Eine gemeinsame Tour von Front Line Assembly und Die Krupps, das kann eigentlich nur der Hammer werden. Wie gut die beiden Bands es draufhaben, das sollten sie unter anderem im Rahmen ihrer Tour am 18.08.2022 im Kulttempel Oberhausen beweisen.Den Anfang an diesem Abend machte aber erst einmal das Duo Tension Control.Um 18:30 Uhr war an diesem warmen Donnerstag Einlass, 19:15 Uhr Konzertbeginn. Wie man vielleicht vermuten kann, war bei Tension Control noch nicht ganz so viel im Tempel los. An der musikalischen Leistung von Tension Control, die an diesem Abend aus Sänger Michael Schrader und Eli van Vegas bestand, hat es auf jeden Fall nicht gelegen. Die beiden lieferten guten Old School EBM ab und versuchten den Kulttempel mit Songs wie „Ahoi Herr Kommandant“, „Reaktanz“ oder „Krank, Krank“ schon einmal aufzuwärmen. Und ganz entgegen ihres weiteren Songtitels „It doesn´t work“, funktionierte das an diesem Abend wunderbar.Als Front Line Assembly dann auf die Bühne kamen, hatte sich der Kulttempel schon merklich gefüllt. Bill Leeb und seine „Jungs“ sind ja nicht ganz so oft im Pott unterwegs also kein Wunder, dass es doch einige Zuschauer gab, die sich dieses Konzert nicht entgehen lassen wollten. Die Frage, die im Raum stand, war natürlich auch, wie hat die Band die durch den Tod von Jeremy Inkel entstandene Lücke gefüllt. Für die, durch Corona entstanden Zwangspause, war es für mich das erste Mal, dass ich die Band ohne Jeremy sah und es war schon ein wenig ungewohnt. Den musikalischen Anfang machte „I.E.D.“, damit wurde dann auch sofort gezeigt, dass wir es bei Front Line Assembly nicht mit dem gewohntem EBM zu tun haben. Hierbei kam schon ordentlich die Gitarre zum Einsatz, welche fett den Schriftzug Oberhausen auf dem Deckel trug. Bei „Killing Grounds“ war schon eher wieder der gewohnte EBM-Rythmus zu hören, an den man sich aber bei diesem Gig nicht so sehr gewöhnen sollte. Aber egal in welche Richtung es im Detail ging, bei Songs wie „Angriff“ oder „Millennium“ feierte der Tempel. Auf keinen Fall möchte ich hier Falcos „Rock me Amadeus“ vergessen. Eine geniale Coverversion, die das sonst recht düstere Set für ein paar Minuten auflockerte.Nach dieser fantastischen Leistung von Front Line Assembly, war nun schon richtig gut Stimmung im Tempel und es war an der Zeit, dass der zweite Hauptakt dieses Abends, Die Krupps auf die Bühne kamen. Das letzte Konzert, der Krupps, welches ich ebenfalls im Tempel gesehen hatte, war zwar gut gewesen, hatte mich aber nicht zu 100 Prozent überzeugen können, also war ich recht gespannt, wie dieser Abend ablaufen würde. So viel schon einmal vorweg, es war ein geiles Konzert, EBM wie man ihn zum Tanzen und Abfeiern braucht. Jürgen Engler scheint alterslos. Da war an diesem Abend wieder so eine geballte Power vorhanden und man sah ihm an, wie viel Spaß er auf der Bühne hatte. Mit „Blick zurück“ wurde dann auch sofort mit voller Geschwindigkeit losgelegt. Bei Songs wie „Schmutzfabrik“, „Amboss“ oder „Nazis auf Speed“ konnte dann auch keiner mehr im Tempel ruhig stehenbleiben. Als die Pfeife rausgeholt wurde, wusste jeder im Raum was nun folgte. Gerade hier im Ruhrgebiet ist „Wahre Arbeit, wahrer Lohn“ eine besondere Hymne und auch wenn nicht mehr ganz so viele „Malocher“ an diesem Abend anwesend waren, so wurde fett abgefeiert. Und natürlich wurde nach einer Zugabe gerufen, als die Krupps dann von der Bühne gingen. Da fehlte doch noch was?? Klar gab es eine Zugabe, denn was wäre ein Krupps-Konzert ohne „To the Hilts“ oder „Fatherland“. Wer nach diesen geilen Live-Auftritten noch Puste hatte, der konnte auf der folgenden After-Show Partie weiter tanzen. Ich für meinen Teil war durch und bin glücklich nach Hause gegangen.
Fotografie: Tatjana Krupka
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