Oomph 2,0 – European Tour 2023
Es gibt recht wenig Konzerte, über die ich so viel nachgedacht habe, wie bei diesem. Ich kann wohl sagen, ich bin so etwas wie ein Oomph – Fan der ersten Stünde und es gibt wohl keine Band die ich so oft (gewollt) live gesehen habe. Natürlich war zwischen „Der neue Gott“ und „Tausend Mann“ nicht alles gut, aber Oomph hatten immer so einen unverwechselbaren Klang. Mit Texten, die nicht nur zur Unterhaltung, sondern zum Nachdenken anregen sollen, einem fetten Sound und der einzigartigen Stimme von Dero hatten sich Oomph in den letzten 30 Jahren eine treue Fangemeinde aufgebaut. Diese zu überzeugen, ist nun die schwere Aufgabe von Daniel SCHULZ. Das Album „Richter und Henker“ bekam schon mal recht gute Kritiken, aber wie sieht das Ganze live aus. Mit einer wahnsinnigen Setlist starten Oomph auf dieser Tour. Vom „Neuen Gott“ über „Weißen Licht“ bis hin zu „Gekreuzigt“. Viele der großen Hits waren an diesem Abend, natürlich neben einer Auswahl von Songs des neuen Albums, auf der Bühne zu hören. Nachdem die Vorband Böse Fuchs bereits für Stimmung in der Zeche Bochum gesorgt hatte, gingen gegen 21:00 Uhr die Lichter für Oomph an. Mit den schon bereits aus dem Video zu „Richter und Henker“ bekannten dicken Wollmänteln betraten Crap, Robert Flux und DER SCHULZ die Bühne und noch bevor der erste Ton durchs Micro kam, gab es den ersten fetten Applaus. Das war ein bisschen, wie ein Wegbereiter und diente mit Sicherheit auch dazu, Daniel Schulz willkommen zu heißen. Was nun folgten waren 23 Songs, die eindeutig bewiesen, Oomph ist alles andere, als dem Tode geweiht. Spätestens als sich Daniel mit der Gitarre hinstellt und „brennende Liebe“ solo performt, war klar, hier gibt es ein Oomph 2.0. Dieser Auftritt war Deutschrock pur und zeigte deutlich, ich will keine Kopie sein. Bochum war, wie auch schon die anderen Städte dieser bisherigen Tour begeistert von diesem Abend und zeigten dies auch durch Begeisterungsrufe und tobenden Applaus. Auf der Bühne war ein glücklicher Daniel Schulz zu sehen, dem man die Freude über diese Begeisterung deutlich ansah. Ich denke seine eigenen Worte treffen es dann doch sehr gut „ Wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass ich mal hier auf dieser Bühne stehe und all diese Lieder singen darf“ Auch wenn ich mich persönlich noch ein wenig an Daniel gewöhnen muss, kann man doch sagen, er macht seine Sache sehr gut und ich hoffe auf noch viele weitere Alben und Touren von Oomph.
Setlist:
Intro: Ein kleines bisschen Glück
1. Soll das Liebe sein?
2. Träumst Du
3. Richter und Henker
4. Labyrinth
5. Bis der Spiegel zerbricht
6. Mein Herz
7. Nur ein Mensch
8. Sandmann
9. Nichts wird mehr Gut
10. Gekreuzigt
11. Jede Reise hat ein Ende
12. Brennende Liebe (Performance by Der Schulz only)
13. Wem die Stunde schlägt
14. Kein Liebeslied
15. Gott ist ein Popstar
16. Schrei nur Schrei
17. Der neue Gott
18. Kleinstadtboy
19. Das weiße Licht
20. Mitten ins Herz
21. Augen auf!
Zugabe:
22. Alles aus Liebe
23. Niemand
Fotografie: Tatjana Krupka
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