Dank einem Verkehrschaos rund um die Abfahrten der A42 und der danach folgenden Parkplatzsuche, waren wir an diesem Samstag viel zu spät an der Turbinenhalle angelangt. Den ersten Act des Abend ALIENARE haben wir deshalb leider komplett verpasst. Was ich schade fand, denn ich mag die drei Synthiepopper , die nicht nur durch Sympathie, sondern auch durch musikalisches Können in den letzten Jahren zu recht eine treue Fangemeinde bekommen haben. Kurz um, unser musikalischer Abend begann mit SOULBOUND und einer sehr dunklen, in blaues Licht getauchten Bühne. Ab dem ersten Ton, den Sänger Johnny den Besuchern der Turbinenhalle entgegen brüllte, ging es mit der Stimmung steil bergauf. Der Auftritt zeigte wieder einmal, dass die Band schon lange in der Lage ist, einige tausend Zuschauer zu Unterhalten. Obwohl Johnny uns erzählte, wie aufgeregt er vor so einem großen Auftritt ist, lieferten er und seine Jungs von der ersten Sekunde prima ab. Die Stimmung in der Turbinenhalle war wohl schon so angeheizt, dass einige Zuschauer bereits am Beginn des Abends von den Sanitätern behandelt werden mussten. Als es jemanden in Sichtweite der Band erwischte, wurde das Konzert kurzerhand für wenige Minuten unterbrochen, bis die erste Hilfe geregelt war und es dem Zuschauer wieder besser ging. Würde auch nicht jede Band machen. Ein Lob und ein Dankeschön geht natürlich auch an den Übergangsdrummer, welcher Mario, der kurz vor der Tour einen Hörsturz erlitt, auf dieser Tour vertritt. Übrigens, Soulbound gehen ab Frühjahr 2026 auf ihre eigene Headliner Tour, also sichert euch Karten. Ein einzelnes Mikro steht auf der Bühne, ein riesiger Lichtstrahl von hinten, der einem das Gefühl gibt in einen Tunnel zu schauen, große Raben aus Licht kreisen über der Bühne. So starteten MONO INC an diesem Abend ihre Show. Als der Vorhang fällt, geht der Blick aller natürlich als erstes hoch hinauf zu Katha Mia, die wie gewohnt hoch oben auf der Bühne an ihrem Schlagzeug tront. Das ist schon ein imposantes Bild. Kommen wir nun zum Thema der Tour, Niemanden hat der Erfolg des neuen Albums „Darkness“ wirklich gewundert, denn Mono INC ist in den letzten Jahre zu einem Garant für guten Dark Rock geworden. Allerdings sind nicht nur ihre Alben von guter Qualität, auch oder besonders ihre Konzerte haben mich persönlich noch nie enttäuscht. Wenn schon neues Material auf dem Markt ist, dann sollte man auch sofort damit den Abend starten dachten sich MONO INC. Gut gelaunt wie immer, betritt der Rabe die Bühne und man merkte, wie die Zuschauer ab der ersten Zeile von „In my Darkness“ an seinen Lippen klebten. Schnell wird an den ersten Stellen schon mitgesungen und wer noch nicht so textsicher ist, der klatscht einfach im Rhythmus mit. Spätestens bei „Louder than Hell“ zeigt das Publikum dann richtig, was es selbst musikalisch draufhat. Die Frage „Is there somebody here“ musste an diesem Abend nun wirklich nicht gestellt werden. Kaum ein anderer Musiker versteht es so gut, eine Halle voller tobender Fans in die absolute Ruhe zu verwandeln, ohne dass hierbei die Atmosphäre verloren geht. In den Momenten, in denen Martin Engeler das Set unterbricht, um sich mit seinen Worten über finstere Orte und wie wichtig Zusammenhalt ist, an das Publikum zu wenden, bleibt all die Energie in der Halle erhalten und sobald die Musik wieder einsetzt, sind auch die Fans wieder sofort voll dabei. Was an so einem Abend natürlich nicht fehlen darf, das ist ein fettes Drummsolo und ein klassischer Teil mit viel Gefühl. Ersteres erledigte Katha Mia voller Inbrunst. In diesen Minuten, in denen man das Gefühl hatte, die Felle müssten doch eigentlich gleich reißen, konnte sie wieder einmal überzeugend beweisen, wie gut sie mit ihren Sticks umgehen kann. Und auch der klassische Teil ist ja mittlerweile fester Bestandteil eines MONO INC Konzertes geworden. An diesem Abend gab es zwar keine zweite Bühne im Publikum (auf Grund der Besucherzahlen wäre dort auch kein Platz mehr gewesen) aber an einem großen weißen Flügel auf der Hauptbühne, unterstützt durch ein schwarzes Cello, konnte der Rabe mit der Unterstützung von Katha Mia zeigen, dass die Beide auch ohne Verstärker in der Lage sind das Publikum zu verzücken. Da wären wir jetzt auch bei dem einzigen Wermutstropfen des Abends angelangt, dem Sound in der Turbinenhalle. Schon bei SOULBOUND merkte ich, als ich nach dem Graben, im hinteren Teil der Halle stand, dass der Sound nicht der Beste war, den ich hier je gehört hatte. Bei MONO INC und besonders bei den Akustikstücken fiel der schlechte Sound dann ebenfalls richtig auf. Zum Glück kannten die Fans das Können der Sänger und Sängerinnen an diesem Abend, so wurde dann auch über dieses Übel einfach hinweggeschaut, erwähnen wollte ich es aber trotzdem. Der Stimmung an diesem Abend konnte aber, wie schon im Vorfeld zu erwarten war, nichts etwas anhaben. Immer wenn man dachte, dass Klatschen und Singen könnte sich nicht mehr steigern, kam der nächste Song und man merkte, Oberhausen hatte noch Energie. Das musste natürlich auch der Rabe austesten, indem er die Hallenhälften in Oberhausen im Klatschwettbewerb gegeneinander antreten ließ, was wenigstens bei einer Hallenseite (grins) zu einer immens hohen Lautstärke führte. Wie schon oben beschrieben, ist ein MONO INC Konzert nicht nur gute Musik. Die Mischung aus persönlichen Ansprachen, rockigen Gitarren, donnernden Drums, Rauchsäulen, Feuershows, einer super Lichtshow und dem Gefühl der Verbundenheit, machen diese Abende immer zu etwas Besonderen. Und wer bis zum Schluss noch nicht überzeugt werden konnte, der bekam spätestens dann eine Gänsehaut, als die komplette Turbinenhalle lauthals vereint“ Children oft he Dark“ sang.
Setlist:
In My Darkness
Louder Than Hell
Ravenblack
Arabia
Lost in Pain
Voices of Doom
Welcome to Hell
Abendrot
Together Till the End
When the Raven Dies Tonight
Revenge
Kein Weg zu weit
Dein Anker
Drum Battle
Lieb Mich
Tag X
Heartbeat of the Dead
Children of the Dark
Fotografie: Tatjana Krupka
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