Kamelot – Awaken The World Tour 2024. Ein Kamelot Konzert verspricht immer ein langer Abend zu werden, da die US-Amerikaner dafür bekannt sind, nie ohne eine Menge Vorbands im Gepäck unterwegs zu sein. So auch auf ihrer jetzigen Tour, in Oberhausen gab es drei Vorbands. Als Special Guest waren Frozen Crown ,Blackbriar und als Support Ad Infinitum mit dabei. Um 18:30 Uhr war es an Frozen Crown die Bühne an diesem Abend zu eröffnen. Es war, als ob die Meute in Oberhausen nur darauf gewartet hätte Musik zu hören, den schon bei den ersten Takten von „Neverending“ hatten die italienischen Power – Metaller um Sängerin Giada „Jade“ Etro die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Genau wie bei Blackbriar die als nächstes folgen sollten, dauerte der Gig knappe 30 Minuten. Wie schon ihre Vorgänger, so hatten auch Blackbriar ein leichtes Spiel an diesem Abend die Besucher in Oberhausen anzuheizen. Es wurde von Anfang an in der Halle sehr viel mitgefeiert. Und auch die Niederländer hatten eine Frontfrau, wenn sich diese, auch gesanglich stark von ihrer Vorgängerin unterschied. Natürlich kein Wunder, folgte doch auf den italienischen Powermetal nun der alternative Metal aus den Niederlanden. Während Giada uns ihre Texte entgegen schmetterte, erinnerte mich der Gesang von Zora Cock (wobei ich mich die ganze Zeit fragte, was zuerst da war, der Name oder die roten Haare) stellenweise an eine musikalische Märchenerzählung. Vielleicht wurde diese Assoziation aber auch stark durch das Bühnenbild beeinträchtigt. Nachdem die Stimmung in der Turbinenhalle 2 nun schon ordentlich vorgewärmt war, war es an der Zeit für den Support an diesem Abend. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mich an diesem Abend sogar ein wenig mehr auf Ad Infinitum, als auf den eigentlichen Headliner gefreut und ich denke ich war da nicht die Einzige. Frontfrau Melissa Bonn, die Kamelot Fans ebenfalls als Backgroundsängerin gut bekannt ist, ist auf der Bühne sowohl für die Augen, als auch für die Ohren ein wahrer Genuss. Bevor Melissa mit ihrem Gesang starten konnte, zeigten uns aber erst einmal ihre Musiker, was sie drauf hatten. Schon nach den ersten Takten von „Follow me Down“ begannen die Köpfe in Oberhausen zu wippen. Bei diesem eindringlichem Takt konnte man gar nicht still stehen bleiben. Der einsetzende Gesang von Melissa, bei dem sie den weicheren Teil ihrer unglaublichen Stimme zeigen konnte, rundete das Stück perfekt ab. Das Schlagzeug war zwar bei diesem Gig eher Tonangebend, wurde aber durch Bass und Gitarre den Auftritt über perfekt ergänzt. Was für eine Stimmgewalt diese zierliche Frontfrau hatte, konnte sie bei Stücken wie „Surrender“ perfekt unter Beweis stellen. Gerade noch eine melodische Gesangsstimme und in der anderen Sekunde Brüllt sie mit so einer geballten Gewalt ins Mirko, dass man den zweiten Sänger sucht, da man ihr diese stimmliche Power überhaupt nicht zugetraut hatte. Für mich war das ein rundum gelungen Gig und freue mich auf das nächste Mal. Ich habe mich ja schon ein paar mal darüber beschwert, dass Handys die Stimmung bei Konzerten zerstören können, sehr gut war dies bei „Ad Infinitum“ zu sehen. Während bei den ersten beiden Vorbands die Handys in der Tasche blieben, standen hier recht viele Besucher herum, um den Auftritt zu filmen. Das Blöde ist nur, wer filmt oder fotografiert, kann halt nicht richtig feiern, das Handy muss ja stillgehalten werden und auch wenn der Applaus bei dem Auftritt und die Zurufe die Begeisterung in Oberhausen widerspiegelten, so störten die stillstehenden Handynutzer doch ein wenig das Gesamtbild. Musikalisch gab es nun keine große Möglichkeit zur Steigerung mehr und so war es jetzt auch Zeit für Kamelot die Bühne zu betreten. Kamelot fingen erst einmal mit ordentlich Feuer an. Damit die Stimmung in der Halle nicht abkühlte, schossen schon beim ersten Song Flammen und Pyrofontainen aus dem „Bühnenboden“. Dieses Mal gab es sogar eine Besonderheit beim Bühnenbild. Die Bühne verfügte über einen kleinen Laufsteg ins Publikum hinein. So konnten wir Fotografen die Musiker abwechselnd im völligem Nebel auf der Bühne oder in der Dunkelheit auf dem Steg ablichten (Sorry, der musste sein). Wie gewohnt waren die Effekte, die durch Nebelfontänen und Lichteffekte entstanden, schon recht eindrucksvoll und auch musikalisch zeigte uns Frontmann Tommy Karevik wieder einmal, dass die Vereinigung von Band und Sänger vor zwölf Jahren eine sehr gute Entscheidung gewesen war. Mit einer gut gemischten Auswahl von alten Hits wie „March of Mephisto“ oder „When the lights are Down“ und einer Streuung neuer Stücke aus ihrem letzten Albums wie „Opus of the Night“ oder „Willow“ gelang den US-amerikanischen Power Metalern ein gelungener Abend und auch wenn der Abend mit 4 Bands ganz schon lang war, wurde an diesem Sonntag bis zur letzten Minute gefeiert.
Fotografie: Tatjana Krupka
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