Interview mit Alex Frey (DeVicious)

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Das Debüt Album „Never say Never” (siehe Review hier auf darkstars.de) der international besetzten Band „DeVicious“ war eines der AOR/ Melodic Hardrock Highlights des vergangenen Jahres. Nun steht für März 2019 das Nachfolgealbum “Reflections“ der in Karlsruhe ansässigen Band auf dem Plan. Was uns Bassist und Produzent Alex Frey zu Vergangenheit und Zukunft der Band berichten konnte folgt nun in unserem exklusiven Interview.

Chris:
Hallo Alex, bitte erzähl unseren Lesern doch mal wie alles mit „DeVicious“ anfing und wie dein musikalischer Werdegang bislang verlief?

Alex:
Mit Lars und Radivoj bin ich seit der Jugend befreundet. Im Sommer 2016 habe ich die Jungs zum Grillen eingeladen. Nach ein paar Bier habe ich aus Spaß gesagt: „Wir sind jetzt alle Mitte 40, wenn wir noch Rockstars werden wollen, dann müssen wir jetzt mal was machen.“ Alle waren von der Idee begeistert und dann ging alles sehr schnell. Am nächsten Tag habe ich sofort mit dem Songwriting begonnen. Kurz darauf ist Denis dazugestoßen und wir sind ins Studio um die Songs zu arrangieren und erste Demos aufzunehmen. Alles was wir dann noch brauchten war ein Weltklasse Sänger. Wir haben uns ca. 200 Demos angehört, hatten jedoch bei keinem Sänger das Gefühl, dass er so richtig zu uns passt. Wir waren eigentlich schon total frustriert, als plötzlich unser Gitarrist Radivoj in die Runde schmiss, dass der Mann seiner Cousine in Serbien Sänger ist. Er tippte einen YouTube-Link in den Studiocomputer und uns tönte „Mama“ von Toto entgegen. Uns ist das Herz stehengeblieben, genau so jemanden haben wir gesucht. Ein Sänger mit geiler Stimme der sich das Herz aus der Brust singt. Ich habe ihn gleich angerufen und er hat ohne einen Song zu hören sofort zugesagt. Am nächsten Tag ging er in Serbien ins Studio um dort unseren Song „Everything“ einzusingen. Ich werde das niemals vergessen als ich mir den Song das erst mal anhörte . Zoran legt gleich direkt im Intro mit einem melodischen Schrei los, dass ich sofort Gänsehaut bekommen habe und mir die Tränen in die Augen geschossen sind. Ich wusste, dass er gut ist, aber damit hatte ich echt nicht gerechnet. Was für ein Brett! Ich habe sofort Zoran angerufen und ihn in der Band willkommen geheißen. 5 Tage später stand er in Karlsruhe im Studio und hat „Never say Never“ in nur 3 Tagen eingesungen. Zu meinem Werdegang gibt es nicht viel zu sagen. Ich war immer mehr der Mann hinter den Kulissen, habe aber die ganze Zeit für andere Künstler Bass und Keyboards im Studio eingespielt oder Songs geschrieben.

Chris:
Wie waren die allgemeinen Reaktionen auf Eure Debüt CD, und die darauffolgenden Konzerte zur Platte?

Alex:
Die Reaktionen haben uns alle positiv überrascht. Wir hatten hervorragende Kritiken von Presse und Fans aus aller Welt. Wir hatten damit nicht wirklich gerechnet. Wir wollten eigentlich nur die Tür einen Spalt öffnen. Dass wir dermaßen den Fuß in die Tür bekommen haben, war für uns alle überwältigend. Als wir dann erfahren haben, dass wir die Top 20 der niederländische iTunes Rock Charts und in Deutschland die Top 100 der Amazon Rock Charts erreicht haben, war das alles wie in einem Film.
Die Konzerte waren einfach nur schön, dass ist unsere Belohnung für die harte Arbeit. Bei den Konzerten mit den Fans zu feiern ist einfach das Schönste, und wenn man dabei noch mit Bands wie Ammunition, Xtasy oder Hardline spielen darf, dann ist das Musikerleben perfekt.

Chris:
Wie siehst du im Nachhinein das Album und was können wir von der neuen Scheibe erwarten?

