Uriah Heep – Celebrating 50 Years
Über 50 Jahre ist es nun schon her, dass die britische Hardrock Band Uriah Heep gegründet wurde. Da aber auch hier Corona dem eigentlichen Termin einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, folgt nun, halt ein wenig später, die Jubiläumstour. Die Lichtburg war an diesem Montag schon recht gut gefüllt und laut Ankündigung erwartete uns ein extra langes Konzert. Zwar ist von den Gründungsmitgliedern nur noch Gitarrist Mick Box übrig, aber schließlich war es ja die Bandgeschichte und die unzähligen Hits, die an diesem Abend gefeiert werden sollten. Kaum hatten die Besucher ihre Sitzplätze im Saal gefunden, wurden auch schon die ersten Selfies gemacht, natürlich im neuem Tour-Shirt und vor der Bühne. Um 20:00 Uhr war es dann so weit und der Abend begann erst einmal mit einer Reihe von Gratulationen. Etliche Musiker wie Judas Priest, Francis Rossi, Biff Byford, Alice Cooper, Midge Ure, Paul Stanley und noch viele mehr, überlieferten ihren Glückwunsch per Videobotschaft. Spätestens hier wurde nochmal deutlich, dass es sich bei dem Jubilar um eine der richtig großen Hardrock Bands des letzten Jahrhunderts handelt. Wie immer durften wir die ersten drei Songs fotografieren, allerdings entschuldige ich mich jetzt schon einmal bei dem Veranstalter und der Band, da einzig Bilder der ersten drei Songs, auf keinen Fall den Abend wiedergegeben hätten. Die Instrumente in Reihe aufgestellt, ein grauer Vorhang als Bühnenbild und wir starten mit „Circus“. Ohne Frage ein schönes Lied, aber in Verbindung mit dem Gesamtbild ein sehr ruhiger Anfang. Mit Songs wie „Free Me“, „Tales“ und „Confession“ ging es dann in diesem Tempo weiter. Ich will ja gar nicht sagen, dass es schlecht war, aber es war halt auch schon sehr spät. Umso mehr freute sich der Saal, als die ersten Takte von „Lady in Black“ zu hören waren. Auf einmal stand alles auf, klatschte und natürlich war Bernie Shaws Aufforderung an die Zuschauer: „Essen, sing für mich“ überflüssig, auch ohne, sang der ganze Saal den Text, stellenweise auch allein mit. „Now you are a Part of the Show“ertönte es dankend von der Bühne. Als nächstes ging das Licht an, mein erster Gedanke, OK, das war es jetzt? aber es folgte nur eine 15-minütige Pause. Nach der Pause nochmal ein kurzer Film. Fünf Minuten, in denen die Bandgeschichte der letzten 50 Jahre zusammenfasst, wurde. Oh mein Gott, was waren die alle jung. Bilder wurden gezeigt von überfüllten Konzerten und Festivalauftritten, aber auch ein Einblick hinter die Bühne wurde gewehrt. Für die meisten Zuschauer im Saal, zeigte dieser Zusammenschnitt auch ein Teil ihres Lebens. Ich glaube, da wurden einige Erinnerungen geweckt. Das Heep nicht umsonst als Hardrock-Band bezeichnet wird, dass zeigten sie schlagartig, nachdem die Lichter des Filmes ausgegangen waren. Kein schwarzer Vorhang mehr, sondern ein grelles Bühnenbild und eine fantastische Lichtshow unterstützen den zweiten Teil des Abends. Es war, als ob man die Band ausgewechselt hätte. Mit „Against the Odds“ wurde der Saal geweckt und während der nächsten 19 Songs gab es dann Metal vom feinsten. Ich sage extra Metal, denn stellenweise musste ich wirklich zugeben, auch Priest hätte es nicht besser machen können. Hier ein fettes Lob an die Stimme von Bernie Shaw, der auch die hohen Töne und von denen gab es einige, immer sauber rüberbringen konnte. Man hatte während des Konzertes das Gefühl, die Bandmitglieder werden mit jeder Minute jünger. Schlagzeuger Russell Gilbrook war stellenweise so in Ekstase, dass er beim Spielen mit dem ganzen Körper hochsprang, um mit voller Wucht die Drums zu treffen. Sowohl die Bass- als auch die Gitarrensolos machten einen Heidenspaß, nicht übertrieben lang, dafür aber mit Hingabe und Spaß gespielt. Und auch Bernie lief den ganzen Abend Luftgitarre spielend über die Bühne. Ich hoffe man mag mir verzeihen, dass ich mehr fotografiert habe, als ich eigentlich durfte, aber diese Bilder musste ich einfach festhalten.
Fotografie: Tatjana Krupka
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