Alice Cooper is ein echtes Phänomen. Auch mit Ende siebzig ist er immer noch topfit und von den Bühnen dieser Welt nicht wegzudenken. Da war die Vorfreude unter den zahlreichen Fans in der gut gefüllten Rudolf Weber Arena Oberhausen natürlich groß. Viele Besucher waren als Alice Cooper verkleidet, komplett mit dem typischen verschmierten Augen-Makeup, was zur festlichen und nostalgischen Atmosphäre beitrug. Als Support konnte Doro mit ihrer starken Band die Fans überzeugen (siehe hier). Um 20.15 war es dann soweit, auf der Bühne hing ein Banner mit der Aufschrift „Alice Cooper banned in Germany!“ und als sich Alice Cooper zu den Klängen der Musik durch die Leinwand schnitt brach lautstarker Jubel aus. Mit beeindruckender Energie und einer Menge Bewegung ging es durch eine starke Setlist aus einer gut zusammengestellten Mischung aus klassischen Hits, darunter „Hey Stoopid“, „Feed My Frankenstein“ und „Poison“ und natürlich den alten Superhits („Welcome to my nightmare“, „I`m eighteen“, „Under my wheels“ und so weiter). Während „Feed My Frankenstein“ lief eine riesige Frankenstein-Figur über die Bühne und sorgte für lustige visuelle Effekte. Die Aufregung der Menge erreichte während „Poison“ ihren Höhepunkt, als fast jeder seine Handys in die Luft hielt und eifrig versuchte, die Darbietung aufzunehmen. Überhaupt nimmt die ganze Handy Filmerei bei Konzerten mittlerweile erschreckende Ausmaaße an. Ich verstehe nicht warum die Fans nicht einfach die Show genießen statt ständig mit den Handys rumzufummeln. Die dramatische Guillotine-Nummer, bei der es so aussah, als würde Alice der Kopf abgehackt durfte natürlich nicht fehlen. Alt, aber immer wieder gut. Als sich das Konzert dem Ende näherte, spielten Alice Cooper und seine Band „Elected“, begleitet von auffälligen Grafiken und Konfetti in Rot, Weiß und Blau. Das große Finale war das kultige „School’s Out“, ein passender Abschluss und immer noch ein Song fürs Leben. Das Konzert war eine Meisterklasse in Sachen Rock, eine Mischung aus großartiger Musik, talentierten Musikern und fesselnder Theatralik. Eine lebende Legende in Aktion zu erleben ist immer wieder aufregend und der Abend war ein Beweis für Alice Coopers Fähigkeit sein Publikum zu begeistern und zu unterhalten. Insgesamt war es eine großartige Show und diese klassischen Songs live zu hören ist immer etwas ganz Besonderes, eine Erinnerung an die zeitlose Kraft des Rock und die einmalige Bühnenpräsenz von Alice Cooper fesselt weiterhin das Publikum über Generationen hinweg, es waren auffällig viele junge Fans im Publikum.
Fotografie: Tatjana Krupka
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