Alex:
Im Nachhinein betrachtet glaube ich, dass wir für eine neue Band schnell zueinander gefunden und uns tapfer geschlagen haben. „Never say Never“ war für ein Debüt mehr als OK und wir sind immer noch sehr stolz darauf. Und wir spielen die Songs live immer noch sehr, sehr gerne. Wir sind uns bis zum heutigen Tage einig was wir machen wollen. Wir streiten nicht, wir sind erwachsene Männer die wissen, dass jeder sein Ego etwas zurückschrauben muss um sich in den Dienst der Melodie zu stellen. Unser neues Album „Reflections“ klingt wesentlich reifer. Wir haben uns alle als Musiker und natürlich auch als Band weiterentwickelt. Die Leute dürfen sich auf jede Menge Melodien und eingängige Refrains freuen. Im Vergleich zum Debüt gibt es dieses mal mehr Abwechslung, mehr Energie, mehr Riffing, mehr Chorgesang und alles ist mit etwas mehr Eiern gespielt und produziert worden. Der Sound ist ziemlich wuchtig und punchy geworden. Wir sind zu 100% zufrieden.

Chris:
Wie schwer ist es heutzutage sich als Newcomer Band im Musikbusiness zu behaupten, kann man von der Musik leben oder was machst du sonst noch so?

Alex:
Interessant, dass Du diese Frage stellst. Der erste Teil der Frage wird in unserem neuen Song „Saturday Night“ beantwortet. Der Track ist ein Liebeslied an unsere Fans. In der ersten Strophe beschreibt Zoran wie hart es ist, sich als Newcomer zu behaupten.
Als Newcomer muss man wesentlich mehr arbeiten, damit die Leute im Dschungel der Neuveröffentlichungen von einer neuen Band Notiz nehmen. Im Endeffekt waren die 18 Monate Wartezeit aus oben genannten Gründen für uns die Chance sich permanent ins Gedächtnis zurückzurufen, da hängen dann allerdings 12-18 Stunden Arbeit am Tag mit dran, anders geht es nicht. Zoran ist professioneller Sänger am serbischen Staatstheater, Lars ist Profi-Drummer, er spielt viele Gigs im Jahr bei lokalen Projekten und unterrichtet, Radivoj ist Musiklehrer an einer Privatschule und ich schreibe und produziere für andere Künstler.

Pressefoto

Chris:
Wie entstehen in der Regel die Songs bei DeVicious? Was inspiriert euch, welche Themen liegen euch am Herzen?

Alex:
In der Regel bin ich der Hauptsongwriter. Bis auf 2 Songs habe ich auf „Reflections“ alle Titel geschrieben und getextet. Inspiration kommt durch das Leben. Die Fußball WM hat mich zum Beispiel motiviert eine etwas härtere Up-Tempo Nummer zu schreiben weil ich so sauer war. Glückliche wie fehlgeschlagene Beziehungen sind auch immer ein guter Ansporn. Besonders liegt mir am Herzen, dass die Leute selbständig denken sollen, sich immer nach vorne richten sollen. Einfach versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen. Den Tod meines Vaters habe ich zum Beispiel auf dem Vorgängeralbum auch für mich verarbeiten können, indem ich 2 Songs geschrieben habe.

Chris:
Welches sind deine musikalischen Einflüsse und Vorbilder und was sind deine aktuellen Faves?

Alex:
Ich könnte jetzt Kiss, Mötley Crüe, Whitesnake schreiben damit es sich gut liest, das wäre aber gelogen. Ich inspiriere mich durch meinen Antrieb und durch Dinge die um mich herum geschehen. Wenn ich Songs schreibe höre ich keine andere Musik. Ich versuche auch nicht irgendwas zu kopieren. Ich habe eigentlich auch keine Vorbilder, aber wenn ich jemanden nennen müsste, dann wäre es Erik Martensson, der einfach geiles Zeugs abliefert und unermüdlich arbeitet. Ich bin sehr froh ihn kennengelernt zu haben, er hat eine interessante Einstellung.

Chris:
Was erhoffst du dir für die Zukunft für DeVicious und gibt es noch etwas was unseren Lesern mitteilen möchtest?

Alex:
Ich wünsche mir sehr viele Live Konzerte sowie Festivals für uns und dass den Leuten unsere neue Scheibe gefällt. Es wäre auch schön wenn Kritiker sowie Fans uns attestieren würden, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben. Last but not least würde ich mir wünschen, dass wir noch viele Jahre in dieser Besetzung auf Tour sind, denn es ist das reinste Vergnügen mit den Jungs unterwegs zu sein.
Das neue Album kommt als CD und LP am 1. März in die Läden. Am gleichen Tag gehen wir 9 Tage auf Deutschlandtour mit unseren Freunden von Ammunition. Ich hoffe viele von Euch dort zu sehen, damit wir nach dem Konzert bei einem Bierchen noch quatschen können.

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