MAAMUUT beim Rock Hard Festival 2026: „Hier geht es noch um die Musik“

Mit ihrem Debütalbum „W.A.R.“ standen MAAMUUT beim Rock Hard Festival 2026 erstmals auf einer Festivalbühne dieser Größenordnung. Das Heavy-Rock-Trio aus Chemnitz trat am Festivalfreitag im Rahmen des neuen Bandwettbewerbs „New Kids In The Pott“ im Amphitheater Gelsenkirchen auf.

Einen Tag später trafen Yvi und Michael von Darkstars.de Gitarrist und Sänger Martin Fankhänel sowie Schlagzeuger Mike Pohle zum Gespräch. Bassist und zweiter Sänger André Weller war zu diesem Zeitpunkt bereits abgereist. Später kam auch Sebastian Opitz hinzu, der das Logo und das Cover des Debütalbums gestaltet hat.

Im Interview ging es um die Entstehung von MAAMUUT, die Arbeit an „W.A.R.“, die Unterstützung durch die Wacken Foundation, den Auftritt beim Rock Hard Festival und die Frage, wohin der Weg der Band als Nächstes führen soll.

Foto: Chris Strieder (Yvi, Martin, Michael und Mike @ Rock Hard Festival 2026)

Stellt euch zunächst einmal vor: Wer seid ihr und wie ist MAAMUUT entstanden?

Martin: Ich bin Martin, Gitarrist und Sänger der Band. Neben mir steht Mike.

Mike: Genau, ich bin Mike und spiele Schlagzeug. Unser lieber André, der Bassist und die zweite Stimme der Band, ist heute leider nicht mehr dabei. Er musste bereits abreisen.

Martin: Gefunden haben wir uns schon vor der Band. Wir sind bereits lange befreundet und haben dann 2022 beschlossen, gemeinsam eine Band zu gründen. Anschließend haben wir uns erst einmal für ein Jahr in den Proberaum eingeschlossen und Songs geschrieben. 2023 haben wir MAAMUUT schließlich offiziell auf die Welt gebracht.

Die Band ist also noch relativ jung.

Woher stammt der Name MAAMUUT?

Martin: Vor MAAMUUT hatte ich bereits eine andere Band namens The Lateriser. Mit der waren wir mehr als zehn Jahre in ganz Deutschland unterwegs und in der Bluesrock-Szene ziemlich erfolgreich. Als die Band auseinandergegangen ist, war da erst einmal ein Loch.

Irgendwann kam der Gedanke auf, dass wieder eine neue Band entstehen muss. Der Name MAAMUUT kam mir tatsächlich bei einem Besuch in einem Tier- oder Wildpark mit meiner Frau und den Kindern in den Sinn.

Ein Mammut ist etwas Erdiges und Großes. Genau das sollte auch die neue Band werden. Der Name gibt dieses Gefühl eigentlich schon vor.

Ihr seid ein Trio. Warum funktioniert MAAMUUT gerade in dieser Besetzung?

Martin: Einen Vierten hatten wir nicht.

Mike: Tatsächlich funktioniert ein Trio sehr gut. Wir ergänzen uns hervorragend, ohne dass zu viele Leute beteiligt sind. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang – mehr brauchen wir für unsere Musik nicht. Damit bringen wir das Ganze nach vorne.

Wie war die Studioarbeit an eurem Debütalbum „W.A.R.“?

Martin: Die Studioarbeit war insgesamt eine sehr entspannte Sache, weil wir keinen großen Zeitdruck hatten. Wir haben das Album im Studio meines Bruders aufgenommen. Dadurch hatten wir mehr Möglichkeiten und konnten uns die notwendige Zeit nehmen.

Meine Gitarrenaufnahmen konnte ich zum Teil von zu Hause aus machen. Am aufwendigsten waren eigentlich die Schlagzeugaufnahmen. Dafür mussten wir einen Raum buchen und Mike musste innerhalb eines bestimmten Zeitfensters seine Aufnahmen einspielen.

Es war eine schöne Zeit. Irgendwann war ich aber auch froh, als das Album endlich im Kasten war. Wirklich schlechte Momente gab es während der Produktion nicht – eigentlich nur schöne.

Die Wacken Foundation hat die Produktion des Albums unterstützt. Wie kam es dazu?

Martin: Bei der Wacken Foundation kann sich grundsätzlich jede Band über ein Formular auf der Website bewerben. Das haben wir gemacht.

Zwei oder drei Monate später kam plötzlich eine E-Mail. Darin wurde uns mitgeteilt, dass man uns mit einem bestimmten Betrag unterstützen möchte, weil man gut findet, was wir machen.

