb allerdings nur bei dem einen gleichnamigen Album „Donnerkopf“, welches 2005 veröffentlicht wurde. 2007 stieg Henny wieder bei PRIMAL FEAR ein. Aber dieses Gastspiel dauerte auch nur drei Jahre. 2011 gründete Henny dann mit seinem langjährigen Weggefährten Klaus Sperling und Sänger Oimel Larcher die Nitrogods. „Rebel Days“ ist das vierte, und meiner Meinung nach bislang beste Album der Band. Was uns Henny alles so zu berichten wusste lest ihr nun.

Chris:
Hi Henny, erstmal Glückwunsch zum neuen Album. Was kannst du uns zu der Entstehung und der Inspiration zu der Scheibe erzählen?

Henny:
Vielen Dank. Wir sind auch wirklich glücklich mit dem neuen Album. Es ist unserer Meinung nach am nahesten an unserem Live Sound. Etwas, was wir bisher so noch nicht geschafft hatten. Als wir letztes Jahr anfingen zu schreiben, haben wir uns für 3 Wochen in einem alten Schulhaus auf einer Hallig an der Nordsee eingemietet, um mal absolute Ruhe von Allem und Jedem zu haben. Da gab´s kein WLAN und auch sonst keinen Empfang. Das nächste Dorf war 20 km entfernt. Eine optimale Umgebung, um zu komponieren und auszuprobieren. Den Rest haben wir dann bei mir und Oimel und in einem Studio auf der schwäbischen Alb aufgenommen.

Chris:
Wie siehst du bislang deine Zeit mit den NITROGODS und wie sind die Reaktionen der Musikwelt auf euch?

Henny:
Wir haben in den 8 Jahren bisher ein recht gutes Standing erreicht. Dass die Nitrogods keinen Raketenstart erleben würden war uns allen eigentlich von Anfang an klar. Es war eher realistisch, dass wir durch permanentes Spielen eine Fangemeinde aufbauen könnten. Und diese Saat ist jetzt dabei, langsam aufzugehen. Der klassische Weg, mit 100ten von Club und Festival Gigs hat sich für uns letztlich bezahlt gemacht. Was die Reaktionen der Musikwelt betrifft, so werden wir eher vom Publikum als von den Mainstream Medien dieser Nische getragen. Auch das ist eine verlässlichere Bank als der große Hype.

Chris:
Ihr werdet ja oft mit MOTÖRHEAD verglichen, manche bezeichnen euch sogar als Kopie. Wie siehst du das? Nerven euch solche Vergleiche?

Henny:
Nein. Wir stehen auch offen dazu, dass wir alle Motörhead Fans der ersten Stunde sind. Das ist eine Gemeinsamkeit, die uns alle 3 verbindet. Ansonsten haben wir doch unterschiedliche Vorlieben beim Rock´n Roll. Aber die Liebe zu Motörhead vereint uns. Und ich könnte mir schlimmere Vergleiche vorstellen als den zu Motörhead.

Chris:
THUNDERHEAD waren ja damals eine große Nummer im deutschen Hardrock. Wie siehst du deine Zeit mit der Band damals und trauerst du dem Ganzen etwas nach?

Henny:
Thunderhead war vor allem eine großartige Live Band. Den wirklichen Break haben wir aber nie gehabt.
Es war immer wieder ein Anlaufen gegen Trends und das Business. Und letzten Endes auch gegen die eigenen Probleme, Drogen etc.. Als es 1996 vorbei war, waren wir alle eher erleichtert, weil keiner mehr Lust hatte, sich diesen täglichen Belastungen noch weiter auszusetzen. Das ist natürlich nur der menschliche Hintergrund. Musikalisch war Thunderhead sicher eine der besten Sachen, die wir gemacht haben.

Chris:
Was kannst du über deine Zeit bei PRIMAL FEAR berichten? Hast du noch Kontakt zu den Jungs?

Henny:
Primal Fear war ein völlig anderes Spiel als Thunderhead. Sie waren schon bekannt und in der Metal Szene auch eine feste Größe, als ich dort einstieg. Insofern war ich dort nicht wirklich jemand, der wichtige Entscheidungen treffen konnte. Wohl aber hatte ich die Freiheit, mich musikalisch einzubringen. Sowohl als Gitarrist, als auch als Songwriter. Dass das nicht für immer meine Bestimmung sein würde, wurde mir spätestens bei meinem 2ten Abgang dort klar. Der verlief auch nicht reibungslos. So dass ich bis heute keinen Kontakt mehr zu Primal Fear habe, außer wenn man sich mal auf Festivals über den Weg läuft und grüßt. Ich bin eher ein Bandtyp. Und brauche das Gefühl, meine eigenen Geschicke bestimmen zu können. Musikalisch sind aber auch hier einige echt gute Sachen entstanden, wenn ich z. B. an die „Nuclear Fire“ denke.

Chris:
Wie schätzt du das Musikbusiness heutzutage ein, ist es schwerer geworden für Musiker und kannst du oder auch die anderen in der Band von der Musik leben?

Henny:
Die Nitrogods sind grade so an der Schwelle davon leben zu können. Und 2 von uns arbeiten auch noch nebenher. Leichter geworden ist es glaub ich nicht. Es hat sich dahin gehend verändert, dass man heute für das wahrgenommen Werden in der Flut von Veröffentlichungen kämpft. Früher war es ziemlich schwierig, überhaupt einen ernst zu nehmenden Plattenvertrag zu bekommen. Das hatte allerdings eine Filterwirkung, so dass nicht gleich jeder Scheiß veröffentlicht wurde.

Chris:
Wie sehen deine weiteren Pläne aus? Hast du neben NITROGODS noch andere Spielwiesen, es gab ja zum Beispiel mal eine eigene Gitarrenlinie von dir?

Henny:
Ha. Ja, das stimmt. Das habe ich allerdings recht schnell aufgegeben. Das können andere besser als ich.
Ich werde mich weiterhin nur dem Musik machen widmen. Das kann ich und das macht mir auch am meisten Spaß. Was da so in der Pipeline ist, wird man sehen. Die Nitrogods sind das Thema um das sich mein Wirken dreht. Vielleicht mache ich auch mal was mit den Songs, die dort abgewählt wurden. Das müssten langsam genug für ein Solo Album sein. Hoffen wir mal, dass wir alle noch lange gesund und fit genug für dieses Tourleben bleiben.

Chris:
Hast du noch ein paar Dinge die du unseren Lesern gerne mitteilen möchtest?

Henny:
Ja, gerne. Dadurch, dass Liebhaber guter Live Musik zu den Konzerten kommen, und die Platten kaufen, können wir und die restlichen Bands unseres Genres existieren.
Darum geht mein Dank an diese Leute. Sie halten die Bands und die ganze Szene samt Clubs und Festivals am Leben. Wir werden es Euch danken mit dem größtmöglichen Einsatz.

Chris:
Vielen Dank und viel Erfolg mit der Platte und der Tour.

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