The BossHoss beendete am 04.September die Konzertreihe des Zeltfestivals Ruhr 2022.
Bevor die Berliner aber das große Sparkassenzelt rocken konnten, gab es erst einmal etwas Unzufriedenheit unter den Zuschauern. Für 19:00Uhr war das Konzert angekündigt gewesen, aber leider tat sich nichts auf der Bühne.. Die ersten leisen Rufe waren schon früh zu hören, aber als um 19:10 Uhr auf der Anzeigentafel zu lesen war, dass sich der Konzertbeginn auf 19:45 Uhr verschiebt, da ging ein lautes Pfeifen und Buhen durch das Zelt. Zum Glück waren aber alle an diesem Abend in Feierlaune und konnten nach anfänglichem Ärger, auch noch weitere 35 Minuten warten. Das hätte auch anders enden können. Von vielen Seiten aus dem Publikum hörte ich den Wunsch nach einer persönliche Ansage, in der kurz erklärt worden wäre, warum sich alles um 45Minuten verschiebt. Um 19:45 Uhr war es dann so weit und die Band mit ihren beiden Frontmännern Boss Burns (Alec Völkel) und Hoss Power (Sascha Vollmer) kam auf die Bühne, bereit die Halle zu rocken. Mit „Black is Beautiful“ ging es dann auch sofort mit Volldampf los und die Menge war von Anfang an aus dem Häuschen. Interaktionsprobleme mit dem Publikum, totales Fremdwort, hier war nach nur wenigen Minuten ein enges Band zwischen Bühne und Zuschauerraum geknüpft. Alec ist die geborene Rampensau, kaum auf der Bühne gibt er alles und post was das Zeug hält. Sascha gibt sich da eher ein wenig zurückhaltender, mit Cowboyhut und Akustikgitarre, auf deren Rücken übrigens ein fettes THANX steht, welches den Abend über, immer wieder eingesetzt wurde um dem Publikum zu danken, erinnert er doch eher an den klassischen Countrysänger wie man ihn sich vorstellt. Eines aber, haben beide gemeinsam an diesen Abend, musikalisch lieferten beide eine umwerfende Show ab. Fangen wir an mit dem Sportprogramm. Hände nach oben, wir schwenken von rechts nach links. „Hey Ya“ wird von der Bühne gesungen und „Hey Ya“ ertönt es als Antwort aus dem Publikum. Als die Band stoppt, hört natürlich auch das Publikum auf. „Haben wir Stopp gesagt?“ erklingt es von der Bühne. Und es geht weiter, mal mit und mal ohne Hände, singt das Publikum den ganzen Abend auf Kommando mit. „Scheiße ist das heiß bei euch“ lässt Alec die Zuschauer wissen. Damit hat er absolut recht, das Zelt brennt, was nicht nur an den immer wieder kehrenden Feuerfontänen im Bühnenbereich liegt. Mit altbekannten Songs wie „Do It“, „Little help“, „Hot in here“ und natürlich „Jolene“ feuern sie die Zuschauer an und bringen diese zum Hupfen, Klatschen und natürlich zum Tanzen. „Wir sind auf einem guten Weg, die Show von vor 6 Jahren hier zu toppen“ und „ Es ist alles nichts wert, wenn ihr nicht hier vorne steht“ schallt es von der Bühne. Die Stimmung erreicht dann den absoluten Höhepunkt, als Alec sich erst die Weste, dann das Feinripp auszieht und einen Weg ins Publikum sucht. Crowdsurfing ist nun angesagt und ich glaube, sicherlich fast jeder weibliche Besucher wünschte sich in diesem Moment Alec einen kleinen Abschnitt durch die Menge tragen zu können. Angekündigt wurde natürlich auch ihr neues Album mit der ersten Singleauskopplung „Dance the Boogie“, denke ich muss nicht erwähnen, wie gut das neue Stück beim Publikum ankam. Die Cowboytracht wird gegen ein mexikanisches Gewand getauscht und weiter geht es. Es ist ein Wahnsinn, was da auf der Bühne abgeht. André „Guss Brooks“ Neumann spielt das Basssolo auf dem liegenden Bass und wird dabei ganz in Cowboyart von Alec geritten. Als zum Schluss noch eine ganze Schar von Zuschauern zu den Klängen von „I was made for loving you“ (Kiss) auf die Bühne geholt wird um den letzten Titel „Word Up“ gemeinsam zu performen, tobt der Saal. Dieser Abend hatte sich auf jeden Fall gelohnt.
Fotografie: Tatjana Krupka
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