Die meisten werden Leo Leoni als Gründer und Gitarrist von Gotthard kennen, hier liegt auch der Ursprung der 2017 gegründeten Band. Ziel war es anfangs die alten, nicht mehr so oft gespielten Songs von Gotthard wieder live zu präsentieren. Ich als alter Gotthard-Fan durfe mir natürlich so eine Band live nicht entgehen lassen, also ab in die Matrix Bochum. Bevor CoreLeoni allerdings die Bühne betraten, war erst einmal Seraina Telli an der Reihe, die bereits als Frontfrau der Burning Witches zeigen konnte, was sie musikalisch drauf hat. Serainas facettenreiche Stimme hab ich sofort wiedererkannt, ob rockig, fetzig wie bei „I´m not Sorry“, bei dem die Zuschauerzahl, wie gewünscht leider nicht ganz für einen Moshpit gereicht hat, oder bei der Coverversion von „Fever“, bei der sie zeigte, dass sie auch die tiefen ruhigen Töne perfekt beherrscht. Allerdings hatte sich das Outfit komplett geändert. Nicht mehr voll im schwarzen Leder gekleidet, sondern fetzig und farbenfroh stand sie dort auf der Bühne. Weiße Jacke, grüne und blaue Strähnchen in den Harren, rosa E-Gitarre und Sonnenbrille. Spätestens, als sie die Akustikgitarre rausholte, wurde klar, dass hier nicht nur äußerlich eine Veränderung stattgefunden hatte. Leider war die Matrix an diesem Abend nicht ganz so gut besucht, aber die wenigen Zuschauer, die sich eingefunden hatten, konnte die neue Seraina sichtlich überzeugen.Zum Headliner des Abend waren zwar etwas mehr Zuschauer anwesend, aber ich war doch sehr enttäuscht über den Füllstand der Tube. CoreLeoni hatten trotzdem ihren Spaß an diesem Abend und zeigten das sehr deutlich durch eine hervorragende musikalische Leistung und dem einen oder anderem breitem grinsen im Gesicht. Auch wenn es mittlerweile eigene Titel gibt, gestartet wurde erst einmal mit dem Gotthardklassiker „Sister Moon“ und hier wurde auch sehr schnell klar, CoreLeoni „covern“ nicht nur Gotthard, sondern können es in jeder Weise mit den Original aufnehmen. Die Power, die mir bei Gotthard in den letzten Jahren ein wenig live abhandengekommen ist, hier ist sie wieder zu finden. Sänger Eugent Bushpepa konnte an diesem Abend voll überzeugen. Für mich gibt es keinen Zweifel, dass er der richtige Nachfolger für Ronnie Romero ist. Diese Stimme ist der Hammer und zauberte nicht nur mir, natürlich in Verbindung mit Bass, Gitarren und Drums für fast 2 Stunden ein Dauergrinsen ins Gesicht. „Purple Dynamite“ war hier Programm. Dieser und weitere eigene Songs wie „Let Life Begin Tonight“ oder „Guilty Under Pressure“ floßen nahtlos in alte Gotthardstücke wie „Standing in the light“ über. Gut, man kann jetzt sagen, ist ja alles aus der gleichen Feder, aber so sehr ich Nic Maeder auch mag, Eugent erinnert mich eher an Steve Lee. Und spätestens bei der Interpretation von „Mountain Mama“ wird klar, der Rock´n Roll der 90er lebt hier weiter. CoreLeoni lieferten an diesem Abend ein phantastische Liveshow ab. Natürlich gab es auch genügend hammermäßige Gitarrenriffs und das Drum Solo war ebenfalls nicht zu verachten, in erster Linie überzeugte mich aber die Banddynamik. Eugent Bushpepa, Leo Leoni, Jgor Gianola, Mila Merker und Alex Motta zeigten an diesem Abend auf der Bühne wie gut sie zusammen passen und sich verstehen. Auch wenn die Matrix leider nicht so gut gefüllt war, so hätte die Stimmung nicht besser sein können. Als Leon und Igor sich dann noch ins Publikum begaben, war der Abend perfekt.
Fotografie: Tatjana Krupka
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