Feuerschwanz / Lord Of The Lost / The Dark Side Of The Moon – Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf 18.10.25

Am 18. Oktober endete in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf eine Tour, von der am Anfang niemand geglaubt hat, dass hier schwarze Zahlen geschrieben werden. Feuerschwanz und Lord of the Lost haben bewiesen, dass diese Tour nicht nur schwarze Zahlen schrieb, sondern ein voller Erfolg wurde. Ständig wurde geschrieben: “Zwei Welten prallen aufeinander“ aber die Lords Of Fyre Tour 2025 hat uns gezeigt, dass die Lordis und die Schwanzis (wie sich die Fans jetzt wohl selber nennen) prima miteinander feiern können und gar nicht so unterschiedlich sind. Bevor uns jedoch die beiden Headliner des Abends richtig einheizen konnten, war es erst einmal an The Dark Side of the Moon das Publikum Düsseldorf in den Abend einzustimmen. Die Symphonic-Metal-Band rund um Frontfrau Melissa Bonny boten einen perfekten Einstig in diesen Abend. Hier konnte man nochmal richtig Kraft schöpfen für das, was da auf uns zu kommen sollte. Lord of the Lost: Als erster Headliner des Abend betrat Lord of the Lost die Bühne und machte sofort mal klar, dass der Name der Tour an diesem Abend Programm sein sollte. Frieren sollte nun wirklich keiner in Düsseldorf, dafür hatten beide Bands schon mal jede Menge Feuer eingeplant. Lord of the Lost legten dann auch sofort mit „Moonstruck“ los. Ein Song, bei dem man gar nicht anders kann, als mit zu bangen. Perfekt war dieser Einstieg auch für Chris, um von der ersten Minute seine Stimmgewalt zu demonstrieren. Gerade noch dieses tiefen, melodisch warmen Passagen, brüllt er in der nächsten Minute ins Mikro, dass du eine Gänsehaut bekommst. Unglaublich wie schnell die Tour vorbei war, erzählte uns Chris Harms dann während des Auftritts, als sie mit der Planung angefangen hatten, hat jeder gesagt, lasst das bleiben, da kommt kein Mensch. Wenn man sich nun in der Halle umsah, wo fast kein Bein mehr auf den Boden passte, musste man über diese Fehleinschätzung schon fett grinsen. Wer diese Energie auf der Bühne und diese Harmonie im Zuschauerraum an diesem Abend miterlebt hat, der konnte sich in etwa sich vorstellen, wie die ganze Tour verlaufen war. Jeder Song wurde von der Menge mit begeisterten Klatschen angenommen, wobei „Loreley“ natürlich besonders in Düsseldorf schon gut gefeiert wird. Nicht nur musikalisch war der Gig absoluter Hammer, Sänger Chris Harms präsentierte sich wie gewohnt charismatisch und alles andere als Kontaktscheu dem Publikum gegenüber. „Ihr habt getanzt und geklatscht, aber ich hab euch noch nicht springen sehen, springt!“ animierte er die Besucher und Düsseldorf fing an zu springen. Das war schon ein ziemlich geil mit anzusehen, wie die Kopfe sich im Takt hoben und senkten. Immer wieder gab es Anweisungen von der Bühne, die sofort vom Zuschauerraum befolgt wurden. „Wir haben zwar das Rad nicht neu erfunden, aber den ein-Personen-Circle-Pit, also dreht euch. Das Lord of the Lost sich trotz ihres Erfolges nicht so ernst nehmen, wurde vor „La Bomba“ wieder einmal deutlich. Chris, der zwischenzeitlich von Feuerschwanz zur Mietz-Maus geadelt wurde, setzte sich nun die Katzenohren auf und das Publikum begann augenblicklich lauthals „Mietze-Maus“ zu schreien. Absoluter Wahnsinn, was an diesem Abend in der Halle abging, die Besucher hatten so einen Bock zu feiern und egal welche Band, es gab nicht im geringsten einen Grund an diesem Abend zu klagen. Naja, höchstens, dass es irgendwann vorbei war. Natürlich gab es nicht nur harte Töne bei Lord of the Lost, bei „Light Can Only Shine In The Darkness“ wurde das Licht auf das notwendigste minimiert und tausende von Handy-Taschenlampen leuchteten in der Dunkelheit. Nicht unerwähnt gehört auch das finnischsprachige Cover von Käärijä (Mein Gott ich kann den Namen gar nicht aussprechen) „Cha cha cha“, das Chris versuchte im Original zu singen. Ich kann leider nicht sagen wie gut es gelang, ziehe aber trotzdem den Hut vor diesem Versuch. Als Dankeschön für diese Mühe gab es dann auch die von ihm geforderte Wall of Death im Innenraum. Nach den letzten Takten von „Blood & Glitter“ wurden Lord of the Lost wie nicht anders zu erwarten, unter enormen Beifall verabschiedet.

