In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen und Bassisten. Welches sind ihre Lieblingsgitarren/ Lieblingsbässe und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Peter „Fargo-Pedder“ Knorn, den viele bestimmt von seinen Bands FARGO oder VICTORY kennen werden.

Als ich Mitte der 1970er Jahre meine erste Band Fargo gründete, war ein Rickenbacker der Bass meiner Träume. Aber da ich keine Knete hatte, habe ich mich der Einfachheit halber zum Sänger gemacht. Unser Bassist hatte „meinen“ Traumbass, allerdings „nur“ als Nachbau von der Firma Hoyer. Und da er irgendwann nicht mehr zur Probe erschien, schmiss ich ihn kurzerhand aus der Band – und behielt das Instrument als Abwrackprämie.
Damals glaubte ich, wie wohl viele meiner Generation, dass man nur das gleiche Instrument eines angesagten Musikers brauchte, um den gleichen Sound erzielen zu können. Und für mich war damals der geilste Basssound der Welt, der von Chris Squire beim Song Roundabout von Yes. Dass die Realität anders aussah, lag meiner Wahrnehmung nach daran, dass ich eben nur einen Nachbau spielte. Da ich aber keine Lust hatte, dem auf den Grund zu gehen, fand ich Listen To The Music von den Doobie Brothers besser. Und deren Bassist spielte einen Gibson Thunderbird Bass. Also zog ich alle Register, und besorgte mir so ein Teil. Doch das war erneut eine Enttäuschung: Er klang irgendwie „hohl“, hatte keinen wirklich satten Sound und war irre kopflastig. Also weg damit…

Dann spielte ich einen Fender Precision, und der war wirklich amtlich. Als mein Freund Dieter „Atze“ Gölsdorf viel später in Hannover die Firma Rockinger gründete, kamen wir natürlich auch auf Bässe zu sprechen. Und so bot er mir an, einen Bass nach meinen Wünschen zu bauen. Zuerst war das ein 8-Saiter, also E-, A-, D-, G-Grundtöne mit je einer Oktav-Saite. Doch während das beim Cheap-Trick-Song I Want You To Want Me sehr geil klang, war das Klangspektrum darüber hinaus einfach nur dummes Zeug. Außerdem sah der Cheap-Trick-Bassist, Tom Petersson, viel, viel besser aus als ich. Hinzu kam, dass ich seinerzeit auf ein echt süßes Mädel scharf war, von der ich erfuhr, dass sie es mit diesem Schönling Petersson mal getrieben hatte. Absolute Schmachkasse … Habe den Bass nie wieder angefasst … Und fand ein anderes Mädel plötzlich ungleich besser… Mein Kumpel Atze ließ sich erweichen, und erklärte sich abermals bereit, mir – nochmal kostenlos – einen Rockinger-Bass nach meinen Wünschen zu bauen. Nur dieses Mal habe ich mir Mühe gegeben, hatte kein Vorbild mehr, und machte mir zur Abwechslung mal im Vorfeld Gedanken. Mein lieber Freund Achim „Piet“ Pieczulski, Maler und Bildhauer aus Hannover, schnitzte ein Federwerk in einen Korpus, den ich mir sorgfältig ausgesucht hatte. Atze schlug verschiedene Pickup-Möglichkeiten vor, und der „Adler-Bass“ nahm Formen an. Ein langer Prozess, aber es hat sich gelohnt. Das ist jetzt über 30 Jahre her und bis heute habe ich nur diesen einen Bass. Und ich will auch keinen anderen mehr …

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https://www.rockland-music.de/

 

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