20 Jahre MONO INC – Das Jubiläumskonzert – 02.09.2023 Amphitheater Gelsenkirchen

Wenn eine Band wie MONO INC ihr 20 jähriges Jubiläum feiern, dann wird das nicht nur ein einfaches Konzert. Am 02. September wurde deshalb ins Amphitheater nach Gelsenkirchen, zu einem kleinem Festival geladen. Außer dem Gastgeber selbst, standen an diesem Tag noch 6 weitere, handverlesene Bands auf dem Programm.

Den Anfang machte die 2014 gegründete Synthiepop- und Dark-Wave-Band ALIENARE. Obwohl an diesem Samstag schon um 14:00 Uhr, und damit recht früh gestartet wurde, war das Theater bei Beginn, zu guten 25 Prozent gefüllt. Kein Wunder, denn T. Green und T. Imo haben sich in den letzten Jahren schon eine ordentliche Fangemeinde erarbeitet. Der Sympathische und immer gutgelaunte Frontmann verstand es auch an diesem Tag, das Publikum mit Songs wie „Emerald“ oder „Diamonds“ zum Singen und Klatschen zu animieren.

Weiter ging es nun metallastiger mit SOULBOUND. Die Bielefelder Band um Frontmann Johnny Stecker hatte an diesem Nachmittag allerdings nicht nur Musik im Gepäck. Zwischen den Songs, nutzte Johnny immer wieder die Gelegenheit sich auch politisch zu äußern. Egal ob Metal oder Schwarz, hier sollte es ein einheitliches „FUCK YOU“ gegen Rechts geben. Ich persönlich finde es wichtig, dass Bands, die im Scheinwerferlicht stehen, ihre Vorbildfunktion nutzten und sich positionieren. Natürlich gab es auch hier musikalische Leckerbissen, leider hatte ich aber ein wenig das Gefühl, die aufkommende Stimmung wurde durch die Statements immer wieder ein wenig gedämpft. Anscheinend merkte das auch Johnny, der dieses mit den Worten :“Schön, dass ihr euch eure Kräfte noch für später aufhebt“ kommentierte.

Mit der kroatischen Rockband MANNTRA ging es dann gegen 15:50 Uhr weiter. Das Amphitheater hatte sich mittlerweile schon recht ordentlich gefüllt und auch die Sonne wurde nicht mehr so oft von den Wolken verdeckt. Passend zu den steigenden Temperaturen, gab es hier jetzt auch die ersten Pyro-Einsätze zu sehen. Bei diesem Auftritt wurde neben guter Musik auch viel Männerbrust gezeigt, was Gitarrist Dodo zum klagen brachte. Er müsse deshalb immer zum Sport, obwohl er Sport gar nicht so mag. Aber auch ohne die nackte Haut, wäre der Auftritt ein Erfolg gewesen. Mit einer guten musikalischen Mischung aus Folk und Metal konnten Manntra hier begeistern. Wer übrigens mehr Manntra hören und sehen möchte, der sollte die Show am 22. September in Leipzig nicht verpassen, bei der das neue Album vorgestellt wird.

Skurril ging es mit EISFABIK weiter, skurril deshalb, weil bei den steigenden Temperaturen in Gelsenkirchen, erst einmal ein Jeti die Bühne erstürmte. Auch das später gemeinsam mit dem Publikum gesungene Lied „Ich bin ein Schneemann“ in Verbindung mit dem künstlichem Schnee auf der Tanzfläche, brachte nicht nur bei mir ein Grinsen ins Gesicht. Bei gutem Electropop und Songs wie „Walking towards the Sun“ oder „Saving Shore“ nutzten viele den Platz vor der Bühne zum tanzen, mitsingen und klatschen.

Nun stand der Teufel in Person auf der Bühne. TANZWUT feiern dieses Jahr übrigens ebenfalls ein Jubiläum, 25 Jahre ist es her, dass zusätzlich zu Corvus Corax, dass Projekt TANZWUT gebildet wurde. Der Teufel legte auch gleich am Anfang die Spielregeln fest. Die Band heißt Tanzwut und nicht Sitzstreik, also tanzt. Das ließen sich die Besucher nicht zweimal sagen, bei Tanzwut ist abfeiern Programm, egal ob mit oder ohne Alkohol. Mit guten Mittelaltermetal und einer feinen Songauswahl, brachte Tanzwut Gelsenkirchen auch ohne Feuer zum brennen. „Brüder im Geiste“ war hier nicht nur ein Songtitel.

Bevor der Gastgeber an diesem Abend die Bühne betrat, war noch eine Band zu Gast, die auf nicht weniger als 34 Jahre Bandgeschichte zurückblicken kann. Kein Wunder, dass man bei Diary of Dreams den Eindruck hat, dass sie einfach schon immer da waren. In 34 Jahren sind so viele Hits produziert worden, dass es Frontmann Adrian Hates nicht schwer fiel, ein geiles Set zum feiern zusammenzustellen. In den letzten Stunden vor dem Auftritt, hatte sich das Theater in Gelsenkirchen merklich gefüllt und wo man nun hinsah, überall tanzten, sangen und feierten die Besucher nun Diary of Dreams.

