dArtagnan/ Tanzwut/ Storm Seeker – Winter Lights 2024 Dortmund 22.11.24

Fanden die Konzerte letztes Jahr noch zusammen mit dem Weihnachtsmarkt am Fredenbaum Park statt, so musste dieses Jahr umgeplant werden und das Konzertzelt steht nun im Revierpark Wischlingen. Natürlich war der Lichterweihnachtsmarkt 2023 ein sehr schönes Zusatzprogramm, ich persönlich bin aber auch letztes Jahr nur zu den Konzerten gegangen, da drei Bands an einem Abend für mich zeit-füllend genug waren. Als erste Aufgabe an diesem Freitag hieß es Parkplatz auswählen und Zelt finden, womit nicht nur ich meine Probleme hatte. Auf dem Parkplatz an der Eishalle wurde ich von mehreren Leuten gefragt, ob ich wüsste, wo es zum Konzertzelt geht und ob dies auch der richtige Parkplatz sei. Man muss allerdings erwähnen, dass es an diesem Tag echt heftig geregnet hatte und somit auch keiner wirklich Lust hatte im Park zu suchen. Auch wenn das riesige Zelt dann nach den ersten Schritten in den Park hinein, schon von weitem durch seine Beleuchtung auf sich aufmerksam macht, hätte ich mir eine bessere Ausschilderung mit einer Parkplatzempfehlung gewünscht. Am Eingangsbereich des Geländes angekommen, fielen mir als erstes die Sanitärcontainer auf. Dort standen ausreichend Toiletten, die auch den Abend über regelmäßig gereinigt wurden. Ich finde, so was kann man schon durchaus als Pluspunkt ansehen. Ein paar Buden gab es dann auch, zwar bei Weitem keinen richtigen Weihnachtsmarkt, aber für Essen und Trinken war gesorgt. Das Konzertzelt ist schon ordentlich groß und als ich gegen 17:30 Uhr eintrat, kamen mir die bereits vorhandenen Besucher ein wenig verloren vor. Obwohl das Wetter draußen an diesem Tag windig, nass und kalt war, war es im Zelt zwar nicht warm, aber durchaus angenehm, einige Besucher zogen sogar während des Abends ihre Jacken aus. Nun kommen wir aber zu dem Wichtigsten an diesem Abend, zu der Musik. Mit nur ein paar Minuten Verspätung eröffneten Storm Seeker die Winter Lights Konzerte 2024. Die 2013 gegründete Folk-Metal-Band ist schon lange kein Unbekannter mehr und war auch an diesem Abend mit treuer Fangemeinde angereist. Besonders gespannt war ich auf den neuen Sänger, als Gründungsmitglied war der ehemalige Frontmann Timothy für die Band sicher mehr, als nur die Stimme auf der Bühne. So viel sei schon mal verraten, Neuzugang Manuel Depryck machte seine Sache an diesem Abend so gut, dass man fast vergessen konnte, dass es einen Wechsel in der Besetzung gegeben hatte. Allerdings muss man auch erwähnen, dass Manuel kein Fremder für die restlichen Bandmitglieder war. Als Frontmann von Tir Saor eröffnete er ja schon bei der Nautic Force Tour 2024 für Storm Seeker und nach so einer Tour, denke ich, weiß man auch, ob man miteinander harmoniert oder nicht. Auch wenn die Besucherzahl an diesem Abend das Zelt bei Weitem nicht füllte, so war doch von der ersten Minute an, eine ausgelassene Stimmung in Dortmund vorhanden. Wie so oft zählte nicht die Anzahl, sondern die Begeisterung der Zuschauer. Von Anfang an wurde hier mitgesungen und getanzt und auch wenn der kalte Zeltboden eher vom hinsetzten abriet, so wurde nach Aufforderung von Manuel zu „ROW, ROW, ROW“ halt im Stehen gerudert. Unterstützung für Manuel gab es den Abend über von der bezaubernden Fabi, die neben Drehleier und Flöte, auch gesanglich mit an Bord war. Ughar der schrecklich Durstige, kämpfte wie gewohnt mit wehenden Haaren gegen den Wind und hatte als Verpflegung wie gewohnt, sein Fässchen Rum an der Seite. Natürlich lieferten auch Gitarre und Schlagzeug einwandfrei an diesem Abend ab. Storm Seeker gelang es mit einer ausgewogenen Mischung aus Piraten- und Trinkliedern, die Besucher in Dortmund schon einmal ordentlich aufzuwärmen. Fabi bewies uns dabei mit der Flöte einmal mehr, dass nicht nur eine E-Gitarre Rhythmus gebend für „bangfähigen“ Metal sein kann. Kaum hatten Storm Seeker unter lautem Applaus die Bühne verlassen, da war es auf