Amphi Festival 2026 – Gelungener Auftakt am Tanzbrunnen – Tag 1 Samstag 25.07.2026
Das Amphi feierte einen runden Geburtstag und wir waren mit dabei. Was vor 20 Jahren im Amphitheater in Gelsenkirchen begangen, ist heute ein fester Bestandteil der schwarzen Szene geworden, deshalb wunderte es auch keinen, als es 2026 AUSVERKAUFT hieß. Tausende Besucher aus der Schwarzen Szene und darüber hinaus feierten gemeinsam ein Festival, dass musikalisch von Gothic Rock über Future Pop bis hin zu Mittelalter- und Industrial-Klängen alles bot, was das Herz der Szene begehrt. Der Wettergott meinte es für das Wochenende gut mit uns, Samstag war es, trotz der Hitze ganz gut auszuhalten und der erwartete Starkregen am Sonntag verwandelte sich in kleinere Schauer, die gut zu überstehen waren. Die ebenfalls frisch renovierten Rheinterrassen und der Strand sorgten mit dafür, dass es auf dem Hauptgelände nicht zu überfüllt war und man gemütlich an den Ständen entlang schlendern konnte. Neben Ständen mit Kleidung und allem Zubehör, dass sich das schwarze Herz wünschte, wurde natürlich auch für das Leibliche Wohl gesorgt. Als Wermutstropfen muss ich hier sagen, dass es dieses Jahr kein Angebot für Veganer gab. Ich selbst war zwar nicht betroffen, doch einige Bekannte suchten Vergebens eine Essmöglichkeit. Leider, obwohl nicht anders zu erwarten, sind die Preise auf dem Amphi auch wieder gestiegen. Eine Pommes 6 Euro ist schon happig. Allerdings möchte ich bemerken, dass der Veranstalter des Festivals keinen Einfluss auf die Standpreise hat. Der Kölner Tanzbrunnen wurde im Frühjahr 2026 nach umfassenden Modernisierungsarbeiten wiedereröffnet, also war ich gespannt, was sich geändert hatte. Die neuen Schirme vor der MAIN STAGE wirken viel freundlicher, fast schon transparent. Man fühlt sich nicht mehr so eingeengt unter der Überdachung und sie boten an diesem Wochenende auch einen guten Schutz gegen die Sonne und Regen. Es wurden aber nicht nur die Schirme überarbeitet, auch die Außenbühne und die Technik wurden modernisiert, also eine perfekte Grundlage um ein Festival zu feiern. Natürlich kommt das Amhi nicht mit einer Bühne aus. Neben der Main Stage gab es wie jedes Jahr natürlich auch die Theater Stage direkt nebenan und die Orbit Stage, welche, wie von den meisten sicherlich schon erwartet, auf Grund des Niedrigwasser im Rhein, nicht vor dem Tanzbrunnen, sondern auf der anderen Rheinseite lag. Zwar fuhr ein Shuttlebus zwischen Tanzbrunnen und Orbit Stage, für mich fiel das Schiff aber leider komplett aus, da ich durch die Wegzeit einfach zu viele Bands verpasst hätte. Mein Augenmerk am Samstag lag, bis auf DINA SUMMER, die im Theater spielte, auf der Hauptbühne. Hier spielten am Samstag: FLORIAN GREY , HARPYIE, SOULBOUND, HELDMASCHINE, DAS ICH, SOLAR FAKE, MONO INC. und COVENANT. COVENANT sprangen kurzfristig für den erkrankte Ronan Harris ein, der mit seiner Band VNV-Nation der eigentliche Headliner des Samstagsabends sein sollte. Ich hoffe Ronan ist bald wieder auf dem Weg der Genesung und damit auch wieder fit genug um die Bühnen zu stürmen. Den Auftakt auf der Main Stage machte Florian Grey, die mit melodischem Dark Rock einen stimmungsvollen Start in den Festivaltag lieferten. Bereits am frühen Vormittag füllte sich das Gelände spürbar und die ersten Fans versammelten sich vor der