Castle Rock – Tag 1 – Schloss Broich Mülheim 03.07.26

Castle Rock, the final Chapter / Tag 1

Am Freitag dem 03.07.2026 kurz nach drei Uhr, öffneten sich die Tore des Schlosses Broich in Mülheim um das letzte Mal den Beginn eines der schönsten Festivals zu eröffnen, auf denen ich je war. Toll nicht nur, weil das Schloss Broich eine wunderbare Kulisse für das Festival bot. Toll nicht nur, weil jedes Jahr, zwei Tage lang eine super Bandauswahl auf der Bühne stand. Toll nicht nur, weil jedes Jahr eine große Anzahl von fleißigen und freundlichen Händen dafür sorgte, dass es uns an nichts mangelte und immer ein offenes Ohr für unsere Probleme hatte. Toll nicht nur, weil es zeigte, dass Rock, Metal und die schwarze Szene zusammen trinken und feiern können, ohne das es zu Ausfällen kommt. Toll nicht nur, weil man auch ohne Ticket auf der Schlosswiese der Musik mit Freunden beim Picknick lauschen konnte. Mir würden noch so viel Gründe mehr einfallen, warum die Besucher am Samstag Abend nicht wollten, dass die Musik aufhört und die Tore des Castle Rock sich endgültig schließen, aber jeder, der einmal dort gewesen ist, weiß selbst genau was ich meine. Dieses letzte Castle Rock war in Rekordzeit ausverkauft gewesen und dass die Besucher Bock hatten zu feiern, zeigte sich auch dadran, dass der Innenhof schon am Freitag Nachmittag, pünktlich zum Opener richtig gut gefüllt war. Vorab muss ich sagen, dass wir an diesem Wochenende eine richtig feine Auswahl von Bands hatten, hier war kein einziger Lückenfüller dabei aber die größte Überraschung war für mich DIE LEGENDE VON NORD.  Warum hatte ich die noch die gesehen? Immerhin blicken die Jungs schon auf eine 11-jährige Bandgeschichte zurück. Die Band ist schwer in eine Schublade zu packen, am Anfang denkt man sich, noch eine Ramstein-Gedächtnis-Band, aber sehr schnell wird klar, dass es sich hierbei nicht um einen NDH-Abklatsch handelt. Sänger Emu hat diese schelmische Stimme, die es auch ohne hartes „R“ prima schafft, die teilweise makabren Texte rüber zu bringen. Begleitet wird er dabei von harten Gittarenriffs und kraftvollem Schlagzeug. Kurz gesagt, Freitag Nachmittag 15:30 Uhr, kein langsames Ankommen, sondern sofort ab zum Feiern. Schnell schellten hier die Hände in die Höhe und die Köpfe im Takt nach vorn. Danach ging es mit Symphonic-Metal und SNOW WHITE BLOOD. Die Band um Frontfrau Sarah, konnte hier mit einer gelungenen Mischung aus kraftvollen Gitarren, orchestralen Klanglandschaften und einer eindrucksvollen Bühnenpräsenz Mülheim in eine märchenhaft-düstere Welt mitreißen. Leider gab es anfänglich ein wenig Problem mit der Tontechnik, was aber schnell nachgebessert wurde und der Stimmung keinen Abbruch tat. Die nächste Band an diesem Freitag eine Ersatz zu nennen wäre eine absolute Beleidigung. Anstelle von ELLI BERLIN standen nun THE OTHER auf der Bühne. Die aus dem ländlichem Leichlingen stammende Band bewies einmal mehr, dass sie alles andere als idyllisch ist. Mit Horrorpunk vom feinsten, rockten sie Mülheim. Kraftvolle Gitarrenriffs, treibendes Schlagzeug und eingängige Refrains, in Verbindung mit der markanten Stimme von Rod Usher sorgten dafür, dass vom ersten Song an Bewegung ins Publikum kam. Obwohl der Wettergott an diesem Wochenende mit angenehmen Temperaturen voll auf unserer Seite stand, hatte sich die Temperatur im Innenhof schon mächtig aufgeheizt. Die musikalischen Einheizer und die Feuersäulen vor der Bühne trugen sicherlich auch ihren Teil dazu bei. Damit nach THE OTHERS erst gar nicht die Möglichkeit bestand, ein wenig zu verschnaufen, eilten TANZWUT auf die Bühne, um mit einem energiegeladenes Spektakel aus druckvollen Metal-Riffs, donnernden Trommeln, durchdringenden Dudelsackklängen und jeder Menge Witz, das musikalische Level an diesem Tag oben zu halten. Mit Witz, Charme und Gesang führte der Teufel durch ein, wie gewohnt perfektes Programm. Dieser Nachmittag war so kurzweilig und bevor man sich versah stand da auch schon der Headliner der ersten Tages auf der Bühne. Den Abschluss an diesem Abend machte die deutsche Dark-Metal-Band NACHTBLUT. Doch bevor uns die Jungs aus Niedersachsen nochmal so richtig auf Tour bringen sollten, hatte Festivalvater Michael Bohnes noch ein Paar Worte für die Besucher. Während Michael seine erste Ansprache hielt, erklang im Schlosshof zwischen Jubel und Beifallsklatschen immer wieder lauthals der Publikumssprechchor: „Castle-Rock“. Man merkte Michael an, dass ihm dieser Abschied nicht einfach fallen würde und auch seine Bemerkung:“ihr seid verrückt, was soll das erst morgen geben“ deutete schon darauf hin, dass hier noch eine Menge Emotionen zum Vorschein kommen würden.Doch noch war das Ende nicht da, also war es jetzt erst einmal an NACHTBLUT, die Traurigkeit zu vertreiben und die Menge wieder zum feiern zu animieren. Und ich kann sagen, dass haben sie richtig gut hinbekommen. Während Gitarre, Bass und Schlagzeug für ein druckvolles musikalisches Fundament sorgten, konnte Askeroth wieder einmal beweisen, was für eine Hammerstimme in ihm steckt. Harte Gitarrenriffs, treibende Rhythmen und atmosphärische Melodien verschmolzen zu dem unverwechselbaren Nachtblut-Sound. Optische Unterstützung gab es, wie auch schon bei den Bands zuvor, durch eine geile Lichtshow, Flammen und Rauchsäulen und jede Menge Seifenblasen. Nach einem gelungenem Tag hieß es nun ab nach Hause, denn am Samstag ging es schon um 12:00 Uhr weiter mit dem letzten Akt des Castle Rocks Festivals. Mehr unter Tag zwei: LINK ZU TAG ZWEI

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....