Alice Cooper/ support Michael Monroe – MEH Düsseldorf – 21.06.2022

Am 21.06.2022 gab sich Alice Cooper in der Mitsubishi-Electric-Hall in Düsseldorf die Ehre. Mit im Gepäck hatte er außer sein neues Album „Detroit Stories“ auch Michael Monroe, der den älteren von uns sicher noch als Sänger von „Hanoi Rocks“ bekannt ist und der an diesem Abend für ihn eröffnen sollte. Auf dieses Doppelpack war ich mächtig gespannt, hatte jetzt aber keine hochgesteckten Erwartungen sowohl Monroe als auch Cooper sind halt keine 40 mehr. Was sollte ich mich irren, als ich nach dem Konzert zu Wagen ging, erschöpft vom Feiern, war ich so froh darüber, diesen Abend miterlebt zu haben. Fangen wir mit Monroe an. Musikalisch ist sein aktuelles Album keine Neuerfindung, braucht man aber auch nicht, Monroe ist seiner Linie treu geblieben und brachte guten alten Rock´n Roll auf die Bühne. Wer ihn da oben stehen und posen sieht, der denkt nicht dran, dass Michael erst letzte Woche 60 geworden ist. Alle Klischees des Glam Rocks waren gänzlich erfüllt, die Kostüme blinkten, die Haare waren toupiert, das Make up war perfekt und auch bei der Bühnenshow merkte man, dass hier jemand schon sehr lange auf der Bühne steht. Gerade eben erst hat Michael Monroe sein neues Album „I Live Too Fast to Die Young“ rausgebracht, von dem an diesem Abend auch einige Stücke zu hören waren. Eröffnet wurde aber erst einmal mit „One Man Gang“, fast so als ob er von Anfang an klarstellen wollte, ich bin Michael Monroe und ich bin viel mehr als nur der ehemalige Sänger von Hanoi Rocks. In den nächsten 45 Minuten wurden die Zuschauer in Düsseldorf schon einmal mächtig aufgeheizt. Spätestens bei dem alten Hanoi Song „Malibu Beach Nightmare“ sang dann auch alles lautstark um mich herum, Hanoi Rocks sind halt eine Marke und nur schwer abzulegen. Michael poste, wie es kein 20jähriger besser könnte, immer wieder suchte er die direkte Nähe des Publikums stellte und setzte sich ganz nach vorne auf die Boxen, und als er über die Box auf die Absperrung schritt und dort nur auf dem dünnen Rohr stand, dachten alle, das geht jetzt nicht gut.  Respekt für diese körperliche Leistung und ein Dankeschön für diese tolle Show.

Setlist Michael Monroe:

One Man Gang
I Live Too Fast to Die Young
Last Train to Tokyo
Murder the Summer of Love
Trick of the Wrist
’78
Ballad of the Lower East Side
Nothin’s Alright
Malibu Beach Nightmare
Motorvatin‘
Up Around the Bend
Dead, Jail or Rock ’n‘ Roll

Nach einer kurzen Umbaupause, die wir auch alle brauchten, um mal frische Luft zu schnappen und sich doch das ein oder andere Getränk zu gönnen, war es dann so weit und die große Show konnte beginnen.  In einem Interview mit „Die Zeit“ sagte der Erfinder des Schock-Rocks einmal: „Qualität hält dich im Spiel. Man muss jede Show spielen, als sei es die letzte; jede Platte aufnehmen, als sei sie dein Vermächtnis. Wenn du diesem Leitsatz folgst, folgt dir auch dein Publikum.“  Und das tat er, er spielte diese Show, als sei es seine Letzte. Mein Gott, der Mann ist 74 Jahre woher kommt all diese Power? Bei den ersten Takten von „Feed my Frankenstein“ flippten die 3000 Besucher in der Halle schon aus und immer, wenn man dachte, besser geht nicht mehr, dann gab es nochmal einen obendrauf. Während der nächsten 23 Songs bekamen wir neben einer fantastisch musikalischen Darbietung eine einmalige Bühnenshow geboten. Wo soll ich anfangen, vier große Kerzenleuchter, einem Spukschloss würdig hingen über der Bühne, im Hintergrund der personalisierte Sarg mit den unvergleichlichen Cooperaugen, aus dem er dann auch, nachdem die Guillotine ihn geköpft hatte, wieder auferstanden war. Mit dem übergroßem Frankenstein, der auf der Bühne erscheint? Den unzähligen Kostümen, die wir an diesem Abend gesehen haben. Den knapp 3m großen „Dead Babies“, die sich auf der Bühne zeigten, von der Peitsche bis zur Zwangsjacke, ich kann gar nicht aufzählen, was uns hier alles geboten wurde. Lief er gegen Anfang der Show noch kurzzeitig mit Hilfe eines Krückstocks über die Bühne, so wurde sehr schnell klar, dieser Rocker braucht noch lange keine Krücken. Ein Hit nach dem anderen wurde an diesem Abend rausgehauen und das Publikum feierte ihn. Dem Typen neben mir, einem Kerl wie ein Baum, standen die Tränen in den Augen als er mir erzählte, er hätte Cooper das erste Mal vor 30 Jahren gesehen und nun sei er mit seinem Sohn hier, weil auch dieser das einmal im Leben gesehen haben muss. Aber nicht nur Cooper glänzte bei diesem Auftritt. Mit Nita Strauss (Lead-Gitarre, Gesang), Chuck Garric (Bass), Ryan Roxie und Tommy Hendriksen (beide Gitarre/Gesang) sowie Glen Sobel (Schlagzeug) hat er einfach ein super eingespieltes Team auf seiner Seite, dem man ebenfalls seinen Respekt zollen muss. Besonders Nita Strauss war an diesem Abend die ungekrönte Nummer Zwei auf der Bühne. Abgesehen davon, dass sie ihre Gitarre wirklich krass beherrscht, sieht sie natürlich auch noch Hammer aus. Die gesanglichen Pausen, die mit Gitarren- und Drumsolos gefüllt würden, gönnte jeder an diesem Abend Alice Cooper, der eine wirklich grandiose Show abgeliefert hat. Bei „Poison“ hätte keiner geglaubt, dass nur 3000 Zuschauer in der Halle gewesen sind und als das Ende mit „Schools out“ eingeläutet wurde, da gab es mit Sicherheit keinen mehr, der der nicht vom Cooperfieber gepackt worden ist und seinen Helden mit endlosem Applaus feierte.

Setlist Alice Cooper :

Feed my Frankenstein
No More Mr. Nice Guy
Bed Of Nails
Hey Stoopid
Fallen In Love
Be My Lover
Go Man Go
Under My Wheels
He’s Back (The Man Behind The Mask)
Go To Hell
Eighteen
Poison
Billion Dollar Babies
NITA SOLO
Roses on White Lace
My Stars, Devils Food, Black Widow
Drum Solo (Black Juju)
Steven
Dead Babies
I Love the Dead
Escape
Teenage Frankenstein
Schools Out

Textbeitrag: J.H.Fotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka


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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....