Joachim Witt war im Rahmen seiner „Der Fels in der Brandung Tour“ auch in Oberhausen zu Gast und wir waren mit dabei. Bevor Herr Witt aber die Bühne eroberte, war erst einmal Sänger und Songwriter Janosch Moldau an der Reihe, sein musikalisches Talent zu präsentieren. Janosch, der doch eher in der schwarzen Szene, als Opener von Bands wie Project Pitchfork, Mesh und Nitzer Ebb bekannt ist, konnte auch das gemischte Publikum in Oberhausen überzeugen. Ich persönlich mag Janosch ja und finde, er steht viel zu selten auf den Bühnen im Ruhrgebiet. An diesem Abend jedoch hatte ich das Gefühl, dass nicht alle etwas mit Janosch anfangen konnten, die Leute waren halt nach Oberhausen gekommen um Witt zu sehen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dann, nach einer kurzen Umbaupause, mit einem tobendem Applaus Joachim Witt auf der Bühne empfangen. Das Resonanzwerk sollte sich von seiner Größe her, als genau der richtige Ort für dieses Konzert erweisen. Bis zum Schluss ging es hier sehr familiär zu und für den Austausch zwischen Bühne und Zuschauerraum, hätte die Turbinenhalle nicht so gut funktioniert. Konzert ist übrigens ein gutes Stichwort. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob man bei diesem Abend wirklich nur von einem Konzert sprechen kann oder ob es sich hier schon in Verbindung mit der Schauspielkunst von Joachim, um eine kleine Form des Kabarett handelte. Hier wurde nicht nur eine gute Setlist heruntergespielt, umrahmt von einigen Interaktionen zwischendurch. Das Ganze war doch eher ein Gesamtkonzept. Joachim spielt mit Publikum, gibt sich als der Betrunkene oder der geistig Verwirrte. Dort, wo andere versuchen, ihr Alter zu überspielen, setzt er es für seine Show gezielt ein. Ein Abend mit Joachim Witt ist also so viel mehr, als nur eine musikalische Unterhaltung. Aber natürlich bleibt die Musik hier im Vordergrund. Über 40 Jahr steht Joachim Witt nun schon auf der Bühne und ist dabei nie aus der Mode gekommen. Seine Texte und die immer wieder neuen Interpretationen seiner Songs, überzeugen jede Tour aufs Neue, so auch an diesem Abend. Seine Fangemeinde ist so breit gefächert, da steht das Camp-David Shirt neben dem Shirt vom Rockharz und alle haben etwas gemeinsam, sie kennen jede einzelne Zeile seiner Lieder und lassen es sich auch nicht nehmen, dieses lauthals zu beweisen. Natürlich gab es neben Songs seines neuen Albums, wie „Weg ins Licht“ , „ Hörst du mich“ oder „Signale“ (bei dem er, nach eigener Aussage, seinen Gesangspartner Eisbrecher Frontmann Alex Wesselsky vermisste) auch alte Bekannte wie „ich hab dich nie vergessen“ (auch hier ohne Gesangspartner Nino de Angelo) oder „die Erde brennt“. Klar, durften die ganz großen Hits wie „Der goldene Reiter“ oder der „Herbergsvater“ an diesem Abend auch nicht fehlen, die Joachim mit einer (nicht nur für sein Alter) kraftvollen Stimme heraus schmetterte. Und auch ohne die lauthalsigen Bekundungen aus dem Publikum, wie: „Joachim, du bist der Größte“, konnte man den Besuchern an diesem Abend ansehen, dass sich ihre Erwartungen rundum erfüllt hatten.
Fotografie: Tatjana Krupka
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