Am ersten Juliwochenende war es wieder so weit und vor dem Schloss Broich in Mülheim sammelten sich eine Menge schwarz gekleideter Pilger um auf Einlass zu warten. Obwohl, als ich an dem Freitag pünktlich zur Toröffnung um die Ecke bog, da waren dort gar nicht so viele Leute wie erwartet versammelt. Ich denke es war dem Wetter und auch der Tatsache geschuldet, dass viele an diesem Tag ja noch arbeiten mussten, dass der Opener des Tages Still Patient. vor einem nicht ganz so stark gefülltem Innenhof gespielt hat. Es war echt schade, dass nicht mehr Zuschauer diesen Auftritt mitbekamen, denn Still Patient war wirklich hörenswert. Mit seiner düsteren, melodischen Stimme, erinnerte mich Frontmann Andy Koa sehr stark an Bands wie Fields of the Nephilim oder the Cult. Für mich persönlich war diese Band falsch gesetzt und wäre es wert gewesen später aufzutreten. Als zweite Band an diesem Tag, mit etwa 10 Minuten Verspätung, waren Böse Fuchs an der Reihe. Böse Fuchs haben ihren Bekanntheitsgrad in der Vergangenheit extrem gesteigert, da sie als Vorband von Oomph mit auf Tour waren. Wem Frontfrau Valeria schon bei Oomph bekannt vorkam, der war sicherlich schon das ein oder andere Mal bei einem Auftritt von Erdling mit dabei, dort kann man Valeria nämlich an der Gitarre bewundern. Mit gesanglicher Hilfe von Kate Khaiauri überzeugte Böse Fuchs das Publikum sowohl musikalisch, als auch optisch mit kraftvollem Modern Metal von der ersten Minute an. Die Verspätung am ersten Tag zog sich weiter durch das Programm, so kam dann auch die Folk-Metal-Band Skiltron mit Verspätung auf die Bühne. Zuvor war es aber an Michael Bohnes, der jedes Jahr aufs Neue mit dafür sorgt, dass das Castle Rock ein Erfolg wird, einige Begrüßungsworte an die Besucher zu richten. „Nass werden wir doch jedes Jahr“ meinte Michael, ob wir uns nun zu Tode schwitzen oder durch den Regen von oben. Dieses Jahr war es halt mal wieder der Regen. Allerdings konnte so ein wenig Wasser von oben uns die Stimmung nicht vermiesen. Mit einer perfekten Mischung aus Metal und keltischer Musik, durch kraftvollen Gitarren- und beeindruckenden Dudelsacksolos begeisterten uns Skiltron. Nicht nur musikalisch war dieser Auftritt ein Genuss, wenn man die Jungs dort auf der Bühne in ihren Schottenröcken herumwirbeln sah, dachte man nicht, dass diese Band 2004 in Buenos Aires gegründet wurde. Die Bühne wurde nun an Visions of Atlantis übergeben und was jetzt folgte, erinnerte schon an ein kleines Musikal. Kraftvoller Symphonic Metal wurde durch mit einer dazu passende Bühnenshow begeleitet. Die Hauptakteure waren hierbei Frontfrau Clémentine Delauney, die nicht nur gesanglich perfekt durch Michele Guaitol ergänzt wurde. In 60 Minuten verzauberten uns die Österreicher mit Hits wie „Legions of the Seas“, „Heros of the Dawn“ oder „Master of the Hurricane“. Den krönenden Abschluss machten an diesem Freitag die Power-Metal-Band Orden Ogan. Zwei Anlässe gab es an diesem Tag für die Band zu Feiern, einmal den Geburtstag von Gitarrist Niels, der natürlich auch vom Publikum ein Ständchen bekam und die Veröffentlichung des neue Album „The Order of Fear“. Obwohl das Album gerade erst erschienen, wurden der Titelsong „The Order of Fear“ hier genauso gefeiert, wie „Gunman“, oder „The Things we believe in“. Das war mal ein würdiger Abschluss für den ersten Tag. Natürlich gab es im Hofe des Schlosses nicht nur musikalische Leckerbissen. Wie auch in den Jahren zuvor wurden wir auch bestens mit Speis und Trank versorgt. Wer zu seinem Bier keine Currywurst mit Pommes mochte, der konnte zum Beispiel auch an einem der vielen Tische Platz nehmen und sich einen Kaffee mit Kuchen gönnen. Für die Rollstuhlfahrer war eine Empore aufgebaut, von der aus sie die Bühne gut im Auge hatten.. Allerdings muss ich gestehen, ist das Gelände nicht überall gut für Rollstuhlfahrer geeignet. Die Essenswünsche lies man auf Grund des Rasens in Verbindung mit dem Regen, lieber von einer Begleitung besorgen.. Aber ich bin mir auch sicher, selbst wer keine Begleitung hatte, der fand mit Hilfe der freundlichen und hilfsbereiten Besuchern und Mitarbeitern eine Lösung. Natürlich dürfen in meinem Bericht auch die Vierkaufstände im Eingangsbereich nicht fehlen. Für wen musikalisch gerade nichts geboten wurde, der konnte eine kleine Shoppingtour unternehmen und sich zum Beispiel am Merch-Stand austoben. Den Bericht von Tag 2 findet ihr hier:
Fotografie: Tatjana Krupka
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