Als ich an diesem gar nicht mal so warmen Donnerstagabend kurz vor 19:00 Uhr auf dem Parkplatz der Zeche Bochum ankam, stand da schon eine beachtliche Schlange, um auf Einlass zu warten. Entsprechend war die Zeche Bochum schon recht ordentlich gefüllt, als es pünktlich um 20:00 Uhr Zeit für MOON SHOT war, das Publikum in Bochum schon einmal ein wenig anzuheizen. Bei uns noch eher unbekannt, erobern die Jungs aus Helsinki schon seit einigen Jahren, die Rockbühnen Finnlands. Ihre Musik steckt an und begeistert, nicht zuletzt durch die extravagante Tanzeinlagen von Frontmann Ville Malja. Ich fand den Auftritt schon ein wenig punkig angehaucht. Nicht so sehr der musikalische Aspekt, die Songs waren guter Rock, sondern eher durch das, was sich auf der Bühne abspielte. Aussage wie „…wir sollten nur machen was wir wollen“…. „Revolution lives insight of you“… verbunden mit der Darbietung von Ville, erinnerten mich doch sehr an die Punkbands der 80er. Auf jeden Fall eine sehr interessante Band, der man es sofort abnimmt, wenn sie sagt, dass ihre Musik von Herzen kommt. In Bochum hat sie überzeugt und wurden mit einem fetten Applaus verabschiedet. Wer nun neugierig geworden ist, die Jungs starten bald ihre eigene Tour schaut mal auf ihrer Seite vorbei, es stehen auch einige Termine in Deutschland auf dem Programm. Nach einer kurzen Umbauphase war es dann an der Zeit, dass der Headliner des Abends die Bühne übernahm. THE NEW ROSES legten dann auch sofort mit Songs aus ihrem neusten Album los. Mit dem gleichnamigen Song „ Attracted To Danger „ wurde gleich am Anfang daran erinnert, unter welchem Motto diese Tour stand. Wer nun dachte, blöde Idee, man sollte mit etwas starten, dass die Fans kennen, der hatte weit gefehlt. Wie Sänger Timmy Rough selber so schön bemerkte, es ist schon echt geil, wenn man Songs aus seinem neusten Album spielt und ein großer Teil des Publikums schon textsicher ist und mitsingt. An diesem Abend konnten die Jungs aus Wiesbaden einmal mehr beweisen, dass die sich in den letzten Jahren mit Recht einen festen Platz in der internationalen Rockszene erspielt haben und das sie mit ihrem Song „Without a Trace“ (bekannt durch die Kultserie „Son Of Anarchy“) keinesfalls unter den Begriff One-Hit-Wonder fallen. THE NEW ROSES heizten dem Zechen-Publikum ordentlich ein und mit einer gelungenen Setlist, bestehend aus alten und neuen Songs brauchten die deutschen Hard-Rocker nicht lange um Bochum in ihren Bann zu ziehen. Neben einem Drum- und natürlich einem E-Gitarrensolo, wurde auch immer dieser die Akustikgitarre raus geholt, um Songs wie „ For a While“ zu performen. Mit seiner markanten, rauen Stimme und begleitet von vier tollen Musikern, konnte Timmy Rough an diesem Abend zeigen, dass man auch ohne das Klischee von Sex und Drugs den Rock´n Roll gut bedienen kann. Mit ihrer sympathischen Bodenständigkeit, eingängigen Melodien, Rock-Hymnen, die für eine Stadion-Tour geeignet sind und einer energiegeladenen Bühnenpräsenz, fällt es THE NEW ROSES leicht ihre Fans zu begeistern. Als dann nach „Thirsty“ die Lichter ausgingen, da fehlte noch der ein oder andere Song, der an diesem Abend unbedingt gehört werden wollte, so waren die Zuschauer auch sehr beharrlich und sicher, dass es noch eine Zugabe geben musste. Als dann der Spot auf der Bühne anging und nur mit seiner Akustikgitarre begleitet Timmy „Hold me Up“ performte, war das schon ein Gänsehautmoment. Mit „Down by the River“ ging dann ein wirklich geiles Konzert zu Ende. The New Roses ließen an diesem Abend keine Zweifel daran aufkommen, dass sie nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne absolute Meister ihres Fachs sind. Die Band legte in Bochum eine beeindruckende Show hin und ich freue mich schon auf das nächste Mal.
Fotografie: Tatjana Krupka
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