The Mission – Kulttempel Oberhausen 26.05.23

The Mission – Kulttempel Oberhausen

oder: Happy Birthday Mr. Hussey

Was für ein Wochenende. Alle Mission Fans im Pott, die dieses Pfingsten nicht nach Leipzig gefahren sind, hatten gleich 3x die Chance, ihre Lieblinge live zu erleben. Zu den zwei regulären Konzerten in der Zeche Bochum, gesellte sich dann noch ein drittes, sehr besonderes Konzert am Freitag im Kulttempel Oberhausen. Man wird nur einmal im Leben 65, das dachte sich wohl auch Wayne Hussey und wie sonst, wenn nicht mit einem Konzert, könnte man diesen Tag richtig feiern. Damit war das Zusatzkonzert am 26.05.2023 geboren. Für mich war es keine Frage, welches der Konzerte ich mir anschauen wollte, also ab nach Oberhausen. Als ich am Tempel ankam, habe ich erst gedacht ich träume, wo kamen all diese schwarzen Menschen her? Und noch viel wichtiger, wo wollten die alle hin. Der Kulttempel war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Da ich netter Weise erst einmal alle zahlenden Gäste vorlassen wollte, kam ich nicht mehr dazu, die Vorband zu sehen. Ich habe es versucht, aber es war kein Durchkommen. Da die Besucher aber alle in der Halle geblieben waren, denke ich mal, so schlecht konnte die Vorband nicht gewesen sein. Um 21:00Uhr kam dann das Geburtstagskind auf die Bühne. Die Pause hatte doch schon etwas länger gedauert und da niemand seinen erkämpften Platz im Tempel verlieren wollte, war auch nichts mit „mal die Füße vertreten“. Dann endlich ging das Licht aus und „Tadeusz“ erklang. Es war fast schon ein wenig wie beim Boxen, eine Hymne für seinen Einmarsch und der Applaus war diesem Auftritt angemessen. Bei den ersten Textstücken von „Beyond the Pale“ wurde es aber sofort ruhig im Publikum und jeder im Kulttempel hing für die nächsten 20 Songs an Waynes Lippen. Ich hatte schon letztes Jahr in Belgien festgestellt, dass Schwarz nicht mehr die absolute Lieblingsfarbe von Herrn Hussey ist. Auch an diesem Abend war sein Kleidungsstil eher lässig, mit Bluejeans und farbenfrohem Hemd. Ich persönlich finde das cool. Mit steigendem Alter merke ich immer mehr, dass es nicht die Farbe meiner Kleidung ist, die mich ausmacht. Aber wen interessiert schon, was wer anhat, Oberhausen wollten ihn singen hören und das, war dann auch ein Ohrenschmaus. Stimmlich war ich, wie auch schon bei den letzten Konzerten von ihm, absolut begeistert. Ich hatte auch schon andere Konzerte in den letzten Jahren erlebt. Der Applaus an diesem Abend zeigte mir dann auch, dass das Publikum in Oberhausen meine Meinung vollends teilte. Obwohl es so voll war, fand doch jeder die Möglichkeit zu tanzen. Bei The Mission kann man halt nicht stillstehen. Es war schon ein beeindruckendes Bild, wenn man oben im Kulttempel auf der Galerie stand und die sich parallel zueinander bewegende Menschenmenge sah. Aber nicht nur getanzt und applaudiert wurde an diesem Freitag. Bei so einer Setlist, da wird natürlich auch lauthals mitgesungen und das nicht nur nach Aufforderung von Wayne Hussey. Gesungen wurde vom Publikum auch noch etwas anderes, nämlich „Happy Birthday“ und das dann auch mehrmals. Einmal sogar vom Band, in seiner wohl bekanntesten Form, wobei auch hier Marilyn von den Besuchern unterstützt wurde. Ich hatte zwar keine Luftschlangen gesehen, aber Konfetti flog bei diesem Konzert doch so einiges durch die Luft. Es sollte schließlich noch, was im Tempel überbleiben, was noch lange an dieses Event erinnern würde. Auf der Setlist an diesem Abend gab es keinen wichtigen Song, der fehlte. Von „Severins“, „Like a Hurricane“, Butterfly on a Wheel“ oder „Wastland“, es war alle vertreten, womit The Mission in den letzte fast 40 Jahren Musikgeschichte geschrieben haben. Und als ob das reguläre Set nicht schon jeden glücklich gemacht hätte, gab es auch gleich nochmal drei Zugaben. Mit „Tower of Strengh“ und „You never walk alone“ verabschiedete sich Wayne Hussey dann für diesen Abend endgültig.

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....