Henry’s Music ist ein junges Unternehmen aus Tschechien, das von Musikern für Musiker gegründet wurde und sich auf die Produktion und den Verkauf von Gitarren, Bassgitarren und Zubehör spezialisiert hat. Die Gitarren werden in China produziert und durchlaufen dann bei Henry`s Music einer strengen Qualitätskontrolle. Jedes Instrument wird vor der Auslieferung auf Herz und Nieren geprüft und perfekt eingestellt. Mein erster Kontakt mit einer Henry`s Gitarre (Snake ST-1) hinterließ aufgrund der sagenhaften Qualität echte Begeisterung (siehe Testbericht hier) und so freut es mich sehr nun eine weitere Gitarre aus der wachsenden Palette von Henry`s Music vorstellen zu dürfen. Die vorliegende „Fury“ ist eine Art Super Strat und erinnert ein wenig an das Music Man Steve Lukather Model, ich kann schon vorwegnehmen das Steve Lukather garantiert seine Freude an dieser Gitarre hätte.

Unsere vorliegende Gitarre wurde in einem wunderschönen Gold Sparkle Ton perfekt lackiert. Die Formgebung des Mahagoni-Korpus erinnert traditionell stark an die einer Stratocaster, allerdings nicht zu 100%. Die Rückseite zeigt eine Ausfräsung am unteren Cutaway welches ein komfortables Erreichen der obersten Lagen ermöglicht. Passend dazu wurde auch der Halsübergang dort abgeschrägt, wo der Hals mit vier Schrauben am Korpus befestigt ist. Das ist viel besser als der übliche etwas klobige Hals-Korpus Übergang herkömmlicher Stratocaster Konstruktionen.

Der mit vier Schrauben mit dem Korpus verschraubte Ahornhals wurde thermisch behandelt. Bei dem als ““Roasting” bekannten Vorgang wird das Holz stark erhitzt, wobei sich die Poren aufgrund der entzogenen Feuchtigkeit verdichten, und das Holz nachdunkelt. Daraus resultiert eine verbesserte Stabilität und der Hals ist unempfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen. Die Rückseite wurde per Hand hauchdünn mit Nitro-Lack behandelt und bietet eine natürliche Haptik.

Das Griffbrett besteht aus schön dunklem Palisander mit coolen Dots zur Bundorientierung und besitzt einen Radius von 13,78. 22 Jumbo Bünde aus Edelstahl wurden absolut perfekt eingesetzt und an den Kanten super smooth abgerundet. Im Dunkeln leuchtende Luminlays in der Griffbrettkante sorgen für die Orientierung auf dem wunderbar bespielbaren Hals im C-Format.

Henry`s hat ein Vintage Tremolo mit steckbaren Tremoloarm verbaut, das in der Werkeinstellung auf der Decke aufliegt. Es gibt aber die Möglichkeit es als Free-Floating einzustellen und in beide Richtungen zu tremolieren. Im Verbund mit den sehr leichtgängigen Locking Tunern hält es die Stimmung bei moderatem Einsatz sehr gut. Ab Werk sind hochwertige Ernie Ball 10-46 Saiten aufgezogen, hier wurde nicht gespart und man muß nicht direkt die sonst üblichen nicht so tollen Werkssaiten wechseln. Für den Sattel wurde Knochenmaterial verwendet, welches viel besser ist als Kunststoff für Ton und Stimmstabilität ist.

Zwei hauseigene Humbucker mit der Bezeichnung Henry’s HC-8 Carbonados sind direkt ins Holz geschraubt, wobei es sich um sehr ausgangsstarke Typen handelt, welche beide getrennt mit Hilfe der Pull-Potis in Single Coils geplittet werden können. Ausgewählt werden sie über einen 3-fach Toggle Switch. Die Potis drehen sehr geschmeidig und sind sehr feinfühlig, man kann sehr gut mit dem Volumen-Poti Schweller Effekte erzielen.

Die Gitarre lässt sich aufgrund der wirklich sehr guten Werkseinstellung direkt hervorragend bespielen und pendelt sich perfekt ein. Mit 3,3 Kilogramm hat sie zudem ein komfortables Gewicht. Die Saitenlage ist wunderbar flach. Dead Spots sind keine auszumachen. Jeder Ton an jedem Bund klingt gleich rund und satt. Man fühlt sich schon beim ersten Anspielen direkt wohl und vertraut. Trocken angespielt zeigt sie sich resonanzfreudig und liefert einen perkussiven, knackigen Sound mit langanhaltendem Sustain. Am Verstärker besitzt die Fury ein fast unglaubliches Sustain, der Ton steht wie eine Eins. Trotz Schraubhals und Vintage Vibrato Bridge. In dieser Güte kennt man das eigentlich eher von Les Paul artigen Konstruktionen.

Mit cleanen Amp Sound und den Pickups im Single Coil Modus klingt es sehr Strat mäßig. Von Dire Straits in der Mittelposition, bis Jimi Hendrix am Hals Pickup klingt die Fury total rund und warm. Auch funkiges ist hier eindrucksvoll möglich. Natürlich schreit eine Gitarre dieser Bauart nach High Gain und es zeigt sich, hier blüht die Fury so richtig auf. Humbucker Modus am Steg und schon geht die Sonne auf. Die Mittenbetonung der Pickups sorgt für Durchsetzungskraft. Die Anschläge kommen schnell und deutlich, sodass auch bei viel Zerre das Klangbild stehts klar und mit perfekter Saitentrennung bleibt. Für High Speed Shredding ein Traum. Kein Ton wird verschluckt, hier matscht nichts. Die Bässe kommen total straff.

Der Test hat wahnsinnig Spaß gemacht, die Henry`s Fury zeigt sich als durchdachtes professionelles Instrument mit einem flexiblen und extrem vielseitigen Sound, mit dem man jede Art von Musik abdecken kann. Die tadellose Verarbeitung, eine hervorragende Werkseinstellung plus eine sehr komfortable Bespielbarkeit ergibt ein Angebot das locker mit vielen doppelt so teuren Gitarren mithalten kann.

Fazit: Wenn man auf der Suche nach einer Gitarre dieser Art (Super Strat) ist und die magische 1000 Euro Marke nicht überschreiten möchte ist das hier genau das richtige. Specs wie Roasted Maple, Edelstahl Bünde, Knochensattel und Nitro Lack finden sich sonst eher auf viel kostspieligeren Gitarren. Wem die goldene Lackierung etwas zu grell und auffällig sein mag, es gibt das gute Stück auch in Silber oder für den klassischen Heavy Metaller auch in Schwarz mit schwarzer Hardware. Ein echter Geheimtipp.

Die Gitarre wird ohne Gigbag oder Koffer ausgeliefert, kommt aber super und sicher verpackt zusammen mit jeder Menge Goodies dabei. Ein Gurt, Security Locks, Armschoner, Plektren, Inbusschlüssel und ein Fret Wrap finden sich in der Verpackung. Da können sich andere Brands mal ne Scheibe von abschneiden. Besonders die Security Locks sind sehr hochwertig und bombensicher.

Bekommen kann man das gute Stück für schlanke 899 Euro hier:
https://www.henrysmusic.com/de/henry-s-fury-fs-1-fever-gold/
Die Gitarre wurde mir freundlicherweise von Henry`s Music für diesen Test zur Verfügung gestellt.