Bühne. Rockig ging es dann mit HARPYIE weiter, die mit ihrer Mischung aus Mittelalterrock und modernen Metal-Einflüssen dafür sorgte, dass die Köpfre vor der Bühne nicht still standen. Mit energiegeladenen Songs und einer mitreißenden Bühnenpräsenz gelang es der Band, das Publikum schnell auf Betriebstemperatur zu bringen und für SOULBOUND vorzubereiten. Wie gewohnt kraftvoll präsentierten sich SOULBOUND dann mit einer druckvollen Performance ihres Industrial/Gothic-Meta, der sowohl harte Gitarren als auch eingängige Melodien vereint. Die durchdringende Stimme von Johannes Stecker oder sollte ich lieber schreiben, das saubere Brüllen, sorgte dann auch in der letzten Reihe dafür, dass jetzt alle wach und bereit zum feiern waren. Mit HELDMASCHINE folgte einer der Höhepunkte des Nachmittags. Die Neue-Deutsche-Härte-Band lieferte eine gewohnt souveräne Show mit sattem Sound, markanten Riffs und viel Energie. Die Zuschauer dankten es mit lautem Applaus und einer beeindruckenden Stimmung vor der Bühne. Die erste Band im Theater hatte ich schon verpasst, aber ich wollte wenigstens versuchen mal reinzuschauen. Die warmen Temperaturen waren nicht ganz so gut für meinen Kreislauf, also war DINA SUMMER, deren Mischung aus Dark Disco, Post-Punk und elektronischen Clubbeats hervorragend zur nächtlichen dunklen Stimmung im Saal passte, die einzige Band, die ich am Samstag im Theater besuchen sollte. Wieder vor der Main Stage kam nun, zumindest für die Fotografen, der Höhepunkt des Tages. Es ist einfach ein Träumchen diese Band zu fotografieren. Einen stilistischen Kontrast setzte hier nun im Vergleich zu seinen Vorgängern, DAS ICH. Das Kult-Duo bewies einmal mehr, warum es seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen der deutschen Dark-Wave- und Industrial-Szene gehört. Düstere Klanglandschaften, intensive Vocals und eine außergewöhnliche Bühnenperformance sorgten für einen der atmosphärisch dichtesten Auftritte des Tages. Elektronischer wurde es mit SOLAR FAKE, deren eingängiger Future Pop zahlreiche Besucher zum Tanzen brachte. Die Band überzeugte mit einer perfekten Mischung aus emotionalen Melodien und treibenden Beats und unterstrich ihren festen Platz in der europäischen Synthpop-Szene. Als einer der großen Publikumsmagneten des Samstags betraten MONO INC. die Bühne. Mit ihrer gewohnt professionellen Show, charismatischer Ausstrahlung und hymnischen Songs verwandelte die Band den Tanzbrunnen in einen großen Chor. Klassiker und neuere Stücke wurden gleichermaßen begeistert aufgenommen und sorgten für Gänsehautmomente. Auch COVENANT begeisterten die Fans elektronischer Musik. Die schwedischen Electro-Pioniere präsentierten einen atmosphärischen Mix aus Klassikern und aktuellen Songs. Präzise Sounds, markante Vocals und eindrucksvolle Lichtstimmungen machten ihren Auftritt zu einem der musikalischen Highlights des Abends. Schon der Samstag machte deutlich, warum das Amphi Festival mit zu den wichtigsten Treffpunkten der Schwarzen Szene zählt: ein abwechslungsreiches Line-up, eine einzigartige Location und ein Publikum, das Musik, Gemeinschaft und Individualität gleichermaßen feiert. Nach diesem gelungenen Auftakt durfte man sich auf einen ebenso hochkarätigen zweiten Festivaltag freuen.
Fotografie: Tatjana Krupka
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