The Cult /Support: Lys Morke – Carlswerk Victoria Köln – 04.08.24

Wenn man an Gothrock denkt, darf eine Band nicht fehlen, neben „Sister of Mercy“ oder „Fields of the Nephilim“ gehören auch THE CULT zu den Urgesteinen dieser Szene. Leider war es mir noch nie vergönnt, die Band live zu sehen und so war ich mächtig gespannt, als ich die Zusage für ihren Auftritt im Carlswerk Köln bekam. Auf Platte oder CD hab ich die Band in meiner Jugend geliebt, aber wie würde sich das Ganze live und im Jahre 2024 anhören. Das Carlswerk war auf jeden Fall an diesem Abend ausverkauft, anscheinend war nicht nur ich ein begeisterter Fan des Post-Punks der 80er Jahre. 40 Jahre ist es nun her, dass Ian Astbury und Gitarrist Billy Duffy den Namen The Cult in den Ring geworfen haben. Ach ja, für alle, die noch nie im Carlswerk in Köln waren, den sei gesagt, schaut vorher genau nach, wo das Gebäude liegt. Ich bin einige Minuten über das Gelände geirrt, bis mir die lange Menschenschlange den Weg zum Eingang gezeigt hat.. Bevor The Cult aber an diesem Abend zeigen durften, ob und was sie noch drauf haben, war erst einmal Lys Morke an der Reihe die Zuschauer warm zu machen. Meiner Meinung nach, passte das nicht so richtig zusammen. Der angekündigte Darkpop ging für mich etwas zu stark in Richtung Avantgarde. Sicher für Liebhaber dieser Richtung ein Genuss, ich habe mir aber doch lieber, mit einigen anderen Gästen draußen ein Getränk gegönnt..Um 20:00 Uhr war die Halle dann bis zum Anschlag gefüllt und man wartete auf das Erscheinen des Headliners, welcher sich dann doch einige Zeit ließ. Für mich, die mittlerweile FOH (also bei der Technik im hinterem Teil der Halle) Platz genommen hatte, sah es so aus, als ob erst einmal der Bühnenraum von schlechtem Karma gereinigt werden musste. Das Publikum in Köln schwankte beim Warten zwischen leichtem „Buh-Rufen“ und lauten Applaus, um die heiß ersehnten Musiker auf die Bühne zu bekommen. Nach 15 Minuten war es dann soweit und nachdem Wagners „Ritt der Walküren“ (natürlich als „Apocalypse Now”-Version) den Spannungsregler hochgeschoben hatte, wurde dann auch sofort mit einem fettem Gitarrenriff gestartet. Schon bei dem ersten Song des Abends „ In the Clouds“ wird schnell klar, The Cult muss sich live auf keinen Fall verstecken. Die Stimme von Ian Astbury, der mittlerweile auch die 62 Lenze auf dem Buckel hat, ist immer noch ein Garant für Gänsehaut. Schon als zweiter Song an diesem Abend erklingt „Rise“ und mir wird schnell bewusst, an diesem Abend gibt es keine Lückenfüller. 40 Jahre Bandgeschichte haben eine Menge Hits hervorgebracht und die 17 Songs an diesem Abend nehmen uns mit auf eine Zeitreise. Bei Songs wie „The Phoenix“ zeigt uns auch Billy immer wieder, wie sehr er sein Handwerk an der Gitarre noch beherrscht. Auch von dem Sound im Carlswerk bin ich angenehm überrascht. Industriehallen können ja auch mal sehr gerne recht enttäuschend sein. Dass die beiden Bandgründer noch Old Shool sein könne, also auch ohne Strom auskommen, beweisen sie uns mit der Akustikversion von „Edie“. Natürlich darf auch „Rain“ nicht fehlen und mit „Love Removal Maschine“ ist das reguläre Set dann beendet. Die Zugaben lassen aber nicht lange auf sich warten und nach „Brother Wolf, Sister Moon“ folgt dann auch zum Abschied „She Shells Sancturary“, also eine Setlist die sicherlich viele Wünsche erfüllt hat. Jetzt bleibt es zu hoffen, dass ich nicht so lange warten muss, bis ich THE CULT wieder live erleben darf.

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....