MONO INC / Storm Seeker / SANZ – 29.04.2023 Turbinenhalle Oberhausen

MONO INC RAVENBLACK TOUR 2023

Das Mono Inc für ein perfektes Entertainment stehen, ist ja allgemein bekannt. Trotzdem bin ich jedes Mal aufs Neue von ihren Shows begeistert. Aber bis wir an diesem Samstag den Headliner des Abends erleben durften, standen erst noch zwei Vorbands in Oberhausen auf der Bühne. Den Anfang an diesem Abend machten SANZ. Obwohl SANZ als Soloprojekt von Sandro Geissler bekannt ist, hat der Modern Dark Rocker auch heute wieder Verstärkung in Form von Gitarre, Bass und Schlagzeug um Oberhausen in Schwung zu bringen. Nach Sanz war die Bühne bereit für etwas mehr Stimmung. Storm Seeker übernahmen mit Piraten-Folk-Metal. Vielleicht lag es auch etwas daran, dass Storm Seeker, als Düsseldorfer Band eine Art Heimvorteil hatten, aber anscheinend waren hier einige richtige große Fans im Publikum vorhanden. Ich meine ich hätte sogar eine Fahne gesehen. Bei guten Piratenmetal kann keiner lange still stehen, also kam in Oberhausen hier dann schon das erste Mal richtig Stimmung auf. Aber natürlich war keiner an diesem Abend gekommen, um sich die Vorbands, egal wie gut sie auch waren, anzusehen. Nachdem das Album Ravenblack, wie schon der Vorgänger einen phänomenalen Einstieg in die deutsche Charts hinlegte, waren alle begierig darauf, nun auch die Tour zu diesem Album erleben zu dürfen.  Das Konzert beginnt mit einem heftigen Knall und das erste, was ich wahrnehme ist nicht Frontmann Martin Engler, sondern das Schlagzeug, welches mittig auf der Bühne, hoch oben auf einem Podest thront. Hinter dem Schlagzeug die bezaubernde, Katha Mia mit der altbekannten großen schwarzen Krone auf dem Haupt. Auch ohne ihre Flügel, die erst im laufe des Konzertes auftauchten, hat sie schon jetzt etwas Engelsgleiches. Auf der linken Seite ist Gitarrist Carl Fornia in Stellung gegangen und rechts rundet Val Perun, der seit 2022 den Bass bei Mono Inc übernommen, hat das Bild ab. Natürlich dürfen wir das wichtigste Bandmitglied, auch wenn er das sicher verneinen würde, auf der Bühne nicht vergessen. In die Mitte gesellt sich Martin Engler dazu. Keine Ahnung, wie er es schafft, aber von der ersten Minute seiner Bühnenpräsenz steht die Verbindung zum Publikum. An die Hauptbühne wurde mittig ein Steg angebracht, den Martin während des Abends immer wieder nutzte, um seinem Publikum so nah wie möglich zu sein. Bei Songs wie „Prinzess of the Night“, „Louder than Hell“ oder „Lieb mich“ raste das Begeisterungslevel in Oberhausen nur so nach oben. Zu „Angels never die“ holt sich Martin nochmal Sandro von Sanz auf die Bühne und mit Storm Seeker performt er „After Dark“. Natürlich darf man an diesem Abend die wirklich tolle Lichtshow nicht unterschlagen und als ob die Lichteffekte nicht schon ausreichen würden, ließ Mono Inc sich natürlich nicht lumpen und brachte zusätzlich noch Phyros mit in die Bühnenshow. Die Stimmung war also mehr als angeheizt. Oberhausen musste nicht großartig aufgefordert werden, tausende von Händen klatschten den ganzen Abend rhythmisch zusammen und belohnten somit eine erstklassige musikalische Leistung. Also Zeit die Akustikgitarre rauszuholen und mal wieder zu zeigen, was für eine tolle Stimme Martin besitzt. Egal ob mit schmetternden Schlagzeug und harten Gitarrenriffs im Hintergrund oder unplugged auf der Gitarre bei „Hallelujah“, der Abend