Das hat uns enorm geholfen. Vor allem konnten wir dadurch unseren großen Wunsch verwirklichen, das Album auch auf Vinyl zu veröffentlichen. Die Förderung hat das gesamte Projekt wirklich sehr unterstützt.

Wie läuft der Verkauf der Schallplatten im Vergleich zur CD?

Mike: Die Vinylversion läuft definitiv sehr gut. Heute gibt es auf der einen Seite die Menschen, die ihre Musik über Spotify und andere Streamingdienste hören. Auf der anderen Seite gibt es weiterhin die richtigen Sammler – und das sind unsere Vinyl-Liebhaber.

Wir haben eine normale schwarze Ausgabe und eine limitierte Coloured-Vinyl-Edition. Obwohl die limitierte Version teurer ist, geht sie weg wie warme Semmeln. Sie ist nummeriert, auf 100 Exemplare begrenzt und enthält einen von uns signierten Artprint.

Diese Fanbasis für Vinyl gibt es auf jeden Fall.

Martin: Ich selbst bin seit rund 20 Jahren großer Vinyl-Liebhaber und habe ungefähr 2.000 Schallplatten zu Hause. Deshalb war es für mich ein Traum, mit meiner neuen Band ein eigenes Album auf Vinyl herauszubringen.

Die Wacken Foundation hat uns dabei wirklich sehr geholfen.

„W.A.R.“ wird als Konzeptalbum beschrieben. Was verbindet die einzelnen Songs?

Mike: Wir haben auf dem Album eigentlich ziemlich viel von dem verarbeitet, was uns beschäftigt. Rund um die Figur Merkholm Hansen gibt es ein Konzept. Wer sich den gleichnamigen Song anhört, wird darin auch Verbindungen zu anderen Stücken des Albums entdecken.

Mit „W.A.R.“ wollten wir zeigen, was unserer Meinung nach in der Welt schiefläuft. Der Titel steht natürlich zunächst einmal für das englische Wort „War“, also Krieg.

Martin: Es ist aber definitiv kein Song für den Krieg, sondern ein Anti-Kriegs-Song.

Mike: Genau. Wir sind gegen Krieg in jeglicher Form. Die ausgeschriebene Bedeutung von W.A.R. lautet „Wicked American Reset“.

Martin: Da kann jeder selbst den Übersetzer bemühen und sich seine eigene Meinung dazu bilden. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, damit es nicht zu politisch wird.

Habt ihr einen persönlichen Lieblingstitel auf dem Album?

Mike: Eigentlich sind es mehrere. Mir gefällt aber besonders „Merkholm Hansen“, den wir auch beim Rock Hard Festival gespielt haben.

Der Titel ist mehr als acht Minuten lang und besitzt verschiedene Teile mit sehr unterschiedlicher Energie. Der Song baut sich immer weiter auf und ist fast wie ein kleines Theaterstück.

Außerdem singen wir ihn dreistimmig. Es ist bisher der einzige Song, bei dem der Refrain komplett dreistimmig ist. Den sollte man sich auf jeden Fall einmal anhören.

Gibt es bereits Ideen für ein zweites Album?

Martin: Ich schreibe bereits daran. Bei mir läuft von morgens bis abends Musik im Kopf und es entstehen ständig neue Ideen.

Ich arbeite auch schon an ersten Konzepten für das kommende Album. Trotzdem braucht das Ganze Zeit, damit es am Ende wirklich gut wird.

Foto: Michael Koschinski (MAAMUUT @ Rock Hard Festival 2026)

Wie habt ihr euren Auftritt beim Rock Hard Festival erlebt?

Martin: Wir können natürlich nur aus unserer eigenen Perspektive sprechen und nicht sagen, wie es die Zuschauer empfunden haben. Aber die Publikumsreaktionen haben uns schon das Gefühl gegeben, dass wir nicht ganz schlecht gewesen sein können.

Uns hat es riesigen Spaß gemacht. Da war unglaublich viel Energie. Ich hätte stundenlang weiterspielen können. Für uns war es einfach absolut großartig.

Mike: So eine halbe Stunde ist vorbei wie nichts. Man ist gerade erst auf der Bühne angekommen und muss sich schon wieder verabschieden.

Martin: Vielleicht bekommen wir irgendwann noch einmal die Gelegenheit, beim Rock Hard Festival zu spielen – dann hoffentlich mit einem etwas längeren Slot.

Wie groß war die Nervosität vor diesem Auftritt?

Mike: Die größte Aufregung war eigentlich schon am Tag vor dem Auftritt. Während der Fahrt hierher war ich völlig hibbelig und hatte schweißnasse Hände.

Am Tag des Auftritts haben wir dann gemerkt, wie gut und professionell hier alles organisiert ist. Wir hatten genügend Zeit, das Schlagzeug vorzubereiten. Anschließend wurde es auf die Bühne gerollt und unser Soundcheck war innerhalb von ungefähr zehn Minuten erledigt.

