Castle Rock Festival 2023 Schloss Broich Mülheim 30.06.23 – Tag 1

Mülheim hat musikalisch sicher Einiges zu bieten, aber einmal im Jahr zieht es die schwarzgekleideten Musikfans zum Schloss Broich, um dort den Klängen von Metal, Rock und Goth zu lauschen. Auch in diesem Jahr gab es wieder ein fantastisches Line-up und so war es nicht verwunderlich, dass es für den Freitag nur noch wenige und für den Samstag überhaupt keine Karten mehr gab. Als ich jedoch am Freitag, gegen 15:00 Uhr zum Einlass kam, hatte sich noch keine so große Schlange vor dem Schlosstor gebildet und ich hatte schon die Befürchtung, dass sich auf Grund der Wettervorhersage doch einige Gäste dazu entschlossen hatten, lieber indoor zu bleiben. Fünf gute Bands standen heute auf dem Programm, so dass man von einem Opener an diesem Freitag gar nicht so richtig sprechen konnte und als SOULBOUND um 16:00 Uhr aufspielten, war der Innenhof des Schlosses nun auch merklich gefüllt. Die Jungs aus Bielefeld sind in der Metalszene ja schon lange keine Neulinge mehr, also nicht erstaunlich, dass SOULBOUND schon eine recht große Fangemeinschaft in Mülheim vorweisen konnte. Frontmann Johnny bewies einmal mehr, was in seiner Kehle steckt und obwohl das Festival gerade erst anlief, kam hier schon ordentliche Stimmung auf. Nach einer kurzen Umbaupause waren nun STORM SEEKER an der Reihe, Mülheim mit ihrem Piraten Folk Metal zu erobern. Obwohl die musikalische Leistung wirklich gut war, ebbte der Elan im Schlosshof ein wenig ab. Der Aufforderung des gemeinsamen Ruderns zum Beispiel, kamen nicht ganz so viele im Publikum nach. Mittlerweile hatte sich auch die Sonne am Himmel gezeigt und einige Besucher waren mit einem kühlen Getränk schon rüber auf die Schlosswiese gegangen. Solche Kleinigkeiten sind ja das Schöne an diesem Festival, du bekommst ein Armband um, mit dem du den Innenhof, zu jeder Zeit verlassen kannst. Einfach mit den Kindern eine Runde auf den nahegelegenen Spielplatz gehen oder sich auf der Wiese niederlassen um von dort weiter, den musikalischen Klängen zu lauschen. Richtig gelesen, Kindern. Das Castle Rock in Mülheim wird jedes Jahr von vielen Familien besucht. Mit Sicherheit ist einer der Gründe hierfür, die familiäre Art, mit der das Festival auch betrieben wird. Hier wird zum Beispiel der verkaufte Kuchen noch selbst gebacken und hinter den Verkaufsständen sind eine Menge freiwilliger Helfer zu finden. Musikalisch ging es auf der Bühne mit NULL POSITIV weiter. Was hier sofort auffiel war Frontfrau Elli Berlin. Sowohl vom Gesang, als auch von dem Kostüm und der Performance, war da eine Menge los auf der Bühne. Das Publikum schien ein wenig gespalten. Während die einen NULL POSITIV feierten, machte sich ein anderer Teil auf den Weg, sich ums leibliche Wohl zu kümmern. Bei WARKINGS standen dann aber wieder alle vor der Bühne. Kein Wunder, dass der Umbau ein wenig länger dauerte, denn Bühnenbildtechnisch wurde hier richtig was aufgefahren. Ich glaube, egal wie groß die Bühne auch ist, es kommen immer alle Requisiten mit. Was nun folgte, das war nicht nur musikalisch ein Genuss in Form von genialem Power-Metal, sondern auch ein Augenschmaus. Durch ihre Gewänder und Masken unkenntlich gemacht, bringen Crusader, Viking, Spartan und Sänger Tribune von der ersten Minute Schloss Broich zum kochen. Mit den musikalischen Erzählungen ihre Schlachterfolge, heizten sie dem Publikum ordentlich ein. Und wem das noch nicht warm genug war, der erfreute sich dann sicher doppelt an der begleitenden Pyroshow. Natürlich wäre ein Auftritt von WARKINGS nur halb so viel Wert, wenn er nicht von der Morgana Le Fay  unterstützt würde. Bei allseits bekannten Songs wie „FIGHT“ oder „WE ARE THE FIRE“ steht dann auch keiner mehr still. Die Fäuste rasen im Takt nach oben und alle singen im Chor mit. Nach diesem Auftritt mitzuhalten war recht schwer, aber ein alter Profi wie MEGAHERZ hatte damit natürlich keine Probleme. Mit alten und neuen Hits, zeigte uns der Headliner an diesem Abend, dass er dieser Stellung würdig waren. Schon mit ihren ersten Song „VORHANG AUF“ hatten sie das Publikum auf ihre Seite geholt. Lautstark wurde hier mitgesungen und nicht nur bangende Köpfe, sondern auch tanzende Füße waren überall zu sehen. Ich glaube es ist vollkommen egal, wie viele gute Songs MEGAHERZ jemals produzieren werden, es wird immer diesen einen Song geben, den jeder hören will und so war der absolutes Höhepunkt des Abends sicher erreicht, als es aus fast jeder Kehle im Schloss gleichzeitig „MISTSTÜCK“ schallt. So kann ein erfolgreicher erster Festivaltag zu Ende gehen.

Bericht zu Tag 2 hier

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....