war ein Fest. Natürlich wurde auch wieder „The Passenger“ mit dem Publikum zusammen, im Chor performt. Hier lies sich keiner in der Halle Lumpen und selbst die Mathelehrer sangen mit. Ich könnte jetzt jedes Detail des ganze Konzert runterschreiben, aber dazu reicht mein Platz hier einfach nicht aus. Was man natürlich auf keinen Fall vergessen darf, ist das einmalige, wieder von hammer Lichteffekten begleitete Drumsolo von Katha Mia. Dann haben wir noch Carl Fornia, der den Abend über, immer wieder, ganz im ACDC Stil von Angus Young, über die Bühne hüpft. Mono Inc funktioniert einfach, die ersten Takte eines Lieder erklingen und ohne Aufforderung, fängt das Publikum an zu singen oder zu klatschen. Sprechchöre zum Beispiel hallen unaufgefordert als Begleitung des Drumsolos durch den Raum und wenn man denkt, dass beim Singen oder beim Klatschen des höchste Level schon erreicht ist, fordert Mono Inc zu „mehr Begeisterung“ auf und tatsächlich, es gibt noch eine Stufe mehr. Vor dem Platz der Licht.- und Tontechnik, war noch eine kleine Bühne in der Turbinenhalle aufgebaut, die im letzten Drittel mit Klavier, Chello und Kerzenständern ausgestattet wurde. Der absolut passende Hintergrund für „Wiedersehen Woanders“. Dieser Song, mit so viel Herzblut gesungen, sorgte ganz sicher bei vielen in Oberhausen für den sogenannte Kloß im Hals. Wie schon erwähnt, würde es zu lang werden, um hier alles aufzuzählen, womit wir an diesem Abend unterhalten wurden aber ich kann jedem nur raten, sichert euch Konzertkarten für Gelsenkirchen am 02.09.2023 und natürlich für nächstes Jahr, in der Christuskirche Bochum. Obwohl es unendlich viele Hits gab, durfte ein Song natürlich in der Setlist nicht fehlen, schon, als auf einer Orgel die ersten Takte erklangen, war das Begeisterungslevel in Oberhausen wieder am Anschlag. Alles fing an im Rhythmus zu klatschen. War die Bühne zu Beginn hier noch in ein vollständiges Rot getauscht, so begann mit den ersten Gesangssekunden wieder eine fantastische Lightshow. „We are Children of the dark“ erklang es lauthals aus dem Publikum. Auch wenn ich nicht so der Hymnen Fan bin, muss ich doch zugeben, dass dieser Songs live, ein Zusammengehörigkeitsgefühl auslöst, dass mit Sicherheit in anderen Szenen seineslgeichen sucht. Zum Schluss holten Mono Inc mit den Worten, dass der Abend ohne sie, sicherlich nur halb so schön gewesen wäre, noch einmal beide Vorbands auf die Bühne. Den ganzen Abend, kam ja schon ein ordentlicher Applaus aus dem Zuschauerraum. Aber das, was da zum Schluss aus dem Publikum zu hören war, war einfach bombastisch. Minutenlang klatschte und pfiff Oberhausen zum Dank für diesen Abend. Nicht zaghaft oder durchschnittlich, hier kam eine Lautstärke aus dem Zuschauerraum, die schon für Gänsehaut sorgte. Ein Mono Inc Konzert ist eigentlich immer ganz großes Kino, das weiß jeder, der die Band schon einmal live gesehen hat. Trotzdem bin ich nach jeder Show wieder aufs neue Begeistert über die erbrachte Leistung und ich freue mich schon auf das nächste Konzert. Mit Sicherheit einer der Gründe, warum Mono Inc so eine treue und fantastische Fanbase haben ist, ist die Nähe zu ihren Fans. Während des gesamtes Konzertes, wird das Publikum immer wieder mit eingebunden. Hier hat man das Gefühl nicht nur einfach Zuschauer zu sein, sondern Teil des Ganzen.

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....