Setlist Lord of the Lost:

Moonstruck
I Will Die In It
Damage
Drag Me to Hell
Smalltown Boy (Bronski Beat cover)
Destruction Manual
Die Tomorrow
Blood for Blood
La Bomba
Children of the Damned (Iron Maiden cover)
Loreley
The Curtain Falls
Bazaar Bizarre
Six Feet Underground
Light Can Only Shine In The Darkness
Cha cha cha (Käärijä cover)
Schrei nach Liebe (Die Ärzte cover)
Blood & Glitter

Feuerschwanz: Nach der Umbaupause, bei der die Bühne durch ein großes Banner verdeckt war, hieß es dann: Met, Metal und Mittelalter-Party! Feuerschwanz betraten die Bühne – und die Halle explodierte förmlich. Mit „SGFRD Dragonslayer“, einer Kombination aus wuchtigem Gitarrensound, treibendem Schlagzeug und mitreißender Geige zogen sie das Publikum sofort in ihren Bann. “Wollen wir Party machen?“ fragten Feuerschwanz, was für eine Frage, die Antwort aus Klatschen, Brüllen und Begeisterungspfiffen war eindeutig. „Memento Mori“, „Schubstanz“, „Knightclub“ Die Mitsubishi Electric Halle hatte sich inzwischen in ein riesiges Festzelt verwandelt. Irgendwie hatte das Ganze etwas von Metallmallorca. Und wenn man denkt die Stimmung ist noch nicht gut genug, dann lässt man einfach mal fallen, dass in Köln letztens ja doch viel bessere Stimmung war. Und schon singen alle einen Ticken lauter mit. Die Abstände zwischen den Crowdsurfern wurden inzwischen auch geringer. Kondition war an diesem Abend wirklich gefragt. Immer wieder erklang „hu ha“ und „döpdöpdöp“ als Schlachtgesang aus dem Innenraum. Hautmann Feuerschwanz, der im Laufe des Abend die Gemeinde immer wieder einschwor auf die Antwort all seiner Fragen: „Jawohl mein Hautmann“ erzählte dann auch, gefühlt wäre es erst gestern, dass die Truppe auf dem Jahrmärkten aufgetreten wäre und nun stehen sie in der Mitsubishi Halle. Ich bin gespannt, wie es nächstes Jahr in der Turbinenhalle in Oberhausen ausschaut, könnte ein wenig eng werden. Eingeheizt wurde ja schon mächtig bei Lord of the Lost und Feuerschwanz standen in nichts nach. Wenn nicht gerade Feuerfontainen in den Himmel schossen, sorgten die Tänzerinnen für angenehme Wärme mit Feuerfächers, Feuerkanonen, einfachen Feuerfackeln oder brennenden Feuerfässern. Wenn Feuerschwanz zum „Liebemachen“ aufrufen, dann ist hier ein Kuscheln der besonderen Art gemeint. Ab ging es zum nächsten Pit, zur nächsten Wall of Death. Als die komplette Besetzung von lord of the Lost dann als Mietzekatze verkleidet auf die Bühne kam, ging es bei „Dragostea“ nochmal richtig ab. Ich habe keine Ahnung, wo die Energie an diesem Abend herkam, aber der Innenraum in Düsseldorf war nicht Tod zu kriegen. Nachdem alle gemeinsam lauthals „Die Hörner hoch“ gesungen hatten. Das letzte „dröpdröp“ aus dem Publikum verstummt war, hatten wir alle eine kurze Verschnaufpause nötig, bevor es in die Verlängerung ging. Wir waren in Düsseldorf und es wurde Metal gespielt, passend hierzu hatte man an diesem Abend einen ganz besonderen Gast eingeladen um die Zugabe zu eröffnen. Doro Pesch kam auf die Bühne, ganz stilecht im Sinne einer Kriegerin gekleidet und mit einer Axt bewaffnet. Nicht das erste Mal, dass „Valhalla“ in dieser Kombi gespielt wurde, trotzdem war Doro eine große Überraschung, die mit Begeisterungsrufen willkommen geheißen wurde. Als die letzten Takte von „Lord of the Fyre“ verstummten, konnte man die Erschöpfung aber auch die Begeisterung in den Augen der Menge sehen, die sich langsam den Weg in Richtung Ausgang bahnte. Was für ein genialer Abend. Was auf dem Papier zuerst wie ein Stilbruch wirkt, entpuppte sich live als perfektes Zusammenspiel: Die düster-glamouröse Welt von Lord of the Lost und die feierwütige Mittelalter-Power von Feuerschwanz ergänzten sich perfekt. Beide Bands überzeugten mit technischer Brillanz, eindrucksvollen Showelementen und einer echten Verbindung zum Publikum.

Setlist Feuerschwanz:

SGFRD Dragonslayer
Memento Mori
Untot im Drachenboot
Bastard von Asgard
Knightclub
Ultima Nocte
Schubsetanz
Kampfzwerg
Berzerkermode
Sam the Brave
Uruk-Hai
Drums solo / Taking the Hobbits to Isengard
Dragostea din tei (O‐Zone cover) (with Lord of the Lost) (als Miezekatzen)
Die Hörner hoch
Valhalla (with Doro Pesch)
Das Elfte Gebot
Lords of Fyre (with Lord of the Lost)

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....