In dieser Artikel Serie geht es um das Handwerkzeugs beliebter Gitarristen. Welches sind ihre Lieblingsgitarren und wie ist ihr Bezug dazu. Diesmal mit Brat Git (Tri State Corner).

Wann hast du mit dem Gitarrespielen angefangen und kannst du dich noch an deine erste Gitarre erinnern?
Mit 14 Jahren habe ich meine erste Gitarre von meinem Opa bekommen. Eigentlich war sie für meine Schwester gedacht, weil sie mit dem Gitarrespielen anfing. Ironischerweise war sie der Grund, warum ich selbst zur Gitarre gegriffen habe – danke, Jeanette! Es war eine russische Akustikgitarre, die mein Opa auf einem Wochenmarkt in Polen gekauft hat. Die Saitenlage war absurd hoch, etwa 1 cm, aber da ich keinen Vergleich hatte, dachte ich, das wäre normal.

Ist diese Gitarre noch in deinem Besitz?
Leider nicht.

Was sind deine musikalischen Einflüsse und welche Gitarristen sind deine Favoriten?
Ich habe eigentlich keine festen Favoriten, weil ich so viel Unterschiedliches höre. Was meine Einflüsse angeht, sind Punk Rock, Grunge und Nu Metal auf jeden Fall prägend. Ich bin kein großer Fan von Gitarrensolos, aber wenn ich jemanden nennen müsste, der mich beeindruckt, wäre es Tom Morello. Sein Stil ist einzigartig, und wenn er Solos spielt, ist es nicht einfach nur langweiliges Tonleiter-Gedudel.

Wie viele Gitarren besitzt du und welche sind deine Favoriten?
Meine Hauptgitarre ist die Fender Jaguar Black Top, die ich auch live spiele. Sie hat eine kurze Mensur und lässt sich super leicht spielen – perfekt für einen faulen Gitarristen wie mich!
Außerdem besitze ich eine Tele Black Top, eine FGN Relic Goldtop, eine Squier Strat aus 1992, PRS SE Tremonti von 2003 und eine PRS SE Singlecut von 2008. Alle Gitarren habe ich von meinem Gitarrenspezialisten Dominik Louis aus dem Musikhaus Louis in Remscheid modifizieren lassen. Liebe Grüße an dieser Stelle – sehr gute Adresse!

Was macht für dich die perfekte Gitarre oder den perfekten Verstärker aus?
Ich halte es kurz: Oft sucht man nach Perfektion und merkt nicht, dass man sie vielleicht schon gefunden hat. Solange du mit deinem Sound und dem Spielgefühl zufrieden bist, solltest du es genießen. Aber es liegt in unserer DNA als Musiker, ständig nach etwas Neuem zu suchen, das uns inspiriert. Das kann eine neue Gitarre, ein neuer Amp oder manchmal sogar nur ein neuer Gitarrengurt sein.

Was denkst du über die Frage: Röhrenamp oder Modeler?
Meine Antwort: Da muss ich ein bisschen ausholen – und hoffe, dass ich nicht zu sehr ins Detail gehe! Wenn es darum geht, was besser ist oder wo die Unterschiede liegen, fällt ein großer Punkt sofort ins Auge: Die Logistik. Ein Röhrenamp wiegt schnell 20 bis 40 kg, während ein Modeler kaum 5 kg wiegt und bequem auf ein Pedalboard passt. Das erleichtert den Transport ungemein, und auch der Aufbau geht wesentlich schneller. Gerade bei Festivals mit kurzen Umbauzeiten ist das ein riesiger Vorteil. Der FOH-Techniker (Front of House) freut sich ebenfalls: Der Sound eines Modelers ist konstant und unkompliziert, während bei einem Röhrenamp viel schiefgehen kann, z.B. durch variierende Mikrofonpositionen an der Gitarrenbox. Was den Sound angeht, kann ich aus meiner Erfahrung bei der Firma Brainworx sagen: Wenn man weiß, worauf es bei einem Amp-Sound ankommt und sich die Zeit nimmt, die Sounds ordentlich zu programmieren, gibt es praktisch keinen Unterschied zwischen einem Modeler und einem echten Röhrenamp. Bei Brainworx haben wir um die 20 Gitarrenamps digital modelliert und als Plugins veröffentlicht, darunter namhafte Modelle von Diezel, Engl oder Suhr. Dabei haben wir eng mit den Herstellern zusammengearbeitet und stets sichergestellt, dass das Endergebnis den Originalen gerecht wird – sowohl im Klang als auch im Spielgefühl. Natürlich hat ein echter Röhrenamp seinen besonderen Charme. Das Feeling, wenn man vor einer Box steht und den Luftdruck spürt, ist schwer zu ersetzen. Aber für mich und meinen FOH-Kollegen überwiegen die Vorteile eines Modelers. Ich spiele seit zwei Jahren den Neural DSP Quad Cortex und bin absolut zufrieden damit. Besonders als einziger Gitarrist in meiner Band brauche ich einen Sound, der das Stereo-Bild gut ausfüllt. Dafür nutze ich drei Amps, die links, mittig und rechts verteilt sind, und kann so je nach Location die Stereo-Breite flexibel anpassen. Letztlich denke ich: Jeder sollte das spielen, was für ihn am besten funktioniert. Beide Optionen haben ihre Daseinsberechtigung.

Welche Gitarren und Amps benutzt du für Aufnahmen?
Bei unseren letzten Album „Stereotype“ habe ich die FGN, Jaguar und Tele benutzt. Beim Sound habe ich sowohl Brainworx Plugins als auch zwei echte Amps verwendet: den Diezel VH4 und den Suhr PT100. Da ich mein eigenes Studio habe, kann ich mir die Zeit nehmen, neue Sachen auszuprobieren – das macht mir unglaublich viel Spaß.

Wenn du nur eine einzige Gitarre auswählen dürftest, welche würdest du nehmen?
Definitiv meine Jaguar.














