Heute fing der Tag mit The Blow Monkeys an, leider waren noch nicht so viele Zuschauer anwesend, bzw die, die schon dort waren, orientierten sich erst einmal auf dem Gelände, was recht schade war, denn Songs wie „It Doesn’t Have to Be This Way“ sind es wert gehört zu werden. Zu Matt Bianco still zu stehen ist echt schwer, Hits wie „Get Out Of Your Lazy Bed“ oder „Half A Minute“ und das noch in Verbindung mit der Location, da musste man mitwippen. Von den Millionaire hatte ich persönlich vor dem Auftritt noch nichts gehört, die belgische Rock Band lässt sich musikalisch schwer in eine Schublade stecken, was auf der Bühne geboten wurde ging von klassischem Rock über Groove hin bis zu Punkelementen. Ein Publikumsteil feierte das, der andere wirkte noch etwas distanziert und unsicher. Nach Millionaire kamen dann wieder alte Bekannte auf die Bühne Buscemi vs Praga Khan. Das DJ Duo heizte der Menge mit Hilfe von THE PRODIGY und Co gewaltig ein. Natürlich durfte hierbei „Breakfast In Vegas“ nicht fehlen. Dann kam der Mann, auf den sicherlich sehr viele an diesem Tag gewartet hatten. Seit seinem Karrierebeginn bei der Boygroup Boyzone sind inzwischen einige Jahre vergangen, und was früher ein Teenieschwarm war, ist heute ein erwachsener charismatischer Mann geworden mit einer unheimlich sympathischen Ausstrahlung. Wie viele Frauen mag Ronan Keating wohl schon mit Hits wie „When Tomorrow Never Comes“ oder „When You Say Nothing At All“ zum Schwärmen gebracht haben? An diesem Tag waren auf jeden Fall sehr viele im Publikum deren Augen strahlten. Auf dem gleichen Level ging es mit Midge Ure weiter. Man muss ihn nur auf der Bühne sehen und merkt sofort, dieser Mann, der in seinem Leben bei so vielen erfolgreichen Bands und so vielen verschiedenen Musikrichtungen spielte, liebt die Musik innig. Aber nicht nur er hatte auf der Bühne 50 Minuten lang Spaß, auch das Publikum sang und feierte Midge Ure. Abschließend sollte ich noch erwähnen wie glücklich ich bin, an diesem Wochenende wenigstens eine wundervolle Version von „Fade To Grey“ gehört zu haben. NOVASTAR brachte das Publikum wieder ein wenig runter, trotz einer sehr schönen Stimme und tollen Liedern, kam nicht so richtige Begeisterung auf. Vielleicht bereitete man sich auch schon mit Nahrung und Getränken auf den nächsten Künstler vor. Auf Paul Young hatte ich mich wirklich gefreut. Ich hatte ihn noch nie live gesehen und es wäre besser gewesen, ich hätte es auch niemals getan. Ich möchte hier nicht näher auf diese Leistung eingehen, aber ich denke ich war nicht die Einzige, die an diesem Abend extrem enttäuscht wurde. Aber schnell war jeder Kummer vergessen, die nächsten Künstler kannte ich noch vom letzten W-Fest und ich war mir sehr sicher, dass ich zum Abschluss nicht enttäuscht werden sollte. The Human League präsentierten wie erwartet eine grandiose Bühnenshow. Die Kostüme, das Bühnenbild war wieder einmal der Hammer. Phil Oakey, Joanne Catherall und Susan Ann Sulley präsentierten in einer Stunde ihre Greatest Hits und sorgten somit dafür, dass an diesem Abend die Zuschauer doch noch glücklich und zufrieden mit einem Lächeln das Gelände verlassen konnten.
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Fotografie: Tatjana Krupka
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