W-Festival – Oostende 2022, 3.Tag/ 26.08.22

W-Festival – Oostende 2022

3.Tag: Jo Lemaire, Heather Nova, Stereo MC’s, The Proclaimers, Kid Creole and the Coconuts, Level 42, Jeanne Mas, Alphaville

 Am Freitag merkte man sofort, als man sich dem Gelände näherte, dass Wochenende war. Anders als am Tag zuvor, war am Einlass wieder eine lange Schlange zu sehen. Viele Besucher waren halt nur für das Wochenende angereist. Da die Security aber schon 2 Tage Übung hatte, verlief auch an diesem Tag alles reibungslos.

Tag 03 (26.08.2022)

Den Anfang machte an diesem Freitag die belgische Sängerin Jo Lemaire, die 1970 ihre Musikkarriere mit „Jo Lemaire + Flouze“ begann. Jo Lemaire legte dann auch als erstes mit einer sehr rockigen Nummer los, wurde aber im Laufe ihres Sets wieder etwas ruhiger. Leider kann ich euch keinen Songtitel nennen, da mir Jo Lemaire und ihre Werke bis zu diesem Zeitpunkt vollkommen unbekannt waren. Es war zwar nicht so ganz meine Musik, was mit Sicherheit auch teilweise an der französischen Sprache gelegen hat, aber die Zuschauer waren zufrieden und applaudierten heftig. Als zweiter Act des Tages kam Heather Nova auf die Bühne. Bei dieser Sängerin, die mittlerweile wieder in ihrem Geburtsort, den Bermudas lebt, passte an diesem Tag einfach alles perfekt zusammen. Vor dem Mikrofon stand ein großer Strauß heller Lilien. Heather, die immer noch ein wenig an ein junges Mädchen erinnerte, trug ein goldene Schlaghose und außer ihr war nur noch ein Cello zur Begleitung auf der Bühne. Und als ob sie meine Gedanken erraten konnte, nahm sie die Akustikgitarre und sang „Maybe an Angel“. Egal ob an der Gitarre oder später am Keyboard, Heather Nova brachte uns mit Songs wie „Rewild me“, „Fool for you“ oder der Coverversion von „like a Hurricane“ zum Träumen. Mit ihrem erst kürzlich neu erschienen Song „Fragile“ zeigte sie uns dann auch, dass wir in Zukunft noch Einiges von dieser zierlichen, blonden Frau mit der großen Stimme zu erwarten haben werden. Aufwachen hieß es danach, die englische Hip-Hop Band Stereo MC’s betraten die Bühne und legten mit „Fade Away“ sofort richtig los. Eigentlich ist Hip-Hop gar nicht so mein Fall, aber dieser Auftritt konnte mich aber wirklich überzeugen. Was da von der Bühne rüberkam, das war feinster Rap und Funk, stellenweise etwas Techno angehaucht. Da konnte keiner im Publikum still stehen bleiben. Die Zeiten, in denen man Album mit geringem Budget aufnehmen musste, sind mit Sicherheit längst vorbei. Heute sind ihre Shows, die überwiegend in kleineren Hallen oder auf Festivals stattfinden, regelmäßig ausverkauft. Sängerin Cath Coffey und Gründungsmitglied Rob B. ergänzten sich fantastisch. Es war schon wirklich beeindrückend, als die Zuschauer ohne Aufforderung nach dem Ende von „Connected“ weiter klatschen und do it again sangen. Ohne Frage war Stereo MC’s mit eines der High Lights dieses Tages. Weiter ging es mit den eineiigen Zwillingen Charlie und Craig Reid, die vor fast 40 Jahren das Duo The Proclaimers gründeten. Schon ihre zweite Singleauskopplung „Letter from Amerika“ wurde zu einem riesigen Erfolg. Der an diesem Tag genauso wenig fehlen durfte wie ihre Version des amerikanischen Folksongs „I’m gonna be 500 miles“. Natürlich haben die beiden Brüder noch viel mehr zu bieten. Mit weiteren Hits wie „I´m on my Way“ oder „Lets get Married“ brachten sie das Publikum zum Tanzen und Klatschen. Um 18:20 kam die mit Abstand beste Show dieses Tages auf die Bühne. Aber nicht nur für das Auge waren sie ein wahrer Genuss, auch musikalisch hatte Kid Creole and the Coconuts einiges in petto. August Darnell aka Kid Creole kam mit einem fantastischen, pinkfarbenen Anzug und einem dazu passenden weißen Hut, ganz im Stil der 20er auf die Bühne. Mit im Gepäck seine COCONUTS, 3 Backgroundsängerinnen/ Tänzerinnen im passendem Charlestonkleid. Darnells Idee war es bei der Gründung, eine Band aufzubauen, ganz