Da muss man der gesamten Crew und besonders den Technikern hinter der Bühne wirklich ein großes Lob aussprechen. Die machen einen extrem guten Job.

Martin: Die Crew hat uns viel von der Aufregung genommen. Wenn man merkt, dass technisch alles funktioniert und der Sound steht, kann es eigentlich nur noch losgehen.

Mike: Nach dem ersten Song ist die Nervosität dann sowieso verschwunden. Ab diesem Moment ist man einfach nur noch im Modus.

Was geht euch unmittelbar vor einem Auftritt durch den Kopf?

Martin: Bei mir sind es vor allem technische Dinge: Passt alles? Funktioniert der Verstärker? Kann irgendetwas ausfallen?

Viel mehr geht mir in diesem Moment eigentlich nicht durch den Kopf. Man muss den Auftritt einfach auf sich zukommen lassen.

Es war euer erster Besuch beim Rock Hard Festival. Was macht das Festival für euch besonders?

Martin: Für mich war schnell klar: Hier geht es noch um die Musik und nicht nur um die Show.

Das Festival möchte Bands präsentieren, bei denen die Musik wirklich im Mittelpunkt steht. Das ist zumindest meine persönliche Wahrnehmung.

Mike: Das kann ich genauso unterschreiben. Es ist unglaublich familiär. Bei einem riesigen Festival wie Wacken gibt es viele Bühnen und große Entfernungen. Hier ist alles überschaubar.

Dazu kommt diese großartige Kulisse. Wenn man von oben auf das Amphitheater und die Bühne schaut, ist das schon etwas Besonderes. Wir haben uns von der ersten Minute an wohlgefühlt.

Habt ihr außerhalb des Festivalgeländes schon etwas vom Ruhrgebiet gesehen?

Mike: Wir haben in Herne in einer schönen Pension übernachtet. Ehrlich gesagt bestand unser Eindruck vom Ruhrgebiet bisher hauptsächlich aus der Fahrt von der Pension zum Festival und wieder zurück.

Und natürlich aus der großen Brücke direkt außerhalb des Festivalgeländes – die ist schon ein kleines bauliches Highlight.

Martin: Ich war vorher noch nie hier, habe mich aber sofort sehr wohlgefühlt. Ich bin großer Thrash-Metal-Fan, besonders von Bands wie Destruction und Sodom. Mit dieser Musik verbinde ich das Ruhrgebiet natürlich sehr stark.

Außerdem mag ich den Dialekt. Irgendwie hatte ich sofort das Gefühl, schon einmal hier gewesen zu sein. Wir haben nur coole Leute getroffen.

Wir sind, denke ich, nicht das letzte Mal hier. Selbst wenn wir im nächsten Jahr nicht auf dem Festival spielen sollten, kommen wir wahrscheinlich einfach als Besucher wieder.

Wie unterscheidet sich die Rock- und Metal-Szene im Erzgebirge und in Chemnitz von dem, was ihr im Ruhrgebiet erlebt?

Martin: Ich habe den Eindruck, dass hier im Westen musikalisch noch etwas mehr möglich ist und insgesamt mehr passiert.

Die Metal-Szene bei uns ist ebenfalls sehr cool, darüber brauchen wir nicht zu reden. Hier gibt es aber vielleicht ein größeres und breiteres Publikum.

Leider ist diese alte Ost-West-Mentalität an manchen Stellen immer noch vorhanden. Für uns ist es deshalb ein echtes Privileg, hier im Westen spielen zu dürfen. Das klingt vielleicht etwas merkwürdig, ist für uns aber wirklich so.

In unserer Heimat ist die Bluesrock-Szene teilweise sogar größer als die Metal-Szene. Dort gibt es viele Bluesrock-Festivals, darunter auch größere Veranstaltungen. Im Metal-Bereich gibt es eher kleinere Festivals und Konzerte für kleinere Bands.

Mit wem würdet ihr gerne einmal gemeinsam einen Song aufnehmen oder auf der Bühne stehen?

Martin: Mit Zakk Wylde und Black Label Society.

Mike: Genau das hatte ich auch sofort auf der Zunge. Zakk Wylde und Black Label Society – absolut.

Martin, du hast schon vor MAAMUUT mit bekannten Musikern und Bands auf der Bühne gestanden. Wie kam es dazu?

Martin: Mit meiner früheren Band The Lateriser konnte ich unter anderem mit Ian Paice von Deep Purple zusammenarbeiten und gemeinsam auf einer Bühne stehen.

Zusätzlich spiele ich bei Monokel Kraftblues. Mit der Band haben wir vor zwei Jahren das Angebot bekommen, in Halle für ZZ Top zu eröffnen.

