Bospop Festival Weert NL – Tag 3 – 12.07.26

Am dritten Tag ist vermehrt bodenständiger Rock Programm. Den Auftakt macht der schwedische Singer Songwriter Jesper Lindell mit seiner Band. Mit feinem Americana überrascht er die Fans, für die er bisher ein unbeschriebenes Blatt ist. Dank solcher Musiker wird auch Musik im Stile von van Morrison, Neil Young oder Bob Dylan weiterleben. Leider war das Gelände zu dem frühen Zeitpunkt noch übersichtlich gefüllt, aber er hat die Chance genutzt, überzeugend Werbung in eigener Sache zu machen. Bei Goodbye June auf der Harley-Davidson Bühne ist es dann schon voller. Der Sound der Band könnte passender zum Namen der Stage nicht sein und pendelt  zwischen Guns´n´Roses und Southern Rock. So kommt beste schweißtreibende Rockstimmung bei Temperaturen weit jenseits der 30 Grad auf. Zum Glück weht ein leichter Wind, der die großen Ventilatoren im Zelt unterstützt. Zudem macht es sich die Security zur Hauptaufgabe den Fans mit kalten Schwämmen etwas Kühlung zu verschaffen. Hier wird noch einmal deutlich was für eine friedliche Stimmung auf dem Festival herrscht, dass so etwas möglich ist. Fantastic Negrito bringt wie er selbst sagt Black Roots Music nach Weert. Extrovertiert sorgt er, als die Temperaturen am Nachmittag den Höhepunkt erreichen, mit rockigen Blues die Fans in Stimmung. Zuweilen erinnert er stilistisch an Prince, dessen Musik ihn auf den Weg zur Musik brachte, The Fatale Flowers, die Ende der 80er Jahre insbesondere in den Niederlanden große Erfolge hatten und sich bis auf ein kurzes Intermezzo 1990 aufgelöst hatten, fanden im letzten Jahr wieder zusammen. Eine gute Entscheidung; im proppenvollen großen Zelt zeigen sie, dass ihre melodiöse Musik mit psychedelischen Einflüssen auch heute noch sehr gut ankommt. Dass Mick Ronson, langjähriger Wegbegleiter von David Bowie zwei Alben der Band Ende der 80er Jahre produzierte ist stilistisch durchaus erkennbar, Palace Royal aus Las Vegas lassen es dann auf der Mainstage krachen. Garage Rock trifft Glam Rock gewürzt mit einer Prise Punk und so geht am späten Nachmittag die Post ab. Energiegeladen geht es mit dem Niederländer Jett Rebell im Zelt weiter. Sein Rock mit eingängigen poppigen Elementen zeigt, warum er in den Niederlanden als Top Act angesagt ist. Es ist immer schön zu sehen, wenn junge Musiker Rockmusik erfrischend weiterleben zu lassen. Am frühen Abend läuten die Counting Crows die renommierteren Acts ein. Mit Alternativ Rock, Roots und folkigen Einflüssen begeistern sie die Fans mit zeitloser Musik. Es ist ein Fehler, sie nur auf ihren wohl größten Hit „Mr Jones“ zu reduzieren. Die Band zeigt, warum die meisten Alben in den Charts weiter oben gelandet sind. Ein bestens gelaunter Chris Isaac bringt dann Rock´n´Roll und Nostalgie ins große Zelt. Er zeigt sich dabei sehr publikumsnah und singt einen Song, während er sich den Weg durch die Reihen der dicht gedrängten Fans sucht. Bei „Wicked Games“ sieht man, wie bei manchen Fans ein Tränchen aus den Augen läuft. Danach wird es vor der Mainstage richtig voll und Anouk rockt die Stage. In ihre rockigen Songs lässt sie Elemente einige rappige Elemente einfließen und in einigen balladesken Songs zeigt sie eindrucksvoll ihre Stimmgewalt. Ein leidenschaftlicher Auftritt, der die Fans mitnimmt. Auf der Zeltbühne wird es dann elektronisch. OMD bringen die elektronische Musik der 80er Jahre nach Weert. Auch wenn Sänger und Bassist Andy McCluskey zu Beginn des Konzerts an die jüngeren Fans gerichtet sagt, dass sie ganz alte Instrumente wie Synteziser benutzen kommen die zeitlosen Songs erfrischend rüber und begeistern die Fans. Den langen dritten Konzert Abend lässt dann Lenny Kravitz ausklingen, dessen Management aus welchem Grund auch immer leider nur einen Fotografen zuließ, während aus dem Publikum munter mitgefilmt wurde. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch auf der zweiten Zeltbühne parallel zu Harley-Davidson Bühne Musiker wie Henrik Freischlader, Ally Venable oder die Comoners ihre Visitenkarte abgeben konnten. Als Resümee kann gesagt werden, dass es den Verantwortlichen vom Bospop gelungen ist, ein hochkarätiges Line-Up, gespickt mit lokalen Bands zu präsentieren, dabei aber immer noch einen familiären Rahmen beibehalten zu haben. Wie sagt man so schön, „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Vom 09. – 11. Juli 2027 wird es das nächste Bospop geben, einen Termin, den man sich vormerken sollte. Wer weiß, wen die Macher dann aus dem Hut zaubern. Es werden aber mit Sicherheit einige Überraschungen dabei sein. Tag 1 hier und Tag 2 hier.

Auf https://bospopfestival.nl wird es in den nächsten Monaten Neuigkeiten zum Line-Up geben.

Textbeitrag: Gernot MangoldFotografie: Gernot Mangold

Fotografie: Gernot Mangold

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....