Rick Astley begeistert den Tanzbrunnen Köln – Ein Sommerabend voller Hits und guter Laune. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, ein bestens gefüllter Tanzbrunnen und ein Publikum, das von der ersten bis zur letzten Minute Lust auf Feiern hatte – die Voraussetzungen für einen unvergesslichen Konzertabend waren geschaffen. Dass daraus tatsächlich ein ganz besonderes Erlebnis wurde, dafür sorgte Rick Astley gemeinsam mit seiner hervorragend eingespielten Band. Den Auftakt des Abends übernahmen die Lightning Seeds. Die britische Band bewies einmal mehr, dass ihr Klassiker „Three Lions“ nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Gerade nach der aktuellen Fußball-WM hatte „Football’s Coming Home“ für die Band sicherlich eine besondere Bedeutung. Doch auch abseits ihres größten Hits überzeugte die Band mit einem starken Auftritt und brachte den Tanzbrunnen schon früh in Feierlaune. Der Applaus für die Vorband war beachtlich – doch als Rick Astley die Bühne betrat, verwandelte sich der Tanzbrunnen in ein einziges Jubelmeer. Unterstützt von einer erstklassigen Band, einem Backgroundsänger und zwei außergewöhnlichen Backgroundsängerinnen, die unter anderem bei „Where Is My Husband?“ ihr beeindruckendes stimmliches Können unter Beweis stellten, ließ Astley von Beginn an keinen Zweifel daran, warum er seit Jahrzehnten erfolgreich ist. Das Bühnenbild war bewusst schlicht gehalten. Die komplett in Weiß gekleideten Musiker hoben sich wirkungsvoll vom schwarzen Bühnenhintergrund ab und sorgten für einen eleganten, zeitlosen Look, der den Fokus ganz auf die Musik legte. Bevor der erste große Hit erklang, begrüßte Rick Astley das Publikum auf seine gewohnt humorvolle Art. Zunächst erklärte er, wo sich Toiletten und Bierwagen befänden – damit sei schließlich das zweitwichtigste des Abends geklärt. Den größten Hit, verriet er augenzwinkernd, werde er sich bis zum Schluss aufheben, weil sonst vermutlich alle nach Hause gehen würden. Nach dem Opener „Lights Out“ folgte jedoch direkt mit „Together Forever“ einer seiner größten Klassiker. Der Songtitel schien dabei Programm zu sein. Mehr als 35 Jahre nach seinem internationalen Durchbruch hält ihm seine Fangemeinde weiterhin die Treue – und an diesem Abend wurde deutlich, warum. Von der ersten Reihe bis in die hintersten Ecken wurde gesungen, getanzt und begeistert mitgeklatscht. Trotz der sommerlichen Hitze kannte die Stimmung nur eine Richtung: nach oben. Für mich persönlich war es das erste Rick-Astley-Konzert überhaupt. Seine Musik begleitet mich zwar bereits seit den 80er-Jahren, live hatte ich ihn jedoch bislang nie erlebt. Und eines wurde an diesem Abend schnell klar: Ich war vorher ein großer Fan – und bin es heute noch mehr. Seine Stimme klingt live nahezu identisch wie auf seinen Studioaufnahmen. Kraftvoll, klar und absolut beeindruckend. Spätestens bei Songs wie „She Wants to Dance with Me“, „Whenever You Need Somebody“ und „Take Me to Your Heart“ gab es vor der Bühne kein Halten mehr. Das Publikum sang jede Zeile mit und klatschte in perfektem Rhythmus. Beeindruckend war dabei vor allem, wie geschlossen mehrere tausend Menschen den Takt aufnahmen und den gesamten Tanzbrunnen in einen riesigen Chor verwandelten. Rick Astley präsentierte sich dabei ausgesprochen publikumsnah. Immer wieder suchte er den Kontakt zu den Fans, ließ in den ersten Reihen Getränke verteilen und scherzte, wenn er Betreiber des Tanzbrunnens wäre, würde er allen Besuchern etwas zu trinken spendieren. Etwas ruhiger wurde es bei „Hold Me in Your Arms“. Überall waren Paare zu sehen, die sich im Arm hielten und gemeinsam zur Musik schunkelten – einer der emotionalsten Momente des Abends. Zwischen den Songs erzählte Astley mit viel Charme Geschichten aus seinem Leben. Besonders amüsant war seine Erinnerung daran, dass ihm einst angeboten wurde, den Titelsong zum Film Pretty Woman zu singen. Er habe damals abgelehnt, weil er überzeugt gewesen sei, niemand werde sich den Film ansehen und Roy Orbisons Originalversion von „Pretty Woman“ sei ohnehin unschlagbar. Ein Irrtum, über den er heute selbst lachen kann. Dass ihm der Song hervorragend steht, bewies er anschließend eindrucksvoll. Eine weitere Anekdote drehte sich um seinen ursprünglichen Berufswunsch: Schlagzeuger. Tatsächlich begann Rick Astley seine Karriere hinter dem Drumset, bevor er schließlich Sänger wurde – zum Glück für seine Fans. Seiner Leidenschaft für das Schlagzeug geht er bis heute nach. Auch in Köln setzte er sich ans Drumkit und sorgte mit einer energiegeladenen Version von „Highway to Hell“ für einen der überraschendsten Momente des Abends. Doch der eigentliche Höhepunkt sollte erst noch folgen. Als schließlich die ersten Takte von „Never Gonna Give You Up“ erklangen, kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Hatte Astley den Song zuvor bereits kurz angeteasert und damit erste Begeisterungsstürme ausgelöst, explodierte die Stimmung nun endgültig. Besonders die zahlreichen weiblichen Fans sangen jede Zeile lautstark mit und verwandelten den Tanzbrunnen in eine riesige Open-Air-Party. Nach rund eineinhalb Stunden verabschiedete sich Rick Astley von seinem Publikum. Doch an Aufbruch war zunächst nicht zu denken. Minutenlang klatschten die Zuschauer den Rhythmus von „Never Gonna Give You Up“ weiter und wollten den Abend einfach nicht enden lassen. Während des Konzerts hatten sich bereits dunkle Wolken über Köln zusammengezogen und vereinzelt waren erste Regentropfen gefallen. Doch erst als der letzte Ton verklungen war, öffnete der Himmel seine Schleusen. Fast schien es, als hätte selbst der Wettergott gewartet, bis Rick Astley seinen größten Hit beendet hatte. Fazit: Rick Astley hat auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Ausstrahlung und stimmlichen Qualität verloren. Gemeinsam mit einer exzellenten Band bot er nicht nur ein Konzert voller Welthits, sondern vor allem einen Abend voller Herzlichkeit, Humor und echter Spielfreude. Jede Schweißperle bei sommerlichen Temperaturen war diesen Abend wert. Wer Rick Astley bislang noch nicht live erlebt hat, sollte die nächste Gelegenheit unbedingt nutzen.
Fotografie: Tatjana Krupka
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