nach dem Vorbild der Big Bands, bei der vor allem auch Revue- und Show-Elemente mit aufgenommen werden sollten. Mit Songs wie „BROADWAYRHYTHM“, „Stool Pigeon“ und natürlich mit „Annie I´m not Your Daddy“ versetzen sie das Festivalgelände in eine große Tanzfläche. Dieser karibische Rhythmus passte perfekt zu er Örtlichkeit und viele der Anwesenden hatten längst ihre Schuhe ausgezogen und tanzten barfuß im Sand. Was ist die Antwort auf alle Fragen? Per Anhalter durch die Galaxis gibt die Antwort: 42! So entstand der Name der nachfolgenden Band, später kam dann noch ein Level davor und geboren waren Level 42, der nächste große Name, der auf dem heutigen Programm stand. Die 1979 gegründete britische Band zeichnet sich besonders durch ihre stimmlich sehr unterschiedlichen Sänger Mark King und Nathan King aus, die zusätzlich gesanglich von Mike Lindup am Keybord unterstützt werden. Nach „to Be with you Again“ kam dann auch als 2ter Hit „Running in the Family“ spätestens jetzt feierte da Publikum. Es ist gar nicht so dumm einen Teil seiner Hits am Anfang zu spielen, um Stimmung zu schaffen. Natürlich durfte auch „Lessons in Love“ an diesem Abend nicht fehlen. Die ehemalige Spanierin JEANNE MARIE MAS betrat als nächstes die Bühne. Ehemalig darum, weil sie ihre Spanische Nationalität abgelegte und sich in Frankreich einbürgern lies. Ihren größten Erfolg hatte sie 1984 mit „Toute première fois“ , welcher gleichzeitig auch in Großbritanien in englischer Sprache veröffentlicht wurde. Zweimal brachte sie es mit Singleauskopplungen auf Platz Nummer 1 in Frankreich 1985 mit „Johnny, Johnny“ und 1986 mit „ En rouge et noir“. Ich hatte zwar noch nie etwas von ihr gehört, aber der französch sprechende Teil der Besucher feierte sie.  Leider habe ich euch von diesem Auftritt keine Fotos mitgebracht, da der Fotograben bei diesem Auftritt geschlossen war und auch sonstige Live-Fotos für uns nicht erlaubt waren. Der letzte Name sagte mir natürlich wieder etwas. Headliner an diesem Abend war die deutsche Pop-Band Alphaville. Aus dem 1981 in Münster gegründeten Künstlerkollektiv Nelson Community wurde 1982 das Pop-Trio Forever Young und erst 1983 bekam die Band ihren endgültigen Namen Aphaville. Ihre drei größten Hits „Big in Japan“, „Sounds like a Melodie“ und die Coverversion von „Forever Young“ wurden alle im Jahre 1984 veröffentlicht. Den Anfang an diesem Tag machte aber erst einmal „Jet Set“ ein Song, der ebenfalls aus dem Jahre 1984 stammt. Nach „Dance with me“ kam dann schon recht früh „Big in Japan“ aber wie oben schon einmal beschrieben, ist es manchmal recht gut die Leute durch die großen Hits frühzeitig anzuheizen. Und falls das beabsichtigt war, funktionierte es prima. Die Besucher vor der Bühne flippten aus. Bei den ersten Takten fing alles an im Rhythmus mitzuklatschen. Leider wurde das Lied in den letzten Jahren neu interpretiert und deshalb nicht mehr in der Originalversion gesungen, was vielen im Publikum das Mitsingen ein wenig erschwerte, jedoch nicht unmöglich machte. Auf jeden Fall gab es einen tobenden Applaus für Alphaville und die nun aufgekommene Stimmung hielt sich dann auch bis zum letzten Takt an diesem Abend. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war natürlich „Sounds like a Melody“ und „Forever Young“ die direkt nacheinander gespielt wurden. Leider wurden auch diese beiden Songs nicht mehr in der Originalversion gespielt, „Sounds like a Melody“ war vom Beat her so schnell, dass Bassistin Alexandra Merl nach vorne kam und anfing zu bangen. Nicht, dass sich der neue Stil schlecht angehört hätte, aber gerade auf so einem 80er Jahre Festival hatte ich mich auf die Originalversionen gefreut. Respekt besonders für die körperliche Leistung von Marian, der den ganzen Abend über die Bühne hüpfte. Dieser Mann legte so eine Energy an den Tag, als ob es kein Morgen

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....