Fast zwei Jahre ist es her, dass ich Suzi Quatro das letzte Mal auf der Bühne gesehen habe. 2023 war ich begeistert, mal schauen, was 2025 brachte. Man kann wohl sicher behaupten, Suzi Q ist eine Rock-Ikone, die seit den 70er Jahren weit oben im Musikbusiness mitspielt. Damals gehörte sie, besonders in Europa, zu den erfolgreichsten Musikerinnen im Rockgeschäft. 61 Jahre spielt diese Frau ihren Bass, länger als ich auf dieser Welt bin, und diese Erfahrung spürt man auch bei jedem Griff. Immer noch treffen sowohl die Finger als auch ihre unverkennbare, dreckiger Stimme jeden Ton. Quatro, die in den letzten Jahrzehnten kaum an Energie verloren hat, bewies erneut ihre Liebe für den Rock ’n‘ Roll. 2,5 Stunden, incl. einer Pause, unterhielt uns Suzi mit ihrer musikalischen Lebensgeschichte. Ganz in Bluejeans gekleidet, beginnt sie den Abend als perfekter Kontrast zu Ihrer ganz in schwarz gekleideten Band. Nach der Pause erscheint sie zu Teil zwei ganz in schwarzem Leder. Im Hintergrund als großes Plakat das Coverbild ihrer Filmbiografie und ihrer „Greatest Hits“ CD. Suzi in den 70er, vor orangefarbenen Hintergrund. Was schon beim Gang auf die Bühne auffällt, ist die unglaubliche Energie, die die 75-jährige Musikerin verströmte. Wie nicht anders zu erwarten, heißt sie der Ruhrcongress mit einem heftigen Applaus willkommen. Was sittsam bestuhlt in Bochum anfängt, verändert sich schon in nach den ersten Songs in einen Tanzsaal. Die vorderen bestuhlten Reihen stehen eigentlich fast das ganze Konzert über, auch von der Tribüne kommen immer wieder Besucher nach vorne, um dort allein oder auch im Foxtrott vereint, zu der Musik zu tanzen. Suzi präsentiert hier nicht nur einfach eine Aneinanderreihung ihrer Hits, sondern nutzt auch die Gelegenheit, um ein wenig über ihrer Karriere zu plaudern. Wusstet ihr, dass sie 2016 den Ehrendoktor in Anerkennung ihrer Verdienste um die Musik in Cambridge erhielt? Zu jedem Song erzählt sie dessen Entstehungsgeschichte und versprüht dabei so viel Witz und Lebensfreude. Weit gefehlt, wer meint zu viel Gerede könnte ein Stimmungskiller für ein Konzert sein, der Ruhrcongress hing an ihren Lippen, egal ob sie sang oder erzählte. Es reihte sich ein Hit an den anderen. Beginnend mit „The wild One“ über „ Mamma´s Boy“, „Stumblin’ In“, „Can the Can“, „Shine a Light“, „48 Crash“, „She’s in Love With You“ und natürlich „If You Can’t Give Me Love“, hier nur eine kleine Auswahl der Setlist an diesem Abend. Songs, deren Texte sich in das Langzeitgedächtnis vieler Besucher für immer festgesetzt haben und dementsprechend nicht nur auf der Bühne gesungen wurden. Wenn es allerdings darum ging, Suzi bei den Songs als Solopart zu unterstützen, da genierte sich Bochum doch ein wenig. Hier ließ Suzi es sich dann auch nicht nehmen, ihre Meinung zu der Publikumsleistung mitzuteilen. Mit: „Das war Scheiße“ ermutigte sie den Saal es erneut zu versuchen und siehe da, beim zweiten Versuch klappte es dann auch ein wenig besser. Suzi erzählte uns, dass ihre Mutter sie einen Engel genannt hat, was Inspiration zu dem Song und dem gleichnamigen Album „The Devil in Me „war oder wie sie für ihren Vater „Can I Be Your Girl? „geschrieben hat. Als ihr Sohn zu ihr kam, mit der Idee eines gemeinsamen Songs zu schreiben, da war ihre erste Frage, ob er sein Zimmer aufgeräumt hatte. Nicht nur stimmlich gab es an diesem Abend nichts zu meckern, mit einem ausgiebigen Basssolo bewies sie uns, dass auch ihre Fingerfertigkeit an nichts eingebüßt hat. Natürlich steht bei Frau Quatro der Bass im Vordergrund, aber auch das Schlagzeug beherrscht sie und zu „Can I Be your Girl“ setzte sie sich ans Keyboard und bewies uns, welch eine Kraft immer noch in ihrer Stimme liegt. Es hatte schon etwa Bewegendes an sich, als sie zum Ende hin, in ihrem schwarzen Lederanzug vor dem Mikro stand, das weiße Handtuch um den Hals und uns erzählte, dass es Elvis war, der sie zum Rock´n Roll inspirierte. „Singing with Angels“, der Song, den Suzi zu Ehren des Kings geschrieben hatte, beendete dann auch diesen wunderbaren Abend. Wieder einmal hat Suzi Quatro mich begeistert. Suzi Quatro lebt ihren Rock ’n‘ Roll wie eh und je und hat mit diesem Konzert bewiesen, dass sie in der Musikszene auch mit 75 Jahren noch nicht ausgedient hat.
Fotografie: Tatjana Krupka
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