einmal fast leer in dem Zelt. Ich weiß nicht genau, was die Leute in den Regen trieb, vielleicht war es die Bratwurst oder die Zigarette, denn Bier oder andere Getränke gab es auch im Zelt. Pünktlich zu Tanzwut jedoch, standen dann wieder alle vor der Bühne. Gefühlt waren noch einige Besucher dazugekommen, aber in diesem Zelt, das laut Veranstalter für mehr als 3000 Leute Platz hat, kam fast alles verloren vor. Ein Set von Tanzwut kann ja schon mal sehr in Richtung NDH gehen, an diesem Abend fand ich, war es passend zu den beiden anderen Bands eine perfekt angepasste Mischung aus Metall und Mittelalter. Im Vordergrund des Sets stand das neu erschienene Album Achtung Mensch, aus dem dann auch 8 der insgesamt 13 Songs aus diesem Abend gespielt wurde. Von dem Album war ich sofort begeistert, Texte, die zum Nachdenken anregen und Melodien, die so abwechslungsreich sind, dass es nie langweilig wird. Genauso konnte man auch diesen Gig in Dortmund beschreiben. Natürlich darf auch ein Lob an die Kostümbildner an diesem Abend nicht fehlen, da auch auf der Bühne wieder einige Masken zum Einsatz kamen. Das NDH belasteten, älteres Stück durfte dann doch nicht fehlen. Mit „Freitag der 13te“, kam dann noch das Thema Aberglaube auf den Tisch. Aberglaube sei, wie uns der Teufel erklärte, ein Grundbedürfnis der Menschheit, dies sei philosophisch festgelegt worden von Hermann Kant. Ich kann ehrlich nicht sagen, was von dem, was der Teufel an einem Abend erzählt stimmt und was an den Haaren herbeigezogen ist, aber so ist das halt, man darf nie glauben, was der Teufel einem erzählt. Unterhaltsam sind seine Erzählungen aber auf jeden Fall und bei diesem Gesamtkonzept, kommt dann auch jeder Besucher im Zelt dem Aufruf „lass uns durchdrehen heute Abend“ gerne nach. Zusammenfassend kann man sagen, hat Tanzwut wieder einmal voll überzeugt. Als letzte Band an diesem Abend war es nun an dArtagnan für einen krönenden Abschluss zu sorgen. Dachte man gerade noch, die Stimmung im Zelt konnte nicht mehr gesteigert werden, da belehrte uns die Nürnberger Band eines anderen. Besser als mit „Feste feiern“ konnte man dieses Set nicht eröffnen. Man merkte deutlich, wie sehr die Zuschauer auf diesen Aufruf gewartet hatten. Hier ging es nochmal richtig los. Im Publikum wurde mitgesungen, getanzt und geklatscht. Texte die überwiegend von Freiheit und Heldentum handeln, gepaart mit einem Rhythmus, bei dem kein Bein stillstehen kann, sind halt ein Garant für einen Abriss. Neben all der Feierstimmung gab es aber auch hier besinnliche Momente. Mit “ My Love´s Germany“, einem Lied, dessen Text vor mehr als 200 Jahren, von dem schottischen Poeten Hector Macneill geschrieben wurde, wollten uns Dartagnan an das erinnern, was wirklich zählt auf dieser Erde, die Liebe. Zu deren Ehren dann auch im Zelt ein Licht oder besser gesagt die Handylampen angezündet wurden. Natürlich haben auch Dartagnan mit Herzblut ein noch relativ neues Album am Start. Anders jedoch als Tanzwut, setzten dArtagnan bei ihrem Set aber auf eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs. Hierbei durften natürlich Gassenhauer wie „was wollen wir trinken“ an diesem Abend nicht fehlen und auch „Trink mein Freund“ wurde mächtig im Publikum gefeiert. Aber es waren nicht nur Trinklieder, die an diesem Abend begeisterten. Gustavo Strauß konnte uns bei „Teufelsgeiger“ davon überzeugen, dass er seine Geige fehlerfrei beherrscht und wurde hierfür ebenfalls mit mächtig Applaus gefeiert. Rundum war es ein wirklich kurzweiliges Set und als dann das Licht ausging und der letzte Ton verstummte, da wollte keiner das es endete. Laute Rufe nach einer Zugabe ließen die Musketiere nochmals auf die Bühne kommen, um den Abend mit der gewünschten Zugabe zu beenden. Ich weiß zwar nicht, wie die folgenden Abende der Winter Lights 2024 werden, aber der Auftakt hat von der ersten bis zur letzten Minute Spaß gemacht.

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....