Das war natürlich grandios und meine erste Erfahrung vor einem wirklich großen Publikum. Dort waren ungefähr 10.000 Menschen. Das war fast noch einmal eine Nummer größer als unser Auftritt hier.

Ich habe dort auch Billy Gibbons getroffen. Er war ein sehr sympathischer und ruhiger Typ und hat mir meine Gitarre signiert.

Da war ich wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. So etwas vergisst man natürlich nicht.

Sebastian, du hast das Cover von „W.A.R.“, das Logo und Teile des Merchandise gestaltet. Stell Dich doch mal bitte kurz vor.

Sebastian: Mein Name ist Sebastian Opitz. Ich betreibe nebenbei ein Atelier. Die Jungs sind wegen des Bandlogos, der Schriftgestaltung, des Albumcovers und Teilen des Merchandise auf mich zugekommen.

Es macht mich natürlich stolz, heute ebenfalls hier dabei zu sein.

Bei meinen Arbeiten versuche ich vor allem, die Musik visuell widerzuspiegeln – also das, was man aus ihr heraushört. Musik kann im Kopf Bilder entstehen lassen. Genau diese Bilder versuche ich anschließend aufs Papier zu bringen.

Ich habe das nicht klassisch gelernt, sondern mir alles im Eigenstudium beigebracht. Normalerweise arbeite ich als Auftragskünstler in ganz anderen Bereichen. Das Album war tatsächlich mein erstes Projekt für eine Band.

Da ich früher selbst Musik gemacht habe und die Musik von MAAMUUT sehr gerne höre, war es für mich eine besondere Herausforderung und gleichzeitig ein echtes Herzensprojekt.

Wird Sebastian auch am zweiten Album beteiligt sein?

Martin: Von Sebastian kommen wir nicht mehr los – und er von uns auch nicht.

Wir arbeiten sowieso am liebsten mit Menschen zusammen, die uns nahestehen. Deshalb haben wir überhaupt kein Interesse daran, für das nächste Projekt jemand anderen zu suchen.

Sebastian: Ich wäre auf jeden Fall weiterhin erreichbar.

Was erhofft ihr euch vom Auftritt beim Rock Hard Festival?

Martin: Solch ein Auftritt kann ein Türöffner für viele Dinge sein. Das war auch der Grund, warum wir sofort zugesagt haben, als wir gefragt wurden, ob wir hier mitmachen möchten.

Wir haben bereits viele neue Menschen kennengelernt und Kontakte geknüpft. Natürlich hoffen wir, dass sich daraus weitere Auftritte und neue Möglichkeiten ergeben und dass die Band dadurch immer weiter wachsen kann.

Wir sind bei dem Wettbewerb für RADIO BOB! angetreten. Die Kontakte sind jetzt da und alles Weitere wird sich ergeben.

Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort – und jetzt schauen wir, was die Zukunft bringt.

Stellt euch vor, wir treffen uns 2029 beim Rock Hard Festival wieder. Worüber möchten wir dann mit euch sprechen?

Martin: Ich hoffe, dass wir bis dahin ein weiteres Album veröffentlicht haben und deutlich mehr Aufmerksamkeit gewinnen konnten.

Wir möchten größere Konzerte und mehr Festivals spielen. Vor allem hoffe ich, dass weiterhin von uns zu hören sein wird.

Mehr Festivals wären auf jeden Fall ein Traum. Nach diesem Auftritt wollen wir unbedingt mehr davon.

Wo können Interessierte „W.A.R.“ kaufen oder anhören?

Mike: Das Album gibt es in unserem Onlineshop auf maamuut.de. Dort findet man die limitierte Coloured-Vinyl-Edition, die normale schwarze Vinylversion und die CD. Außerdem gibt es einen digitalen Download.

Einige Exemplare der Special Edition sind ebenfalls noch verfügbar.

Natürlich kann man das Album auch über die bekannten Streamingdienste hören. Am schönsten ist es aber, wenn die Leute zu unseren Konzerten kommen und sich die Musik direkt dort holen.

Nach der Anspannung des Auftritts könnt ihr den Rest des Festivals nun als Besucher genießen. Auf wen freut ihr euch besonders?

Martin: Jetzt beginnt für uns der entspannte Teil.

Besonders freue ich mich auf Saxon, Mikkey Dee, Uli Jon Roth und Ronnie Romero. Das wird noch einmal ein grandioser Festivaltag.

Vielen Dank für das Gespräch.

Martin: Wir haben zu danken.

Bildnachweis Titelfoto: Offizielles MAAMUUT Bandfoto

MAAMUUT bei Spotify

Das ganze Gespräch findet Ihr hier bei Spotify in unserem Partner-Podcast Projekt Dunkelhausen.

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