Versengold – Lautes Gedenken Tour 2024
Ihren zwanzigsten Geburtstag feiern Versengold gerade mit einer großen Tour durch Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich durfte mir das Konzert in Bochum anschauen. Versengold gehört für mich zu den Bands, auf die ich immer richtig Bock habe, da ich schon im Voraus weiß, hier wird ordentlich gefeiert. Auch in Bochum sollte ich diesbezüglich nicht enttäuscht werden. Bevor jedoch die sechs Folk-Rocker die Bochumer Bühne rocken konnten, stand hier erst einmal ein für mich komplett unbekanntes Duo auf der Bühne. Reis against the Spülmachine, das sind zwei Jungs aus dem hohen Norden, die mit einer Akustik-Gitarre bewaffnet, wohl schon seit einigen Jahren das Publikum zum Lachen und Feiern animieren. Bekannte Songmelodien mit einem sinnfreien Text zu unterlegen und damit die Zuschauer zu begeistern, hört sich jetzt etwas flach an, ich kann euch allerdings nur raten, schaut es euch live an. Es ist großartig. Bochum hatten die Jungs sofort im Griff und das Publikum folgte jeder Anweisung, auch wenn es darum ging, den „Macarena“ zu tanzen. Nachdem die Vorband, den teilweise bestuhlten Saal in Bochum schon ordentlich in Stimmung gebracht hatte, war es nach einer kurzen Umbauphase dann Zeit für Versengold. Im Bochum hieß es an diesem Abend ausverkauft und während der Setlist, bestehend aus einer gut gemischten Liste von 20 Songs, verstand man auch schnell, warum jede Karte dieses Konzertes verkauft war. Auch wenn hier musikalisch ihr neues, im November letzten Jahres erschienenes Album „Lautes Gedenken“ auf dem Programm stand, so durften natürlich Gassenhauer wie „Der Tag, an dem die Götter sich betranken“ , „Verliebt in eine Insel“ oder gar „Thekenmädchen“ nicht fehlen. In einem halben Jahr schafft man es natürlich locker, die Texte der dreizehn neuen Songs zu lernen und so wurde im RuhrCongress von der ersten bis zur letzten Minute mitgesungen. Gemeinsam mit Bochum wurde dann auch lauthals bekundet, dass hier niemand nach „braunen Pfeifen“ tanzt. Wer Versengold Konzerte kennt, der weiß, hier ist nicht nur immer alles Lustig, sondern es geht auch oft besinnlich zu. Malte und Eike, die sich mittlerweile auf eine kleine Bühne mitten ins Publikum begeben hatten, erinnerten mitten in einem Meer aus Lichtern mit „Die letzte Runde“ auch an all diejenigen, die nicht mehr mit dabei sein dürfen. Versengold schaffen es mit ausgefeilten Melodien und Texten emotionale Momente zu schaffen, ohne jedoch dabei kitschig zu werden. Und gerade hat man noch mit der Taschenlampe in der Hand und dem Nachbarn im Arm zu einem langsamen Takt geschunkelt, da kommt schon der nächste Song, der voller Lebensfreude wieder zum Tanzen und Feiern animiert. Aber nicht nur musikalisch wurde im RuhrCongress eingeheizt, immer wieder gab es Feuer.- und Funkenfontänen sowie Rauchsäulen, der von der Bühne aufstieg. Konfetti und riesige blaue Bälle, die ins Publikum geworfen wurden. Und neben dem grünen Koboldhut wurde sogar eine Weihnachtsmütze aufgesetzt. Es war den ganzen Abend lang immer irgendwo was los und so wurde das Konzert nicht nur zum Ohren-, sondern auch zum Augenschmaus. Ein paar Konzerte kommen noch in Deutschland und wer noch überlegt, dem sei gesagt: KAUFEN UND HINGEHEN!
Fotografie: Tatjana Krupka
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