Amphi Festival 2026 – zwei Teile ergeben ein perfektes Ganzes. Sonntag 10:00 Uhr, Frisur und Make-up check, die Kleidung dem Anlass angepasst und ab geht es wieder für tausende in Richtung Tanzbrunnen. Tag zwei des Amphi Festivals steht auf dem Programm und das bedeutet wieder auf 3 Bühnen von Mittag bis 22:00 Uhr die Qual der Wahl bei der Bandauswahl. Für heute war heftiger Regen angesagt, also durfte das Regencape auf keinen Fall fehlen. Wer eins vergessen hatte, fand sicherlich den passenden Regenschutz an einem der vielen Verkaufsstände auf dem Gelände. Der Regen hielt sich aber in Grenzen, die Regenschauer waren kurz und auch von geringer Anzahl und wie schon bemerkt, boten sowohl die Schirme als auch die Halle einen perfekten Schutz. Wie auch schon am Samstag, war es für mich nicht möglich alle Bands abzudecken. Das Schiff lag immer noch auf der anderen Rheinseite und war somit unerreichbar, ohne den Ausfall von mehreren Bands in Kauf zu nehmen. Ich konzentrierte mich also an diesem Tag wieder auf die Maine- und die Theater Stage. Besuchen konnte ich am Sonntag auf der Main Stage: MOTEL TRANSYLVANIA, CHROM, SCHATTENMANN, SOLITARY EXPERIMENTS, LEBANON HANOVER, DIARY OF DREAMS, JOACHIM WITT, EISBRECHER und im Theater: THE SWEET KILL, ASSEMBLAGE 23, CLAN OF XYMOX und einen kurzen Blick auf WELLE: ERDBALL werfen. Der zweite Festivaltag begann auf der Maine Stage mit MOTEL TRANSYLVANIA, für die Italiener war es mit ihrer energiegeladenen Mischung aus Metal und dunklem Rock ein leichtes, das bereits vorhandene Publikum aufzuwecken und zum Feiern zu animieren. Ein perfekter Opener. Es folgten CHROM, die mit eingängigem Future Pop und elektronischen Melodien für beste Tanzstimmung sorgten. Auch SCHATTENMANN überzeugten mit kraftvollem Modern Rock und einer dynamischen Bühnenperformance. Mit SOLITARY EXPERIMENTS kehrte klassischer Future Pop auf die Bühne zurück. Die Band begeisterte mit ihren atmosphärischen Songs und sorgte für einen der elektronischen Höhepunkte des Nachmittags. Einen besonderen Kontrast boten LEBANON HANOVER. Das britisch-schweizerische Duo schuf mit minimalistischem Cold Wave und melancholischer Atmosphäre einen der intensivsten und emotionalsten Auftritte des Wochenendes. Nicht weniger beeindruckend präsentierten sich DIARY OF DREAMS. Adrian Hates und seine Band nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise zwischen Melancholie, Rock und elektronischen Elementen und sorgten für zahlreiche Gänsehautmomente. Mit Joachim Witt stand anschließend eine der prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Musikgeschichte auf der Bühne. Seine Mischung aus Klassikern und neueren Songs wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und zeigte eindrucksvoll seine ungebrochene Bühnenpräsenz. Ich denke ich kann sagen, dass es auch nach 40 Jahren immer noch ein absolutes Glücksgefühl ist, mit tausenden von Menschen den goldenene Reiter zu singen. Den krönenden Abschluss auf der Main Stage bildeten EISBRECHER. Mit druckvollem Industrial Metal, einer spektakulären Bühnenshow und Frontmann Alexander Wesselsky in Höchstform entwickelte sich ihr Auftritt zum gefeierten Finale des Festivals. Auch auf der zweiten Bühne wurde den Besuchern ein hochklassiges Programm geboten. THE SWEET KILL eröffneten dort mit modernem Darkwave und elektronischen Klängen. ASSEMBLAGE 23 begeisterten anschließend mit ihren zeitlosen Future-Pop-Klassikern und einer energiegeladenen Performance. Nachdem CLAN OF XYMOX das Publikum mit atmosphärischem Dark Wave und zahlreichen Klassikern in ihren Bann gezogen hatte, war der würdigen Abschluss der zweiten Bühne WELLE:ERDBALL vorbehalten. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Retro-Elektronik, Computerästhetik und augenzwinkernder Bühnenshow sorgte die Band noch einmal für ausgelassene Stimmung und einen unvergesslichen Ausklang des Festivalwochenendes. FAZIT: Ein Wochenende voller Gemeinschaft. Neben den musikalischen Höhepunkten überzeugte das Amphi Festival 2026 erneut durch seine entspannte Atmosphäre. Händlerstände mit Mode, Schmuck, Tonträgern und Accessoires luden ebenso zum Stöbern ein wie die vielfältigen gastronomischen Angebote zum Verweilen. Der Tanzbrunnen mit seinem Blick auf den Rhein bleibt eine der schönsten Festival-Locations Deutschlands und trägt maßgeblich zum besonderen Charakter des Amphi Festivals bei. Die Mischung aus internationalen Szenegrößen, etablierten deutschen Bands und spannenden Newcomern machte das Festival auch 2026 wieder zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Die friedliche Stimmung, die Offenheit der Besucher und die hohe musikalische Qualität sorgten dafür, dass das Amphi Festival seinem Ruf als eines der bedeutendsten Treffen der Schwarzen Szene einmal mehr gerecht wurde. Nach zwei Tagen voller eindrucksvoller Konzerte, unzähliger Begegnungen und gemeinsamer Festivalmomente bleibt vor allem die Vorfreude auf die nächste Ausgabe am Kölner Tanzbrunnen.
Fotografie: Tatjana Krupka
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