Ende Dezember kam mit „Memento Mori“ ein weiteres Knaller Album von FEUERSCHWANZ auf den Markt. Was es spannendes zu dem Release zu berichten gibt erfahrt ihr in unseren brand frischen und exklusiven Interview mit Hans Platz, dem Gitarristen der Band.

Hallo Hans, erstmal Glückwunsch zum sehr gelungenen neuen Album. Warum habt ihr euch dazu entschieden es noch Ende 2021 rauszubringen? Eigentlich ja eine ungewöhnliche Zeit für Releases und durch Corona ist das Touren ja auch erstmal wieder in weiter Ferne.

Danke! Als wir uns den Termin aussuchten, sah es noch ganz gut aus für unsere Tour im Januar/Februar. Die Tour wäre ja ursprünglich zu ‚Das Elfte Gebot‘ gewesen, und wurde schon von 21 auf 22 verschoben und wir mussten uns entscheiden, ob wir Memento Mori nach der verschobenen Tour heraus bringen, oder davor – wir haben uns für ‚davor‘ entschieden. Vor Weihnachten wäre wiederum extrem knapp gewesen was die ganze Produktionszeit angeht, deshalb haben wir den 30.12. genommen – passend zum Song ‚Ultima Nocte‘

 

Eure Videoclips werden immer aufwändiger und spektakulärer. Wie wichtig sind diese Clips für euch und kostet das nicht auch eine Menge Kohle?

Videos sind in Zeiten von Social Media und YouTube natürlich extrem wichtig. Alles wird immer visueller, und das macht natürlich vor Bands auch nicht halt. Die Leute wollen sich im wahrsten Sinne des Wortes auch ‚ein Bild‘ von der Musik machen, und gerade bei uns mit unseren Kostümen fallen einem da immer sofort 1000 Sachen ein, die man machen kann. Natürlich kosten Videos Geld, aber sie sind heutzutage extrem wichtig. Früher hat sich ein Video nur gelohnt, wenn es dann auch auf MTV oder VIVA lief – heutzutage ist jedes Musikvideo mit ein paar Clicks verfügbar. 2021 habe ich zusammen mit meinen beiden Bands FEUERSCHWANZ und THE DARK SIDE OF THE MOON ganze 9 Videos gedreht (wovon das letzte noch nicht veröffentlich wurde).

Welchen Einfluss hast du als Gitarrist der Band auf die Kompositionen, die Präsenz der E-Gitarre steigert sich meiner Meinung nach ja von Album zu Album.

Der Einfluss ist da schon groß, zum einen bringe ich selbst aktiv Songideen ein, die dann ganz oder in Teilen weiter verwendet werden (vom aktuellen Album z.B. Herz eines Drachen oder Rausch der Barbarei), zum anderen arbeite bekomme Demos, die ich dann weiter bearbeite und die Gitarre ausarbeite. Jeder Song bekommst nochmal meinen persönlichen Gitarren-Stempel. Aufgenommen werden die E-Gitarren komplett bei mir zu Hause, da habe ich ein schönes Setup.

In den verschiedenen Foren konnte ich lesen das einige eurer alten Fans mit der neuen musikalischen und auch textlichen Ausrichtung von Feuerschwanz nicht so ganz klar kommen und den groben Humor eurer Anfänge vermissen? Wie ernst nehmt ihr solche Kritiken und besprecht ihr das in der Band?

Ja, das wird zur Kenntnis genommen, aber zum einen sind es tatsächlich nicht viele Stimmen, zum anderen war früher nicht alles besser. Man ändert sich im Laufe der Zeit (auch der Fan/ Hörer!), und Stillstand bedeutet Rückschritt – man kann nicht immer den gleicher Kram weiter machen. Wem die alten Sachen besser gefallen, kann natürlich die alten Sachen weiter hören, die sind ja deswegen nicht plötzlich weg. Wir machen aber die Musik, auf die wir gerade Lust haben, und die hört sich momentan so an, wie sie sich anhört. Die Essenz von Feuerschwanz war immer ein positiver, lebensbejahender Ausblick aufs Leben, und das hat sich nicht geändert. Der Feuerschwanz Drache ist vielleicht etwas erwachsener gewordenen, in seinem Inneren behält er aber immer diese Einstellung.

Eure Erfolgskurve geht ja in den letzten Jahren steil nach oben, hättet ihr vor Jahren schon damit gerechnet das ihr mal zu Chartstürmer werdet?

Uns wurde zumindest prophezeit, dass wir es niemals ‚schaffen‘ werden, und immer eine kleine Nischenband bleiben – es macht auf jeden Fall Spaß, diese Leute zu widerlegen. Wirklich damit gerechnet haben wir früher damit aber natürlich nicht, so etwas lässt sich auch schwer planen als kleine Band.

Zu der limited Edition des Albums gibt es ja eine Bonus Disc mit verschiedenen Coversongs. Wie kam es zu der ja doch recht speziellen Auswahl dieser Songs?

Ganz unterschiedlich, teilweise sind das Wunschtitel einzelner Bandmitglieder, teilweise sind die Songs das Resultat aus bedeutungsschwangeren Hotelzimmer-runden zu später Stunde. Und manchmal ist dann die Idee so abstrus, dass man es einfach machen MUSS!

Zu dem Manowar Cover von „Warriors of the World” gibt es ja einige Gastbeiträge bekannter Musiker. Wie kam es dazu und warum habt ihr grade zu diesem Song ein sehr aufwendiges Video produziert, obwohl dieser gar nicht auf dem regulären Album vertreten ist.

Wenn wir eine Cover-CD als Bonus beilegen, dann machen wir natürlich auch ein Video dazu, damit die Leute mitbekommen, dass es da eine Cover CD gibt. Da wir für diesen Song so viele Gäste hatten, wollten wir dann auch ein tolles Video mit all den ‚Kriegern‘ machen. Das war dann am Ende noch eine echte logistische Meisterleistung, da Alea von Saltatio Mortis beim eigentlich Dreh im Krankenhaus war, aber am Ende hat alles noch geklappt.

Plant ihr schon die Bühnenshow für hoffentlich bald kommende Konzerte und was können eure Fans erwarten?

Natürlich! Die Tour wurde zwar verschoben, aber wir haben einige tolle Festivals im Sommer! Summer Breeze, WACKEN – beides zu später Stunde, da werden wir uns etwas ganz besonderes einfallen lassen!

Guitar Special Vol.24 mit Hans Platz (FEUERSCHWANZ)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here