WHITESNAKE / EUROPE – Rudolph-Weber -Arena Oberhausen 27.5.2022

Here they go again for the last time

Konzertbericht von Rüdiger König

Es wird das Geheimnis des Tourbookers bleiben ,warum ausgerechnet die 12 000 Zuschauer fassende Rudolph-Weber- Arena in Oberhausen gebucht wurde, den ca. 5000 anwesenden Fans wird es egal sein, sie feierten das Europe/Whitesnake Package im bestuhlten Auditorium ausgiebig. Schon bei den ersten Tönen des schwedischen Openers war klar, der Sound würde nicht zum Problem am heutigen Abend, druckvoll und brillant präsentierte sich die schon etwas despektierlich als Vorband gehandelten EUROPE. Die Skandinavier, deren Fananteil in der Arena nicht gering war, zogen das Publikum trotz des etwas stark abgespeckten Lichts direkt auf ihre Seite. Ohne ein aktuelles Album präsentieren zu können, verlegte sich Tempest und Co. auf die zahlreichen Klassiker ihrer Vereinsgeschichte. Screaming of Anger, Carrie, Sign of the times und das abschließende The Final Countdown erfüllten problemlos die Aufgabenstellung, den Boden für den wartenden Hauptact stimmungsmäßig zu bereiten. Nach kurzer Umbaupause , in der man sich in der Arena für sage und schreibe 12,50 € (!!) mit Currywurst/Pommes verköstigen konnte, eröffneten die mächtigen WHITESNAKE ihren Set mit „Bad Boys“.Lautstärke und Licht wurde der Hierarchie des heutigen Packages angepasst.Coverdale for the last time, wie würde der Shouter sich stimmlich schlagen, das war wohl die Frage des Abends und „überraschend gut“ die wohl richtige Antwort darauf. Der charismatische Sänger weiß um die Situation seines in aller Ehre gealterten Stimmorgans und weiß es zu händeln. David Coverdale macht , was er mit mittlerweile 70 Jahren noch kann und das macht er gut, der Rest wird auf die stimmgewaltigen Mitmusiker delegiert, denn letztendlich ist es egal, wer in einer Band gut singt.. Hier tut sich der famose Dino Jelusic (Animal Drive, Dirty Shirley, Michael Romero) mit seiner stimmlichen Bandbreite hervor. Seine frappierend an Coverdale angelegte Klangfarbe überrascht immer wieder. Die gut aufgelegte Gitarrenfraktion mit dem agilen Hoekstra und dem etwas introvertierteren Beach sowie der neuen Bassistin Tanya O’Callaghan übernehmen die restlichen Gesangsparts und durften , wie auch der erneut entfesselt auftrommelnde Tommy Aldrige , allesamt ein Solo zum Besten geben. Das Setup der weißen Schlange reiht die Highlights vergangener Tage aneinander, „Here I go again“, „Is this love“ und natürlich „Still in the Night“, alles ist am Start und wird vom fantastisch mitgehenden Publikum gefeiert, bis nach sehr knappen 80 Minuten der Schlussakkord verklingt. Das soll es gewesen sein für die nach Livekonzerte lechzenden Fanbase der 1978 gegründeten Hardrockinstitution WHITESNAKE. Ob dem wirklich so wird bleibt abzuwarten , die sich auf Abschiedstour befindlichen Rockbands nehmen es da nicht so genau.

Line-up Europe:
Joey Tempest: lead vocals, guitar
John Norum: Guitars, bgv
John Leven: bass
Ian Haugland: drums, bgv
Mic Michaeli: keys, bgv

Line-up Whitesnake:
David Coverdale: lead vocals
Reb Beach: electric guitar, bgv
Joel Hoekstra: electric guitar, bgv
Michele Lupi: keys, bgv
Dino Jelusić: keys, bgv
Tanya O’Callaghan: bass, bgv
Tommy Aldridge: drums

Setlist: Whitesnake

Bad Boys
Slide It In
Love Ain’t No Stranger
Hey You (You Make Me Rock)
Slow an‘ Easy
Ain’t No Love in the Heart of the City
Fool for Your Loving
Guitar and Keyboard Solos
Crying in the Rain
(with drum solo in the middle)
Is This Love
Give Me All Your Love
Here I Go Again
Still of the Night
Burn

Textbeitrag: Rüdiger König

Fotografie:

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....