Guitar Special Vol.68 mit Marty Punch (Marty & the Bad Punch)

In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Marty Punch (Marty & the Bad Punch)

Meine erste elektrische Gitarre hab ich Mitte der 80er von meinen Eltern bekommen. Ich hatte einige Jahre lang klassischen Klavierunterricht an der Musikschule in Garching und war aber zum Schluss nicht mehr so mit dem ausreichenden Elan dabei, da ich zu diesem Zeitpunkt schon mehr als Rock Fan unterwegs war. Somit hatte ich meine Eltern gedrängt mir eine Gitarre zu kaufen. Das war eine Aria Pro II. Eine ganz einfache Strat (schwarz). Leider gibt es dazu kein Foto mehr, ist schon zu lange her. Ich kann mich noch erinnern, dass ich die meiste Zeit damit verbraucht hatte vorm Spiegel zu posen, anstelle das Instrument richtig zu lernen… lol. Geändert hat sich das dann erst bis 1990/91. Ich hatte damals einen Ferienjob und wollte eigentlich für meinen ersten eigenen Urlaub etwas Geld sparen. Doch schon nach dem ersten Arbeitstag auf dem Weg nach Hause bin ich an einem kleinen Gitarrenladen hier in München vorbeigekommen und hab mich in eine Charvel Fusion Custom Desert Crackle verliebt. Den Urlaub hatte ich dann geknickt und ich hab mir nach den 2/3 Wochen Ferienjob die Charvel gekauft. Den Rest der Ferien hatte ich dann damit verbracht mir das Gitarre spielen beizubringen. Die Bücher von Peter Bursch waren da sehr hilfreich. Im Anschluss daran war ich so motiviert, dass ich mich gleich an einer Musikschule angemeldet hatte (Ohrwurm/München).

Mit der Charvel war ich lange Zeit sehr zufrieden. Für meine erste Band CRAVEN war sie optimal und ich war voll auf Heavy Metal damals! Ein paar Jahre später bin ich dann bei einer Blues/Rock Band (1997) gelandet – ja, ich war vom Musikgeschmack schon immer sehr breitgefächert unterwegs. Ich hab mich damals dann nach einer 2. Gitarre umgesehen für live Auftritte. Im MusikShop in München hab ich mir dann eine gebrauchte Gibson Black Beauty geleistet – die gleiche, die auch John Sykes hatte. Die war mir aber auf Dauer einfach viel zu schwer und ich hab mich davon recht schnell wieder getrennt. Die Charvel hatte ich dann auch gegen Ende der 90er verkauft – irgendwann hat sie einfach nicht mehr zu mir gepasst. Ich kann mich erinnern, das mein damaliger Bandkumpel Ernie immer wieder verschiedene Vintage Gitarren mit zu den Proben genommen hatte. Irgendwie war er nicht zufrieden mit dem was er hatte. Ich hab viele Gitarren von ihm ausprobiert, verschiedene Strat Modelle, Les Pauls usw. aber da wir nie wirklich was dabei, was mir irgendwie gefallen hatte. Ich wollte irgendwie nur eine einzige Gitarre für alle „Sounds“. Einmal hatte Ernie eine rote Telecaster mit dabei von Lake Placid. Diese fand ich so irre cool, dass ich ich gefragt hatte ob ich ihm diese abkaufen dürfte. Irgendwann hat er dann ja gesagt!

Bis heute ist diese rote Tele meine No.1. Für mich gibt es einfach nix besseres. Ein paar Details zur Gitarre: Meine Lake Placid wurde vom legendären Gitarrenbauer André Waldenmeier (Staufer Guitars) erschaffen. Viele kennen André aus seiner Tätigkeit bei Chandler Guitars bzw. Lake Placid Guitars München in der Zeit von 1985 bis 1995. Sie ist Baujahr 1991 und wie alle von André´s Gitarren ein Einzelstück. Sie ist mit zwei Humbuckern bestückt und hat einen Maple Neck. Body ist Erle oder Esche, so genau weiß ich das nicht mehr – ich hatte da auch André dazu gefragt aber er kann sich so genau auch nicht mehr erinnern. André hatte in der Zeit zwischen 1985 und 1995 bis ca. 30 Instrumente pro Jahr gebaut. Darunter auch Telecasters und darunter auch welche mit Humbucker und darunter auch welche mit Binding, manche mit einem Kunststoffbinding, manche mit einem Fake-Binding aus Holz. Serieninstrumente gab es aber nie.

 

Das Schlagbrett meiner Lake Placid ist auch ziemlich speziell. Seinerzeit hatte André guten Kontakt zu einem Musiker, der zu dieser Zeit bei Grönemeyer gespielt hatte und dieser hatte wiederum einen Kontakt zu Sonor, die ihm altes Celluloid-Material überlassen hatten. Dieses verklebte er auf Schlagbretter und verkaufte sie an André.

Die Potis meiner Tele haben eine Push/Pull Funktion, somit kann man die Humbucher entsprechend splitten und hat dadurch viele verschiedene Soundmöglichkeiten.

André hatte mir auch eine zweite Tele nach meinen Wünschen gebaut. Das war die Velvet-SteelCaster. Ein wirklich feines Instrument – aber ich hatte sie so gut wie nie gespielt. Irgendwie war sie mir zu Wertvoll um sie zu spielen. Ich hab meine rote Lake Placid immer bevorzugt. Um mein zweites Album mit zu finanzieren hab ich mich dann von der SteelCaster getrennt. Aktuell ist meine Lake Placid die ein-zigste elektrische Gitarre die ich habe und sie wird auch die ein-zigste bleiben denke ich. Es gibt einfach nix besseres. Vielleicht werde ich mir aber irgendwann wieder eine zweite Gitarre von André bauen lassen.

Check mal die Webeseite von André:
http://www.staufer-guitars.de

https://www.facebook.com/marty.punsch/

http://www.martyandthebadpunch.com/

https://www.rockland-music.de/

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here