Dachte man, die Stimmung konnte nicht mehr steigen, so wurde man mit dem Auftritt von Martin Engler eines Besseren belehrt. In den nächsten zwei Stunden zeigte uns MONO INC wie man ein Jubiläum feiert. Eigentlich ist jede Show von MOMO INC etwas Besonderes und selbst keine großen musikalischen Anhänger der Band, müssen neidlos gestehen, dass jedes Konzert der deutschen Dark-Rock-Band ein Erlebnis ist. Die Lichtshow an diesem Abend hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Auch wenn die Lichter in Verbindung mit dem notwendigem Neben, alles andere als Ideal fürs Fotografieren waren, so war ich doch absolut von der gebotenen Show begeistert und ich hätte mir auch keinen besseren Ort, als das Amphitheater in Gelsenkirchen vorstellen können. Ein einzelner Lichtstrahl von der Bühne aus, suchend ins Publikum gerichtet machte den Anfang an diesem Abend. Die Stimme von Katha Mia erklang um uns zu erinnern, dass nun die Zeit gekommen ist, um die Augen für größeres zu öffnen, die Zeit, um Liebe, Toleranz und Solidarität füreinander walten zu lassen. Zeit, gemeinsam in die Freiheit zu fliegen und erinnerte alle Zuschauer daran, dass auch sie an diesem Abend der Rabe sind. Ohne Aufforderung fing Gelsenkirchen nun gemeinsam an, MONO INC mit einem Klatschen auf die Bühne zu holen und nachdem der erste Vorhang fiel, wurde das Klatschen durch das Schlagzeug ersetzt.

Eigentlich sind selbst zwei Stunde Spielzeit zu kurz um allen Hits aus 20 Jahren zu huldigen, aber MONO INC hatte an diesem Abend wieder eine feine Auswahl dabei. Nach der Eröffnung mit „The last Crusade“ schnellte die Stimmung das erste Mal mit den ersten Klängen von „Princess of the Night“ schon einmal richtig nach oben und auch das erste Mal, erklang der Zuschauerchor durch das Amphitheater. Die Princess dieser Nacht thronte natürlich wieder erhöht mit ihrem Schlagzeug mittig auf der Bühne. Leider fiel das Schlagzeug Solo an diesem Abend für mich ein wenig kurz aus, allerdings hatte Katha Mia auch bei den anderen Songs ausreichend Gelegenheit zu zeigen, was sie am Schlagzeug drauf hat. Schlagzeug und Gitarre und Bass gaben bei Songs wie „ In my Heart“ oder „Louder than Hell“ einen rockigen Rhythmus vor, bei dem einfach keiner still stehen bleiben könnte. Natürlich gab es auch besinnliche Songs bei „When the Raven dies tonight“ lagen sich schon die ersten leicht schunkelnd in den Armen. Songs wie „An klaren Tagen“ sollten hier nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zum Nachdenken anregen. Natürlich durften auch an diesem Tag das Iggy Pop Cover „The Passangers“ nicht fehlen. Wie immer wurde hier das ganze Publikum miteinbezogen, selbst die Unheilig-Fans machten mit. Martin dankte hierbei auch sowohl Unheilig, als auch Iggy Pop , denn ohne die beiden, hätte es 20 Jahre Mono Inc evtl. nicht gegeben. Denn das erste Mal auf der Bühne standen MONO INC als Vorband von Unheilig und der erste musikalische Durchbruch gelang mit dem Iggy Pop Cover. Zu „Wiedersehen Woanders“ wurde wie gewohnt die Bühne mit großen Kerzenständern geschmückt. Carl Fornia und Val Perun wechselten hierzu ihre Instrumente. Klavier und Cello, anstatt Gitarre und Bass waren nun auf der Bühne zu sehen. Vom Publikum wurde das Duett mit tausenden von Lichtern unterstützt. Als nach fast zwei Stunden in der Dunkelheit des Amphitheaters „Children of the Dark“ angestimmt wurde, da sang jeder so laut mit, wie er konnte. Ein fantastischer Abschluss eines wirklich schönen Festivals. Ich freue mich schon auf 25 Jahre MONO INC.

Textbeitrag: Tatjana KrupkaFotografie: Tatjana Krupka

Fotografie: Tatjana Krupka

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Chris Strieder ist Baujahr 1970... Seit 1983 totaler Musikfreak und Kenner in den Bereichen Hardrock / Heavy Metal / Bluesrock und Progrock. Gut vernetzt in Musikerkreisen, da er auch selber als Gitarrist unterwegs ist (z.B in der regional sehr bekannten Coverrockband „Sevencent“)... Ist ständig am Puls der Zeit und verfolgt die internationale Rockszene und Strömungen in der Musikwelt in jeder freien Minute....